a. mas sen., Balg mit Schädel, Loka, c 1300 m am Pik von Bonthain,
Süd Celébes, 21. X 95 (Tafel I und II).
b. mas juv., Balg mit Schädel, Barabatuwa bei Pankadjene, Süd
Celébes, 30. VI 95.
c. mas ad., Haut mit Schädel, in Spiritus, Süd Celébes.
d. mas ad., Skelet, Gowa bei Makassar, Süd Celébes.
e. juv., Skelet, Makassar, Süd Celébes.
Exemplar a ist, der Grösse und Färbung (Tafel I c. ⅓ n. Gr.), sowie dem
Schädel (Tafel II ¾ n. Gr.) nach, ein Greis. Bräunlich, Kopf heller,
Rücken dunkler (Ridgway III 1, vorn mehr III 3; Radde 29b, am Rücken
und an den Extremitäten dunkler [67]. Haare des Nackens und Oberrückens
sehr lang, bis 10 cm und darüber, stark mit Weiss gemischt, Unterrücken
mit nur wenig weissen Haaren, am Gesässe weisslich, viel heller als das
von mir Abh. Ber. 1896/7 Nr. 6 Tafel I, 5 abgebildete Exemplar von
Tonkean, Hinter- und Innenseite der Oberschenkel grau, Vorderhals und
Oberbrust hellgrau. Die oberen Extremitäten aussen bräunlich, ebenfalls
stark mit Grau melirt, Hand grau und weiss, Vorderarm innen weiss; am
Unterschenkel wenig Weiss, Hinterhand stark grau und weiss behaart,
Augenbrauen mit viel Weiss, Wangen, Bart, Kinn, Kehle stark melirt. Im
Ganzen liegt ein bräunliches Exemplar mit weisser und grauer Zeichnung
vor gegenüber dem erwähnten schwarzen, mit Grau gezeichneten von
Tonkean. — Die Maasse sind am Balge nicht mit Sicherheit zu nehmen, da
das Skelet fehlt: Vom Vertex zum Anus c 520 mm, von der Lippe zum Anus
(alle Krümmungen mitgemessen) 720, Hinterhand 165. Schädelmaasse:
Grösste Länge 143 mm, Jochbogenbreite 92, Breite am proc. zygom. os.
front. 71.5, geringste Breite zwischen den Augenhöhlen 6.5, Breite an
den Alveolen der Caninen 35.6, geringste Breite am Pterion 44.4,
grösste Breite am Pterion 55.
Exemplar b ist durchweg bräunlich, an den Extremitäten zum Theil
heller, am Gesäss, an der Innenseite des Oberschenkels und an der Kehle
graubräunlich. Maasse am Balge nicht gut zu nehmen. Hinterhand c 150
mm.
Exemplar c. Färbung wie b.
Exemplar d. Maasse: Grösste Länge des Schädels 131 mm, Jochbogenbreite
87, Femur 196, Tibia 171, Humerus 169, Radius 175. 12 Caudalwirbel
(Abh. Ber. 1896/7 Nr. 6 p. 3 habe ich irrthümlich 9 Caudalwirbel statt
12 für das Tonkean-Exemplar, 7 statt 10 für das Parepare-Exemplar
angegeben).
Es ist nicht ohne Interesse durch den genauen Fundort von a zu
erfahren, dass dieser Affe auch in einer Höhe von 1300 m lebt. Everett
beobachtete ihn, wenn ich ihn recht verstehe, ebenda zwischen 6000 und
7000 Fuss (NZ. III, 150 1896), und die Herren Sarasin bemerken, dass er
bis auf die höchsten Grate des Berges, c 9800 Fuss, gehe, wo es schon
empfindlich kalt sein kann. Die starke und dicke Behaarung mag ihn
genügend schützen, und es bleibt zu konstatiren, ob so alte Exemplare
aus der Ebene, wo die Art auch lebt — denn Sarasins erhielten sie in
Makassar recht häufig aus dem Gowaschen — einen ebenso dicken Pelz
haben. Bis jetzt sind mir nur jüngere Individuen aus der Ebene
untergekommen, vielleicht dass Ex. g des Leidener Museums (Cat. MPB.
VI, 118 1876 und XI, 32 1892) alt genug wäre, um den Vergleich zu
gestatten, allein es ist ohne Fundort.
Das grosse alte Männchen vom Pik von Bonthain, das die Herren Sarasin
als seltenes Jagdstück erbeuteten, erweitert unsere Kenntniss dieser
immer noch ungenügend bekannten Art von Celébes in, wenigstens für
mich, unerwarteter Weise. Ich hatte das grosse adulte Männchen von
Tonkean, Nordost Celébes, das ich Abh. Ber. 1896/7 Nr. 6 p. 3 beschrieb
und Tafel I 5, II 1–2, III 1–2 abbildete, trotz seiner schwarzen
Extremitäten (die auch das junge Weibchen von da — Tafel I 4 — aufwies)
für einen alten M. maurus angesehen, wenn ich auch (S. 4) hervorhob,
dass weiteres Material nöthig sei, um klar zu erkennen, ob die graue
Phase an Unterarm und Unterschenkel auch übersprungen werden könne, und
wenn ich auch ferner hervorhob, dass adulte schwarzgliedrige Exemplare
bis jetzt überhaupt noch nicht bekannt geworden seien (S. 3). Ich nahm
in Folge dessen an, dass M. maurus über ganz Celébes mit Ausschluss der
nördlichen Halbinsel, wo Cynopithecus niger (Desm.) und nigrescens
(Temm.) hausen, vorkomme. Das grosse alte Exemplar vom Pik von Bonthain
aber zeigt nun, dass das, wenigstens bezüglich der nordöstlichen
Halbinsel, nicht zutrifft. Hier lebt eine andere Art. Sie ist schlank
und schwarz, die vom Süden dagegen gedrungen und bräunlich, mit Grau an
den Extremitäten. Selbst ein sehr altes Individuum von Nordost Celébes
mit weissen Altershaaren würde nie so braun sein können wie das
Bonthain-Exemplar, während die Differenz in der Farbe des Gesässes und
der Parthien darunter vielleicht als Altersdifferenz angesehen werden
kann. Ebenso differiren die Schädel und die Bezahnung. Bei fast
gleicher Schädellänge: 143 gegen 144 (Tonkean), sind alle Maasse
kleiner bei dem älteren Bonthain-Exemplare (vgl. obige Maasse gegen die
l. c. Seite 3 gegebenen), die knöcherne Nasenöffnung ist breiter, die
fossa canina viel flacher, das os zygomaticum lange nicht so weit
ausladend, der ganze Schädel graziler, was neben weiteren anderen
Differenzen auch aus der Abbildung erhellt. Dem hohen Alter
entsprechend sind alle Schädelnähte geschlossen, die crista sagittalis
und occipitalis sehr stark entwickelt, die Zähne hochgradig abgenutzt,
aber viel graziler, die Länge der Zahnreihen kürzer: p 2 bis m 3 sup.
[68] 33.4 mm gegen 37.2 bei dem Tonkean-Exemplar. In der Abbildung
erscheint die norma facialis (Tafel II Fig. 1) kürzer als bei dem
Tonkean-Exemplare (l. c. Tafel II Fig. 1), was aus der überhaupt
anderen Schädelconfiguration resultirt, besonders aber steigt das
Schädeldach weniger an (siehe norma lateralis, Fig. 2 in beiden
Fällen), wodurch sich die norma facialis verkürzt [69]. Die grössere
Schlankheit des Tonkean-Affen kommt deutlich in den Maassen der
Extremitätenknochen zum Ausdrucke gegenüber den Maassen des vielleicht
älteren Exemplares von Parepare, die ich l. c. Seite 3 gab, und
gegenüber denen des ziemlich gleichaltrigen Ex. d (s. oben). Von dem
alten Bonthain-Männchen liegen die Knochen nicht vor.
Nach alledem ist eine Identificirung beider Formen ausgeschlossen, und
ich trenne daher die von Tonkean in Nordost Celébes ab als