21. NYCTINOMUS SARASINORUM N. SP.

Tafel IV Fig. 4–6, Tafel X Fig. 3, 4 und 28, und Tafel XI Fig. 2 und 2

a

N. brevipilosus, supra castaneus, subtus cinnamomeus; alis fuscis;

auriculis rotundatis, conjunctis; labris crassis, mediocriter

rugosis; alis medio tibiarum affixis; cauda ultra medium libera;

praemolari superiore unico, incisivis quatuor inferioribus anguste

insertis, mediis bifidis.

Long. tot. c. 100 mm, antibr. 40 mm. — Habitatio: Celébes.

a. fem., in Spiritus, Batulappa, nördlich vom See von Tempe, SW

Central Celébes, VIII 95.

Oberseite kastanienbraun (Ridgw. IV, 9), sammetartig, Unterseite

zimmetfarben (R. III, 20), die Haare mit helleren Spitzen. Flughäute

bräunlich; dorsale Oberfläche: Schulterflughaut spärlich mit

kastanienbraunen Haaren besetzt, Fingerflughaut mit ebensolchem

Haarstreifen aussen am Vorderarme, desgleichen ist die proximale Hälfte

des Metacarpus des 5. Fingers mit solchen Härchen besetzt, wie auch der

Aussenrand auf der Lendenflughaut und die proximale Hälfte der

Schenkelflughaut (alles dies jedoch deutlich nur am getrockneten

Exemplare sichtbar); ventrale Oberfläche so gut wie nackt, nur an den

Körperseiten setzt sich ein zimmetfarbener Haarsaum auf sie fort. Die

Lendenflughaut inserirt an der Mitte der Tibia, die Schenkelflughaut am

distalen Drittel des Sporns, sie ist, besonders an der Unterseite, quer

gefaltet. Ohren median durch einen 4 mm hohen, dorsal behaarten

Hautwulst vereinigt; Innenrand des Ohres stark convex, Spitze ganz

abgerundet, Aussenrand oben ziemlich gerade, unten convex, crus helicis

lappig, breit, umgebogen, Tragus sehr klein, oberer Rand convex,

innerer concav, äusserer oben convex, unten concav, mit einem Zacken;

Antitragus etwas eckig, durch einen tiefen Einschnitt hinten

abgetrennt; Behaarung der Ohrmuscheln schwach, dorsal fast nur an den

proximalen Parthieen behaart, ventral nackt bis auf einen

kastanienbraunen Haarstreifen an der dorsalen Fläche des crus helicis,

von da quer nach oben und hinten zur Ohrspitze ziehend. Die ganze

Hautparthie hinter dem Verbindungsbande der inneren Ohrränder (dorsale

Fläche der Ohrenbasis) bis zur Stirn so gut wie nackt, und zwar in

einer Ausdehnung von 6 mm von vorn nach hinten und von 11 mm in der

Quere, so dass die mediane, nach hinten offene, taschenförmige

Einsenkung offen liegt. Schnauze mässig breit, stumpf, vorn schräg nach

hinten und unten abgeschnitten. Nasenlöcher mit scharfem oberen Rande,

der median nach vorn spitz zusammenläuft, mit schwacher Einsenkung

dazwischen. Die borstigen Haare der Schnauze, besonders die ihrer

Unterseite, an der Spitze verbreitert [78]. Oberlippe dick, vertical

gerunzelt, aber nicht so faltig wie bei N. plicatus (Buch, Ham.).

Bezahnung. Die beiden oberen Incisiven stehen etwas weiter auseinander

als bei N. plicatus (0.7 mm), es ist nur ein oberer Praemolarzahn

vorhanden, und er ist vom Caninus durch ein Diastema getrennt, p 2 inf.

ist nur ½–⅔ so gross wie p 1 inf., die zwei mittleren unteren Incisiven

sind zweilappig und stehen in der Richtung des Kiefers, die zwei

äusseren sind abgerundet und stehen theilweise dahinter und quer.

Zitzen 5 mm unter der Achselhöhle.

Keine Kehlgrube (beim Weibchen!).

Maasse:

Kopf 25 mm

Körper 45 ,,

Ohr 21 × 15 ,,

Tragus (Länge von der Zacke an gemessen) 2 × 1.2 ,,

Humerus 29 ,,

Vorderarm 40 ,,

Dig. 1 mit Kralle 8.5 ,,

,, 2 (40 + 2) 42 ,,

,, 3 (39 + 18 + 15 + 7.5) 79.5 ,,

,, 4 (37.5 + 14 + 10 + 1.7) 63.2 ,,

,, 5 (23.5 + 11.5 + 4 + 1.6) 40.6 ,,

Femur 16 ,,

Unterschenkel 14.5 ,,

Fuss mit Krallen 13 ,,

Sporn 8 ,,

Schwanz (davon frei 23 mm) 34 ,,

Auf Tafel IV Fig. 4 ist eine dorsale Ansicht des ganzen Thieres in

natürlicher, Fig. 5 die des Kopfes von der Seite in doppelter, Fig. 6

die des Tragus in vierfacher Grösse.

Nyctinomus sarasinorum schliesst sich zwar N. plicatus (Buch. Ham.) an,

allein ist doch wesentlich davon verschieden. Abgesehen von den

Dimensionen und der Färbung, in der Bezahnung, da plicatus 2 obere

Praemolaren hat, und die unteren Incisiven anders gestellt und geformt

sind, in dem Ansatze der Lendenflughaut in der Mitte der Tibia, statt

am unteren Ende wie bei plicatus, in der Behaarung der Flügelhäute, die

bei plicatus nackt oder so gut wie nackt sind (wenigstens bei den mir

vorliegenden Exemplaren), in der partiellen Nacktheit der Kopfhaut, und

in Anderem.

Es könnte auffallend erscheinen, dass auf Celébes eine andere Form des

weit verbreiteten N. plicatus lebt, allein ich zweifle nicht, dass bei

näherem Eingehen auf ein genügend grosses Material von vielen Fundorten

verschiedene Rassen oder Subspecies unterschieden werden können. Dobson

(Cat. 1878, 425) gab die Verbreitung von Vorderindien bis zu Bórneo und

den Philippinen an, Peters & Doria (Ann. Mus. Gen. XVI, 35 1881)

führten Exemplare von Jobi, im Norden von Neu Guinea auf — es war dies

jedoch nicht der erste Molosside von Neu Guinea, wie diese Autoren

meinten, da schon N. australis (Gray) von Neu Guinea bekannt war

(Dobson Cat. 1878, 434) —, Leche (PZS. 1884, 51), solche von Süd

Australien und Nord Tasmanien, Jentink endlich (Cat. MPB. XII, 202

1888) ein junges von Timor. Mir liegen nur 3 Exemplare von Jobi und je

eines von Sumátra, Java und NW Australien vor, die von Jobi und

Australien sind dunkelbraun oben (R. III, 1), etwas heller unten (R.

III, 6), das von Sumátra ebenso, aber gesättigter, das von Java wie die

Jobi-Exemplare, unten jedoch mit weisslichen Haarspitzen. Buchanan

(TLS. V, 161 1800) sagte von Exemplaren von Bengalen: „The hair is

mixed with ash colour, and is paler below than on the back“; Horsfield

(Zool. Res. Java Nr. V 1824) von javanischen: „The body is deep brown,

inclining to sooty black; intense above, and grayish underneath“;

Temminck (Mon. Mam. I, 223 1827) von britischindischen: „Le pelage est

... d’un fauve cendré“; Cantor (JASB. XV, 179 1846) von

hinterindischen: „Back of a velvety snuff colour, becoming a shade

lighter on the underparts“; Blyth (l. c. XX, 517 1853) von

britischindischen: „Nearly as dark-coloured as the Malayan race ...,

which, we think, differs not otherwise than in being constantly of a

much darker hue than the ordinary ... plicatus of India“; Dobson (Cat.

1878, 425) sagt ganz allgemein, was gewiss nicht zutrifft: „Above black

or smoke black, beneath somewhat paler“; Blanford (Fauna Br. Ind. Mam.

1888–91) von britischindischen Exemplaren: „Fur brownish black to

greyish brown above, sometimes the same but generally paler below,

basal portion of the hair lighter in colour“. Es liessen sich diese

Auszüge noch vermehren, ohne dass damit eine grössere Übereinstimmung

oder Klarheit erzielt würde, was den Gedanken stützt, dass hier von

verschiedenen Rassen die Rede ist, wie ja Blyth schon von einer

constant dunkleren maleischen Rasse sprach. Das Maass des Vorderarms

giebt Dobson allgemein mit 49.5 mm (1.95 inch.) an, die mir

vorliegenden Jobi-Exemplare messen 45, das Exemplar von Java 46, das

von Sumátra 42, das von Australien 49 mm (gegen 40.5 bei N. sarasinorum

von Celébes).

Interessante Mittheilungen über die massenhaften Flüge von N. plicatus

aus Höhlen in Barma machte kürzlich A. R. S. Anderson in dem

„Administration Report of the Marine Survey of India“ 1897/8 (nach

einem Referat in Nat. Sc. XIV, 259 1899).

In Bezug auf die Bezahnung mit nur éinem oberen Praemolaren gleicht N.

sarasinorum den Arten der Untergattung Mormopterus Ptrs. (PZS. 1865,

468) von Madagaskar, Südost Afrika etc., allein sonst weicht er in den

meisten in Frage kommenden Punkten von ihnen ab. Dobson (Cat. 1878,

442) hat schon hervorgehoben, dass man auf die Zahl der oberen

Praemolaren hier keine Untergattung gründen und N. norfolcensis (Gray)

von der Norfolk Insel und Australien [N. wilcoxi (Krefft)] mit 2 oberen

Praemolaren nicht von Mormopterus trennen könne (Thomas beschrieb Ann.

Mus. Gen. 1897, 609 N. loriae von S Neu-Guinea, der norfolcensis nahe

steht). Später hat Peters selbst (Mb. Ak. Berl. 1881, 482) das Fehlen

von p 2 sup. als entscheidenden Charakter zurückgezogen, aber zugleich

Mormopterus zu einer Gattung erhoben unter Namhaftmachung anderer

Unterschiede und Hinzuziehung einiger anderer Arten. Das Fehlen von p 2

sup. ist eine Folge der Resorption des für ihn bestimmten Materiales

seitens der Nachbarzähne, c sup. und p 1 sup. (daher auch meist das

Diastema), ein Process, der sich bei manchen Arten einer Gattung schon

vollzogen hat, bei anderen noch nicht. Ein Vorstadium dazu ist es, wenn

p 2 sup. deciduös ist; Dobson (Cat. 1878, 431) erwähnt dies bei N. mops

(F. Cuv.) von Sumátra, und dasselbe kommt bei N. plicatus vor, denn bei

dem erwähnten Exemplare dieser Art von Sumátra fehlt er.

Säugethiere vom Celebes- und Philippinen-Archipel · 第 100 / 190 题