Florian. Da bleibst, sag' ich, oder--

Mariandel. Das nutzt nichts--ich will meine Sachen haben.

Florian. Das Sachen ist da.

Mariandel. Wo?

Florian. In der Butten.

Mariandel. Ah, Spektakel! Heraus gibst mir's!

Florian. Nur Geduld!

Mariandel. Daß mir nichts zermudelt wird.

Florian. Ist alles in der schönsten Ordnung! (Er leert die Butten

aus, seine und ihre Kleider fallen in der größten Unordnung heraus;

ganz kalt.) Such' dir deine Sachen heraus.

Mariandel. Aber Florian, was hast denn gemacht? Bist du besessen?

Florian. Still, Marianne! Du wirst wissen, daß unsere Herzen

verbunden sind?

Mariandel. Ja, leider bin ich so unglücklich, deine Geliebte zu

sein! Was war ich für ein Dalk! Was hab' ich für Partien

ausgeschlagen! Ich hätte vor kurzem noch können so einen reichen

Ochsenhändler heiraten, wär' eine reiche Frau worden, die so viele

Ochsen g'habt hätt', und an dir hab' ich nur einen einzigen.

Florian. Wer's Wenige nicht ehrt, ist's Mehrere nicht wert. Doch

nichts mehr über diesen Gegenstand, er ist zu subtil, um ihn lange

zu besprechen. Wir sind jetzt sieben Jahr' in diesem Haus; ich

hab' dir diese Sachen geschafft, folglich kann ich s' auch wieder

an mich reißen; ich hab' sie wollen von hier wegschicken.

Mariandel. Wohin?

Florian. Nach Judenburg. Kurz, ich hab' sie wollen an einen

polnischen Juden verkaufen, um unserm jungen Herrn für den

Augenblick aus seiner Verlegenheit zu helfen. Wir sind seine zwei

einzigen Dienstboten, wir müssen ihm einmal zugetan sein.

Mariandel. Aber Florian, schau, was treibst? Warum hast du denn

mir nichts gesagt, so hätten wir Mittel gemacht. Von der Pistolen

hast ihm auch den Hahn heruntergeschraubt; er hat mich g'fragt, wo

er hingekommen ist?

Florian. Der Hahn? Hättest du gesagt, du hast ihn abgestochen,

weil du keine Händel mehr g'habt hast.

Mariandel. Na, jetzt bin ich schon wieder ruhig! Pack' nur die

Kleider zusammen, der Herr kommt.

Achtzehnte Szene.

Eduard. Vorige.

Eduard (verdrießlich). Was macht ihr hier? Laßt mich allein.

Mariandel. Schau ihn nur an, wie er aussieht.

Florian. Was er vorn für eine Blässe hat. Gnädiger Herr, schaffen

Sie vielleicht einen Melissengeist oder ein darniederschlagendes

Pulver?

Eduard. Ich danke euch; geht nur.

Florian. Der arme Mann! Gnädiger Herr, wenn Sie sollten in

Ohnmacht liegen, dürfen Sie nur läuten, wir werden gleich da sein.

Eduard. Willst du mich böse machen? (Faßt sich.) Geh, Florian!

Florian. Florian hat er g'sagt, hast das g'hört? Das ist ein

Unglück.

Mariandel. Nun, wie soll er denn zu dir sagen, wenn du so heißt,

etwa Annamiedel? So geh' nur einmal!

Florian. Mariandel, mit dem ist's zu, der lebt uns keine hundert

Jahr' mehr. (Beide ab.).

Neunzehnte Szene.

Eduard (allein). Nun bin ich allein, im wahren Sinne des Wortes;

denn meines Vaters Tod hat mein ganzes Glück vernichtet. Welche

Wunder umgeben mich seit meiner Kindheit! Sein Körper ist durch

übernatürliche Mächte plötzlich vor unsern Augen verschwunden. Er

hat mir oft versprochen, nach seinem Tode große Reichtümer zu

hinterlassen; doch im ganzen Hause findet sich keine Spur eines

Vermächtnisses. Was soll ich beginnen? Ich finde auch keine Hilfe

bei Freunden. Als den Sohn eines berüchtigten Zauberers flieht

mich jedermann, was soll aus mir werden? Entsetzliche Lage!

Verzweiflungsvolles Los! (Wirft sich in einen Stuhl. Es wird von

unten geklopft.) Wer klopft? Herein!

Zwanzigste Szene

Die Hoffnung, auf einen goldenen Anker gestützt, kommt aus der Erde.

Hoffnung (ist ideal gekleidet, spricht sehr lebhaft und munter).

Sie pardonieren, mein Herr, daß ich die rechte Tür verfehlte; doch

ein Frauenzimmer, die so viele Geschäfte hat, wie ich, nimmt das

nicht so genau. Nun, so heißen Sie mich doch willkommen! Sie sind

ja ganz verblüfft?

Eduard. Welch eine angenehme Erscheinung! Mir wird so wohl in

Ihrer Nähe.

Hoffnung. Wie? Kennen Sie mich nicht, junger Herr?

Der Diamant des Geisterkönigs · 第 7 / 36 题