Zeit I
--------- -----
0 Tage 1,3
1 Tag 19
3 Tage 43
6 Tage 60
15 Tage 70
23 Tage 88
46 Tage 94
Ich machte mehrere andre Messungsreihen derselben Art, die jedoch nicht
in völliger Übereinstimmung sind, wenn auch der allgemeine Verlauf der
Erscheinung derselbe ist. Es ist schwierig, sehr regelmäßige Resultate
zu erhalten. Man kann jedoch sagen, daß die Neubildung der Aktivität
etwa einen Monat gebraucht und daß die durchdringenden Strahlen von der
Auflösung am meisten betroffen werden.
Die Anfangsintensität der Strahlung, die 3 :cm Luft und 0,01 mm
Aluminium durchdringt, beträgt nur 1 Proz. der Endstrahlung, während die
Anfangsintensität der Gesamtstrahlung 21 Proz. des Endwertes beträgt.
Ein frisch getrocknetes Radium-haltiges Salz besitzt dieselbe Fähigkeit,
inducirte Radioaktivität hervorzurufen (läßt also dieselbe
Emanationsmenge nach außen entweichen), wie eine Probe desselben Salzes,
das nach Herstellung im festen Zustande lange genug gelegen hat, um die
Endaktivität zu erreichen. Die Strahlungsaktivität beider Präparate kann
dabei sehr verschieden sein; das erste ist z. B. fünfmal weniger aktiv
als das zweite.
p) Änderung der Aktivität der radioaktiven Körper; Wirkung der
Erhitzung.
-------------------------------------------------------------------------
Wenn man eine Radium-haltige Verbindung erhitzt, so entwickelt sich
Emanation und der Körper verliert an Aktivität. Der Verlust ist um so
größer, je stärker und gleichzeitig länger dauernd die Erhitzung war.
Wenn man z. B. ein Radium-haltiges Salz eine Stunde lang auf 130°
erhitzt, so entzieht man ihm dadurch 10 Proz. seiner Gesamtstrahlung;
dagegen bringt eine 10 Minuten lange Erhitzung auf 400° keinen
merklichen Effekt hervor. Eine Erhitzung auf Rotglut während einiger
Stunden zerstört 77 Froz. der Totalstrahlung.
Der Aktivitätsverlust durch Erhitzung ist größer für die durchdringenden
als für die absorbirbaren Strahlen. So zerstört eine Erhitzung von
einigen Stunden Dauer etwa 77 Proz. der Gesamtstrahlung; dieselbe
Erhitzung zerstört aber fast vollständig (zu 99 Proz.) die Strahlung,
die 3 cm Luft und 0,1 mm Aluminium zu durchdringen vermag. Wenn man das
Radium-Baryumchlorid einige Stunden lang geschmolzen erhält (bei 800°),
so zerstört man 98 Proz. der durch 0,3 mm Aluminium hindurchgehenden
Strahlung. Man kann sagen, daß die durchdringenden Strahlen nach einer
starken und lang dauernden Erhitzung praktisch nicht mehr existiren.
Dieser Aktivitätsverlust eines Radium-haltigen Salzes durch Erhitzen ist
nicht von Dauer; die Aktivität des Salzes erneuert sich von selbst bei
gewöhnlicher Temperatur und strebt einem Grenzwert zu. Ich beobachtete
die merkwürdige Tatsache, daß diese Grenze höher ist als die
Endaktivität vor der Erhitzung, wenigstens verhält es sich so mit dem
Chlorid. Ich teile einige Beispiele mit: Ein Präparat von
Radium-Baryumchlorid, das nach seiner Herstellung in festem Zustande
längst seine Endaktivität erreicht hatte, besitzt eine Totalstrahlung,
die durch die Zahl 470 ausgedrückt ist, und eine Strahlung, die 0,01 mm
dickes Aluminium durchdringt, gleich 157. Dieses Präparat wird einige
Stunden lang auf Rotglut erhitzt. Zwei Monate nach der Erhitzung
erreicht es eine Endaktivität, die für die Gesamtstrahlung 690 und für
die durch 0,01 mm Aluminium hindurchgehende 227 beträgt. Die
Totalstrahlung und die durch 0,01 mm Aluminium hindurchgehende haben
sich also im Verhältniß 690:470 bezw. 227:156 vermehrt. Beide Brüche
sind merklich einander gleich und zwar gleich 1,45.
Ein Präparat von Radium-Baryumchlorid, das nach Herstellung in festem
Zustande eine Endaktivität gleich 62 erreicht hat, wird einige Stunden
lang im geschmolzenen Zustande erhalten; dann wird das geschmolzene
Präparat pulverisirt. Dieses Präparat erreicht eine Endaktivität gleich
140, d. h. über zweimal mehr, als es ohne die starke Erhitzung erreicht
haben würde.
[Fig. 14]
Ich untersuchte das Gesetz, nach dem die Aktivitätszunahme der Radium
Verbindungen nach der Erhitzung vor sich geht. Ich gebe als Beispiel die
Resultate zweier Messungsreihen. Die Zahlen der Tabellen I und II
bedeuten die Intensität I der Strahlung als Funktion der Zeit; die
Endintensität der Strahlung ist gleich 100 gesetzt, und die Zeit vom
Aufhören der Erhitzung an gerechnet. Tabelle I (Fig. 14, Kurve I)
bezieht sich auf die Gesamtstrahlung eines Radium-Baryumchlorids.
Tabelle II (Fig. 14, Kurve II) bezieht sich auf die durchdringende
Strahlung eines Radium-Baryumsulfates, bei dem man die Intensität der
durch 3 cm Luft und 0,01 mm Aluminium hindurchgegangenen Strahlung maß.
Beide Präparate waren 7 Stunden lang auf Kirschrotglut erhitzt.