Thoroxyd, 6,0 mm dick 0,70

Thorsulfat, 0,25 mm dick 0,38

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Bei den Uranverbindungen ist die Absorption dieselbe, welches auch immer

die benutzte Verbindung sei, woraus der Schluß zu ziehen ist, daß die

von den verschiedenen Verbindungen emittirten Strahlen von gleicher Art

sind.

Die Eigentümlichkeiten der Thorstrahlung sind bereits Gegenstand sehr

ausführlicher Untersuchungen gewesen. Herr Owens[26] hat gezeigt, daß

man einen konstanten Strom in einem geschlossenen Apparat erst nach

ziemlich langer Zeit erhält, und daß die Stromstärke sehr stark durch

die Wirkung eines Luftstroms reducirt wird (was bei den Uranverbindungen

nicht der Fall ist). Herr Rutherford[27] hat analoge Versuche gemacht

und sie dahin interpretirt, daß das Thor und seine Verbindungen nicht

bloß Becquerelstrahlen aussenden, sondern auch eine aus außerordentlich

feinen Partikeln bestehende Emanation, die einige Zeit lang nach ihrer

Emission radioaktiv bleibt und von einem Luftstrom mit fortbewegt werden

kann.

Die Eigentümlichkeiten der Thorstrahlung, die sich auf die Schichtdicke

und die Wirkung eines Luftstromes beziehen, sind eng verbunden mit der

Erscheinung der inducirten Radioaktivität und ihrer Fortpflanzung von

Schicht zu Schicht. Diese Erscheinung ist zuerst am Radium beobachtet

worden und soll weiter unten beschrieben werden.

Die Radioaktivität der Uran- und Thorverbindungen stellt eine

Eigenschaft der Atome dar. Herr Becquerel[10] beobachtete bereits, daß

alle Verbindungen des Urans aktiv sind, und schloß daraus, daß ihre

Aktivität durch die Gegenwart des Elements Uran bedingt sei; er zeigte

ferner, daß das Uran stärker aktiv ist als seine Salze. Ich habe von

diesem Gesichtspunkt aus die Uran- und Thorverbindungen untersucht und

eine große Anzahl von Messungen ihrer Aktivität unter verschiedenen

Bedingungen ausgeführt. Es folgt aus allen diesen Messungen, daß die

Radioaktivität dieser Substanzen tatsächlich eine Eigenschaft des Atoms

ist. Sie scheint hier eng verknüpft mit der Anwesenheit der Atome der

beiden betrachteten Elemente und wird weder durch Änderung des

physikalischen Zustandes, noch durch chemische Umwandlungen zerstört.

Die chemischen Verbindungen und Mischungen, welche Uran und Thor

enthalten, sind um so aktiver, je mehr sie von diesen Metallen

enthalten, indem jede unaktive Substanz einerseits als träge Beimengung

wirkt, andrerseits einen Teil der Strahlung absorbirt.

d) Ist die Radioaktivität der Atome eine allgemeine Erscheinung?

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Wie bereits oben gesagt, habe ich danach gesucht, ob andre Substanzen

außer den Uran- und Thorverbindungen aktiv wären. Ich ging bei diesen

Untersuchungen von der Idee aus, daß es sehr wenig wahrscheinlich sei,

daß die Radioaktivität als Eigenschaft der Atome betrachtet, nur einer

bestimmten Art von Materie zukomme, unter Ausschluß aller übrigen. Die

Messungen, die ich gemacht habe, erlaubten den Schluß, daß für die

augenblicklich bekannten chemischen Elemente, incl. die allerseltensten

und unsichersten, die von mir studirten Verbindungen wenigstens 100mal

weniger aktiv in meinem Apparat wären als das metallische Uran. Von den

bekannteren Elementen habe ich verschiedene Verbindungen untersucht, von

den seltenen Körpern nur diejenigen Verbindungen, die ich mir gerade

verschaffen konnte. Folgendes ist die Liste der Substanzen, die ich als

Element oder in Verbindung untersucht habe:

1. Alle Metalle und Nichtmetalle, die leicht erhältlich sind, und

einige seltenere in ziemlich reinem Zustand aus der Sammlung von

Herrn Etard an der ȃcole de physique et de chimie industrielles de

la ville de Paris«.

2. Die folgenden seltenen Körper: Gallium, Germanium, Neodym,

Praseodym, Niobium, Skandium, Gadolinium, Erbium, Samarium und

Rubidium (von Herrn Demarçay geliehen); Yttrium, Ytterbium mit

Neoerbium (von Herrn Urbain geliehen).[^2]

Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen von Marie Curie, übersetzt und mit Litteratur-Ergänzungen versehen von W. Kaufmann · 第 6 / 32 题