Allerlei Dorfgeschichten

aus Reclams Universal-Bibliothek

+Otto Ludwig+, +Die Heiterethei und ihr Widerspiel+. Thüringische

Dorfgeschichte. Nr. 3528 bis 3530 ~a~.

+Melchior Meyr+, +Geschichten aus dem Ries+. Einzeln: Ende gut,

alles gut. Nr. 4390. -- Die Lehrersbraut. Nr. 4341/42. -- Ludwig

und Annemarie. Nr. 4299. -- Regine. Nr. 4867/68. -- Der Sieg des

Schwachen. Nr. 4477.

Meyrs Erzählungen aus dem Ries gehören zu den besten deutschen

Dorfgeschichten und sind auch für die reifere Jugend sehr zu

empfehlen.

+Božena Němcová+, +Großmutter+. Erzählung. Nr. 2057-59.

+Peter Rosegger+, +Geschichten und Gestalten aus den Alpen+. Nr. 4000.

Alles was Rosegger geschaffen hat, wirkt wohltuend und sympathisch.

Die liebenswürdige Menschlichkeit, die Wärme und heitere

Beschaulichkeit seiner Erzählweise gewinnt ihm alle Herzen und hat

ihm die Bedeutung eines der volkstümlichsten Dichter unserer Zeit

errungen.

+H. Schmid+, +Almenrausch und Edelweiß+. Erzählung. Nr. 5252/53.

+M. Schmidt+, +’s Almstummerl+. Erzählung aus dem bayrischen

Hochland. Nr. 1851.

+K. Světlá+, +Der Kuß+. Eine böhmische Dorfgeschichte. Nr. 3097.

+Karl Wolf+, +Zwei Marterln und andere Tiroler Geschichten+. Nr. 4111.

Eine Auswahl vorzüglicher charakteristischer Erzählungen aus

dem Tiroler Land. Interessante Motive, Schärfe der Beobachtung,

lebensvolle, farbige Darstellung, und nicht zuletzt Humor zeichnen

die Erzählungen dieses echten Volksschriftstellers aus.

Fußnoten:

[1] Das in der Redeweise der Bauern sehr gebräuchliche Wort „mag“ hat

man nicht not, wie es oft geschieht, durch „kann“ zu erklären, ihm

entspricht vielmehr ganz genau unser aus der gleichen Wurzel stammendes

hochdeutsches „vermag“

[2] kleber = unscheinbar, gering

[3] Gundel, Abkürzung für Kunigunde

[4] Versehen, nämlich den Kranken mit den Sterbesakramenten versehen,

beziehungsweise die letzte Ölung an ihm verrichten

[5] Anrainer = Grundnachbar, von „Rain“ = Grenzscheide, Rand

[6] Alois = Aloisia

[7] Haferl und Häfen, beides für: Hafen, Topf. Obige Redensart besagt:

Der Töpfer macht es auch nicht mit dem Maul, sondern er braucht außer

dem Lehm noch die Drehbank, und ist sprichwörtlich bei Angelegenheiten,

die nicht so rasch durchzusetzen sind, als es etwa den Anschein hat

[8] Pummerl = Pommer, Spitz, kleiner Hund

[9] Die Blüh’ = die Blüten

[10] „Dem Teufel aus der Butte (Bütte) gesprungen,“ sprichwörtlich für

ausgelassen, ein Unband sein

[11] „Mit jemandem auf gleich stehen“, das ist in gleichen

Verhältnissen leben; ferner kommt auch vor: „Mit jemandem auf gleich

sein“, das ist ausgeglichen mit ihm

[12] Nachmittagkaffee

[13] Es ist eine gang und gäbe Redensart: „Sich setzen, damit man den

Schlaf nicht austrage“. Vielleicht liegt derselben irgendein Aberglaube

zugrunde, oder der Besucher will damit nur zu verstehen geben, er käme

zu ruhigem Gespräche und brächte daher nichts ins Haus, das den Schlaf

rauben könnte

[14] Der Gesund = der gesunde Zustand, die Gesundheit

[15] Zügeln = von Zucht, ziehen

[16] stürzen gehn, schulstürzen = hinter die Schule gehen

[17] Ein Kirtag = Kirchweihgeschenk

[18] sein wir red’ worden = sind wir redend geworden

[19] Lose = horche

[20] Ein Heppel = große Kröte, gewöhnlich die sogenannte Feuerkröte

[21] Lampeln = Lämmer

[22] Einem zusteigest, d. i. mit ihm anbinden -- Reschen = Keckheit,

Schroffheit

[23] Reuter = großes Sieb

[24] Schnackerl = Schlucken

[25] Geraten, für entraten = entbehren

[26] Unter Bauern und auch in Bürgerkreisen wird oft ein

Familienangehöriger vom ganzen Hause, einschließlich des Gesindes, nach

der Stellung, die er den Kindern gegenüber einnimmt, als Ehnl, Onkel

usw. angesprochen

[27] „kein klein’ bissel“, also ein großes, scherzhafte Umschreibung

für viel

[28] „umi“, vielleicht von „umhie“ = hinüber

[29] „Lei, lei“ = Schnell, schnell, rührt euch

[30] „lauleln“ = lau sein, vielleicht auch „launeln“, der Laune

nachgeben

[31] Schnur, d. i. Schwiegertochter

[32] Über die Hand, d. i. nachlässig

[33] „trabige“, d. i. treibende, drängende Zeit

[34] „roglich“ = schwankend, bezeichnet immer den Zustand gestörten

Gleichgewichtes, welcher die Bewegung, die zu Sturz oder Zerfall führt,

vorbereitet, die Lockerung

Der Schandfleck · 第 33 / 33 题