Von dieser weit — von Vorderindien bis Tasmanien — verbreiteten Art
standen mir zur Verfügung Exemplare von Port Darwin (N Australien) 5
(Stuttgart), Jobi (Insel im Norden von NW Neu Guinea) 3, Java (SW) 1,
Sumátra (NO) 1.
Kopf: Der obere Nasenlochrand tritt wulstig hervor und ist mit
Höckerchen besetzt, nach abwärts fliesst er in der Medianlinie mit dem
der anderen Seite zu einer kurzen Leiste zusammen. Letztere besonders
deutlich an dem Exemplare von Sumátra, demnächst an denen von
Australien. Oberlippe sehr dick, mit circa 10 tiefen senkrecht zum
Mundrande stehenden Falten. — Spatelhaare sehr typischer Form mässig
zahlreich auf dem Felde zwischen Nasenlöchern und Mundrand, doch erst
unterhalb der medianen Leiste. Am seitlichen Mundrande weniger
zahlreich, zu je 2–8 auf den Kämmen der Falten bis nahe an den
Mundwinkel, in den Furchen nicht. Form hier, je weiter seitwärts, um so
weniger typisch, doch vorwiegend noch mittel, aber auch Übergänge zu
Borsten einfacher Art (Fig. 11, 17 auf Tafel X). In den seitlichen
Parthieen des Gesichts entfernt vom Mundrande keine Spatelhaare, wohl
aber in den medianwärts gelegenen Theilen oberhalb der Nase bis gegen
die Ohren hin und zwar hier vorwiegend längere dicke Borsten wenig
ausgeprägter Form (wie in Fig. 14, 15, Tafel X). — Auf dem Unterkiefer
bei den Exemplaren von Port Darwin zerstreut in zwei Gruppen nahe dem
Mundwinkel, bei denen von Neu Guinea und Java vereinzelt hier und da,
bei dem von Sumátra fehlend. Diese Borsten dick und wenig typisch,
ähnlich Fig. 25, Tafel X.
Füsse: Die Felder am äusseren Rande der ersten und fünften Zehe dicht
bestanden mit Spatelhaaren meist wenig ausgeprägter, seltener der
mittleren sich nähernder Form. Vom proximalen zum distalen Ende des
Feldes nehmen die Haare an Länge zu, so dass sie z. Th. denen von
Cheiromeles (Tafel X, Fig. 6) gleich kommen, doch sind diese langen
Formen am Ende nur ganz wenig verbreitert. — Die langen (bis gegen 1
cm) gekrümmten Haare, die sich auf der Dorsalseite der Nagelglieder
aller Zehen finden, endigen zugespitzt, sind aber wie die Spatelhaare
hell und glatt. Vollständige Übergänge zwischen beiden Haarformen habe
ich indessen nicht beobachtet. Dies gilt auch für die folgenden Arten.
Horsfield in den Zoolog. Researches, London 1824 bemerkt über das
Gesicht seines N. tenuis (= plicatus) unter „Character naturalis“:
„Labrum laxum plicatum ... verrucis pluribus rugosum, setisque obtusis
obsitum [104].“ Und später: „The lips and lateral parts of the face are
extremely rough, being covered with numerous minute warty points, which
are individually terminated by a short stiff bristle[104].“ Vermuthlich
sind hier die Spatelhaare nebst der muldenartigen Vertiefung der Haut
an ihrem Grunde gemeint.
Ganz klar und zutreffend sind dagegen die Felder an den Füssen
beschrieben (Horsfield, Zool. Research. 1824, Nyctinomus tenuis): „A
series of delicate hairs, about one line in length, extends along the
whole of the exterior side both of the thumb and of the little finger;
a few hairs of a greater length are scattered through these and
likewise stretch forward, and spread over the claw. These hairs rise
nearly erect or vertically from the finger, and are not directed
horizontally outward, as in Cheiromeles. The separate hairs are bent or
hooked at the extremity; their colour is silvery gray. This regularly
defined series of hooked hairs must not be confounded with the long lax
hairs which are observed in all the fingers of the Nyctinomi, and
which, according to M. Geoffroy, must also be placed among the generic
characters.“