42. CERVUS MOLUCCENSIS Q. G.

a, b. Schädel, mas und fem., von Tomohon, Minahassa, Nord Celébes,

III 94.

c. Schädel, fem., von der Insel Djampea im Süden von Celébes.

d–x. 20 Geweihe: 1 von Kema (Nord Celébes), 3 von Tomohon (Nord

Celébes), 1 aus der Minahassa, 3 von der Insel Djampea, 12

ohne nähere Bezeichnung aus der Umgebung des Tominigolfes

(in Gorontalo gekauft).

Rörig (Geweihslg. 1896, 49) hat neuerdings den Hirsch von Celébes nach

einem Geweih artlich als „C. celebensis?“ abgetrennt und (l. c. Fig.

19) abgebildet; er sagt: „Die Geweihform dieser Species unterscheidet

sich insofern von den eben beschriebenen (equinus), als die von der

Hauptstange abgehende Sprosse nicht hinten oder innen, sondern an der

Aussenseite sich abzweigt, so dass die dadurch entstehende Gabel nicht

seitlich, sondern vorn offen ist. Die Träger dieser Geweihe bilden in

Bezug hierauf somit den Übergang zu denjenigen Hirschen, bei denen jene

Sprosse auf der Vorderseite der Stange entspringt und auch nach vorn

gerichtet ist, wie wir es z. B. bei den Molukkenhirschen wahrnehmen“

(vgl. auch seine schematische Tafel zu S. 16). Lydekker (Deer of all

Lands 1898, 166) nennt den Celébeshirsch C. hippelaphus moluccensis (Q.

G.) und nimmt auf Rörig keine Rücksicht. Weber (Zool. Erg. I, 112 1890)

führte nach Geweihen den Celébeshirsch als Russa russa S. Müll. ausser

von Süd Celébes von der Insel Saleyer auf, Hickson (Nat. Cel. 1893, 69)

von der Insel Talisse im Norden von Celébes.

Das Sarasinsche Material zusammen mit dem des Dresdner Museums zeigt,

dass Rörigs Abtrennung der Celébesform von moluccensis nicht

gerechtfertigt ist. Auch ich erbeutete in Süd Celébes ein grosses

Geweih, das die von Rörig namhaft gemachten Charaktere exquisit zeigt,

dagegen andere vom Norden und Süden, die moluccensis entsprechen. Unter

den Sarasinschen sind solche, die sich als Übergänge erweisen. Es ist

nicht möglich, die von Rörig beschriebene Geweihform als Altersform

anzusehen, da z. B. ein junges Exemplar von moluccensis, das ich von

Ternate mitbrachte, den Charakter bereits vorzüglich aufweist. Es giebt

auch Geweihe, deren eine Stange mehr zu moluccensis, die andere mehr zu

„celebensis“ hinneigt. Das Geweih dieses Hirsches variirt jedenfalls

stark. Ein Fell aber, das das Dresdner Museum von Nord Celébes besitzt,

stimmt sehr gut mit der Abbildung von Quoy & Gaimard (Voy. Astr. 1833 I

pl. 24, Text 1830 I, 133), die einen Hirsch von Buru darstellt, so dass

ich an der Artzusammengehörigkeit nicht zweifle.

Die Herren Sarasin hatten den Eindruck, als ob, nach dem Geweih zu

urtheilen, der nördliche Celébeshirsch grösser sei als der südliche,

das Dresdner grosse Geweih vom Süden bestätigt dies nicht, allein

Endgültiges lässt sich jetzt noch nicht sagen. Wie Graafland (Minahassa

2. Aufl. 1898 App. p. V) mittheilt, wurde der Hirsch erst Anfang der

dreissiger Jahre dieses Jahrhunderts in die Minahassa eingeführt, die

Sprachen dieser Gegend haben daher auch keine ursprüngliche Bezeichnung

für ihn. Man wird ihn wohl von den Ländern der Tominibucht angebracht

haben. Im Süden ist er sehr häufig, wie ich gelegentlich einer grossen

Treibjagd im Jahr 1871 bei Tanette erfuhr; Hirschjagden spielen

daselbst eine grosse Rolle; der Hirsch wird auf ungesatteltem Pferde

mit dem Lasso gejagt. Der Gouverneur von Süd Celébes, Bakkers, erzählte

mir, dass bei einer Treibjagd in Goa 750 Hirsche auf einmal erlegt

worden seien. Graaflands citirte Angabe verdient zweifellos alles

Vertrauen, da er ein grosser Kenner der Minahassa ist, seine

Bemerkungen über die Thiere des Landes aber, die er l. c. p. III-XLV

macht, sind nur mit Kritik zu benutzen, und er hätte besser gethan,

alle lateinischen Namen wegzulassen, da kaum ein fehlerloser darunter

ist.

Die Sarasinschen Djampea-Geweihe ähneln vieren von Buru im Dresdner

Museum, das ausserdem je ein Exemplar von Halmahéra und Ternate

besitzt; eines der Buru-Exemplare und das von Ternate (wie bemerkt)

weisen den von Rörig seinem „celebensis“ zugeschriebenen Charakter auf,

was weiter gegen die versuchte Abtrennung spricht. Quoy & Gaimard

bildeten den Hirsch (juv.) auch von Ambon ab (l. c. pl. 25 und p. 134).

Lydekkers Abbildung von moluccensis (l. c. pl. XII) nach einem

Exemplare des Britischen Museums ohne sichere Herkunft, im Winterpelze,

differirt sehr von der Quoy & Gaimardschen Abbildung des Buru- (l. c.

pl. 24) und des Ambon-Hirsches (pl. 25). Keinenfalls ist moluccensis

genügend bekannt, um bereits ein sicheres Urtheil aussprechen zu

können, zumal der Verbreitungsbezirk ein relativ grosser und der Hirsch

noch nicht von allen in Frage kommenden Inseln bekannt ist.

Auch auf Banggai kommt ein Hirsch vor.

Säugethiere vom Celebes- und Philippinen-Archipel · 第 142 / 190 题