1839 Waterhouse P. Z. S. 107
1841 Eydoux-Soleyet-Gervais Voy. Bonite Zool. I, 43–50 Pl. 7
fig. 3–8, Pl. 8
1843 Schreber-Wagner Säugethiere Spl. III, 455
1854 Gervais Mammifères 399 m. Abb.
1855 Giebel Säugethiere 579
1855 De la Gironnière Aventures 386
1885 Jordana Bosquejo geogr. Fil. 167
1890 Nehring SB. Ges. naturf. Berlin 102 (pallidus) und 153 (var.
pallida)
1890 A. B. Meyer Zool. Garten 195
1890 Steere List ... Mamm. 29
1891 A. B. Meyer Leipz. Illustr. Ztg. Nr. 2479 p. 21 m. Abb. [57]
1894 Nehring SB. Ges. naturf. Berlin 179 (pallidus)
1895 Elera Cat. sist. Fil. I, 21 (albayensis).
Bis auf die neuere Zeit war Phlœomys cumingi ein in Museen seltenes
Thier, erst Dr. Schadenberg brachte es mehrfach und gab Anderen die
Anregung es zu sammeln. So erhielt Dresden von ihm 17 Exemplare von
Luzon (4) und Marinduque (13), allein ehe nicht die auf benachbarten
Inseln etwa vorkommenden bekannt sein werden, lässt sich nichts
Abschliessendes über diese den Philippinen eigenthümliche und
charakteristische Form, die eine eigene Subfamilie bildet, aussagen.
Elera führt einen Phl. albayensis von Mindoro und Luzon auf, wodurch
die Artberechtigung schon Misstrauen erregt, abgesehen davon aber kann
ein nomen nudum nicht in Betracht gezogen werden. Diese heutzutage
allgemein verlassene Manier, nur durch einen Namen einer neuen Art
Geltung verschaffen zu wollen, scheint Elera seinem in dieser Beziehung
berüchtigten Nachbar Pater Heude abgesehen zu haben! — Auf Tafel XII
sind die verschiedenen Färbungen der Dresdener Exemplare in circa ¼
natürlicher Grösse dargestellt, Figur 1–3 von Luzon, Figur 4–7 von
Marinduque. Alle Kleider abzubilden ist nicht möglich, da kaum zwei
gleich sind; dass aber auch andere wie jetzt im Museum vertreten
vorkommen, habe ich schon früher (Zool. Garten 1890, 197 und Abh. Mus.
Dresden 1894/5 Nr. 6 p. 1) hervorgehoben und ist bekannt; sie
durchlaufen alle Schattirungen von fast weissen Albinos durch Grau zu
Schwarzbraun, und verhalten sich bezüglich dieser grossen Variabilität
wie manche Phalanger und Lemuriden, Arten, die entweder ihr relativ
stabiles Gleichgewicht überhaupt noch nicht gefunden, oder die es
verloren haben. Das Haarkleid der Exemplare, die in Dresden ad max.
über 5 Jahre und 2 Monate, und vorher schon ad. max. 3 Jahre bei Dr.
Schadenberg auf Luzon in der Gefangenschaft gelebt haben, wurde weicher
und länger, wie das bei vielen tropischen Thieren im Gefangenleben in
rauherem Klima vorkommt, z. B. auch bei der so kurz- und glatthaarigen
Anoa. Die Veränderungen in der Färbung während der bis über 5jährigen
Gefangenschaft in Dresden waren zwar nicht wesentlich, allein Etwas
haben sie sich doch verändert, wie ein Vergleich der Abbildungen in der
Illustrirten Zeitung mit den jetzt ausgestopften Exemplaren lehrt.
Nehring hat (SB. Ges. naturf. Berlin 1890, 105) die hellen (Voy. Bonite
pl. 8) von den dunklen Luzon Exemplaren als Phl. pallidus oder Phl.
cumingi var. pallida abgetrennt (was ich nicht für berechtigt hielt:
Zool. Garten 1890, 199), und sich bald darauf (SB. Ges. naturf. Berlin
1890, 154) für letztere, später (1894, 180) aber für erstere
Bezeichnung ausgesprochen. Er nannte Phl. pallidus die helle Form von
Luzon und Marinduque, da er meinte, dass auf letzterer Insel nur diese
vorkäme, die als Art anzusehen sei, und zu der er die gleiche Form von
Luzon stellte, „sofern sie dort an bestimmten Localitäten für sich
auftritt“ (p. 182). Letzteres ist jedoch nicht nachgewiesen und nach
den bereits vorliegenden Thatsachen auch unwahrscheinlich. Ebensowenig
sind alle Marinduque Exemplare hell. Dr. Schadenberg theilte mir schon
früher brieflich mit, dass er sie mit dunkler Zeichnung von dort
besitze, und unter den 13, die er dem Museum nach und nach sandte, ist
z. B. ein Männchen mit sehr grossem braunschwarzen Sattel (2398 Fig.
4), das, bis auf mehr Braun am Kopf, identisch mit einem Männchen von
Nord Luzon (2082 Fig. 3) ist. Die anderen Marinduque Exemplare des
Museums, die zum Theile dieselben sind, von denen v. Moellendorff (bei
Nehring 1894, 180) spricht, darunter 4 junge, sind zwar im Ganzen
heller, zeigen aber, wie auch aus folgender Zusammenstellung
hervorgeht, zum Theile den dunklen Sattel mehr oder weniger
ausgesprochen (Nr. 6, 7, 13, 15, 16), während er bei 6 Exemplaren gar
nicht vorhanden ist. Die Altersbestimmungen sind nach den Schädeln
gemacht. Die Exemplare Nr. 1–4 entsprechen den vier von mir früher
(Zool. Garten 1890, 196) beschriebenen und (Ill. Ztg. 1891, 21)
abgebildeten, und zwar ist Nr. 1 der folgenden Liste = 1 im Zool.
Garten p. 196, Nr. 2 = 4, Nr. 3 = 2, Nr. 4 = 3. (Siehe Tabelle p. 31.)
Wie schon erwähnt, sind 4 und 5 fast gleich, und beweisen daher die
Identität der Nord Luzon und der Marinduque Form zur Genüge, aber es
sind auch 11 und 12 von Marinduque fast identisch mit Gervais’
Abbildung des Exemplares von Nueva Ecija auf Luzon, und da die
Übergänge zwischen beiden Formen und den anderen sonst bekannten
vorliegen, und diese verschiedenen Kleider, wie ja im engeren Sinne die
schon bis jetzt bekannten Marinduque Exemplare beweisen, sicherlich
nicht Localrassen entsprechen, so ist eine Trennung derselben von
einander nicht durchführbar. Nr. 13 und 15 sind ausgesprochene Albinos
mit ganz weissem Schwanze, die Halbalbinos haben nur die Spitze weiss,
die Exemplare mit dunklem Sattel wahrscheinlich alle auch die Spitze
schwarz (an Nr. 2 sind nur ein paar weisse Haare zu erkennen).
Dass die bis jetzt bekannten Marinduque Exemplare mit einer Ausnahme
mehr zu den helleren gehören, kann in Verschiedenem seinen Grund haben.
Es kann ein Zufall im Spiele sein, oder die Jäger haben stets aus
denselben Familien von denselben Schlupfwinkeln ihre Beute geholt, oder
die albinotischen Individuen sind wegen ihres minder guten Gesichtes
leichter zu erbeuten gewesen; es könnten aber auch auf Marinduque die
hellen Formen im Übergewicht über die dunklen sein. Selbst dies jedoch
würde nicht zur Abtrennung eines Phl. pallidus berechtigen, und
ebensowenig zu einer var. pallida, denn sonst müsste man viele solche
„Varietäten“ von Phlœomys, Crateromys, Didelphys, Phalanger etc.
benennen, was gewiss weder praktisch noch wissenschaftlich geboten
erscheint. Eine subspecifische, trinominale, Bezeichnung auf der
anderen Seite wäre nur dann berechtigt, wenn die betreffende Form sich
local abgrenzte, geographisch isolirt wäre, nicht wenn sie mit der
Stammform zusammen lebt. Auch wenn die „Aberration“ familienweise
aufträte und damit im engeren Sinne local begrenzt wäre, könnte man
sie, üblicherweise, nicht mit einem Namen belegen, noch wäre es
überhaupt wünschenswerth dies zu thun, abgesehen davon, dass ein
solches Zusammenleben in gleichgefärbten Stämmen bis jetzt weder
erwiesen noch wahrscheinlich ist. Es leben eben, wie überall sonst,
Albinos mit anderen zusammen, und damit ist auch das Zusammenvorkommen
aller Übergänge gegeben. Wie der Phlœomys der Zukunft aussehen wird,
lässt sich heute nicht bestimmen, vielleicht wird er weiss sein, wie
Gymnura candida Gthr. von Borneo (Jentink Notes Leyden Mus. III, 166
1881); wir können jetzt nur constatiren, dass die Art sich momentan in
sehr labilem Gleichgewichte bezüglich ihres Haarkleides befindet. Ob
der schwarzbraune Phlœomys oder der hellere mit dunklem Sattel und
solcher Kopfzeichnung als Stammform anzusehen ist, wird sich wohl bei
mehr Material herausstellen. Sattel- und Kopfzeichnung erscheinen
wesentlich, da, wie aus obiger Zusammenstellung ersichtlich ist, der
dunkle Sattel selbst bei Albinos und einem ganz Jungen vorkommt, die
dunkle Schnauzen- und Ohrzeichnung aber niemals bei den Dresdner
Exemplaren fehlt, so wenig wie die weisse Zeichnung zwischen Auge und
Ohr und an der Stirn, während die schwarzbraunen, soweit mir bekannt,
diese letzten nicht besitzen; wenn es sich dabei also nicht um
melanotische Individuen handelt, so könnten sie ebensogut die Stammform
repräsentiren. Diese Frage wage ich nicht zu entscheiden. Übrigens
weist, wie wir gleich sehen werden, Crateromys schadenbergi von Luzon
eine ähnliche Neigung zum Variiren auf. Immerhin aber ist im Freileben
eine solche Variationsbreite der Färbung bei Säugethieren etwas
Exceptionelles und kommt nur in relativ wenigen Gattungen vor.
Da das Skelett von Phlœomys cumingi noch nicht abgebildet worden ist,
so stelle ich auf Tafel XIII Figur 1 das des Weibchens 2235 (Nr. 2
obiger Liste, Figur 2 Tafel XII) in ⅔ n. Gr. dar. Figur 2 ist der
Penisknochen von 2082 (Nr. 4 obiger Liste, Figur 3 Tafel XII) in n. Gr.
====================================================================================================================================================================================
|Schnauzengegend
Laufende Nummer | |Augengegend
|Museums Nummer | | |Zwischen den Augen
| | Fundort | | | |Zwischen Auge u. Ohr
| | |Geschlecht, Alter | | | | |Ohrgegend
| | | |Vorwiegende Färbung | | | | | |Stirn
| | | | |Sattel | | | | | | |Oberkopf
| | | | | |Schwanz | | | | | | | |Abbildung Tafel XII
| | | | | | |Schwanzspitze| | | | | | | | |Abbildung Ill. Ztg. 1891
~~+~~~~~~+~~~~~~~~~~~~+~~~~~~~+~~~~~~~~~~~~~~+~~~~~~~~~~~~+~~~~~~~~~+~~~~~~~~~~~~~+~~~~~~~~~~~+~~~~~~~~~~~+~~~~~~~+~~~~~~~+~~~~~~~~~+~~~~~~~+~~~~~~~+~~~~~~+~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
1| 2453|N. Luzon. |m. ad. | grauweiss | schwarz, | schwarz | schwarz |schwärzlich|schwärzlich| weiss | weiss | braun- | weiss |schwarz|Fig. 1| gr. Ex.
| |s. v. Vigan,| | | gross | | | | | | | schwarz | | | |
| |a. d. G. | | | | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
2| 2235| ,, |f. ,, | ,, |schwärzlich,| ,, | schwarz |dunkelbraun|dunkelbraun| ,, | ,, | dunkel- | ,, | weiss |Fig. 2|kl. Ex. l.
| | | | | kleiner | | (ein paar | | | | | braun | | | |
| | | | | | |weisse Haare)| | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
3| 2083| ,, | ,, ,, | dunkel- |braunschwarz| ,, | schwarz | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ~~ |kl. Ex. in
| | | |chokoladen- | gross | | | | | | | | | | |der Mitte
| | | | weisslich | | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
4| 2082| ,, |m. ,, | hell- | ,, | ,, | ,, | braun | braun | ,, | ,, | braun | ,, | ,, |Fig. 3|kl. Ex. r.
| | | |chokoladen- | | | | | | | | | | | |
| | | | weisslich | | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
5| 2398| Marinduque | ,, ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | braun | ,, | ,, | ,, | braun |Fig. 4| ~~
| | | | | | | | | | | | | | | |
6|B 3090| ,, | ,, ,, | ,, | bräunlich | braun | weiss | bräunlich | bräunlich | weiss | ,, | ,, | ,, | weiss | ~~ | ~~
| | | | |angedeutet | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
7|B 3091| ,, |f. ,, | ,, | ,, |weisslich| fehlt | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | | | | | | | | | | | | |
8| 2397| ,, | ,, ,, | ,, | nicht | schwarz | weiss | braun | hellbraun | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, |Fig. 5| ~~
| | | | | vorhanden | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
9| 2445| ,, | ,, ,, | ,, | weiss | ,, | fehlt | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | | angedeutet | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
10| 2443| ,, |m. ,, | chokoladen- | nicht | ,, | ,, | ,, | braun | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | weisslich | vorhanden | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
11| 2395| ,, | ,, ,, | bräunlich- | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | weiss | | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
12| 2442| ,, | ,, ,, | ,, | ,, | ,, | weiss | ,, | hellbraun | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | | | | | | | | | | | | |
13| 2444| ,, | ,, ,, |hellbräunlich-| bräunlich, | weiss | ,, |hellbräun- |hellbräun- | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, |Fig. 6| ~~
| | | | weiss | gross | | |lichweiss |lichweiss | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
14| 2396| ,, | ,,jun.| hell- | nicht | schwarz | ,, | braun | hellbraun |weiss- |weiss- | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | chokoladen | vorhanden | | | | | lich | lich | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
15| 2393| ,, |? ,, |hellbräunlich-| bräunlich, | weiss | ,, |hellbräun- | weiss | weiss | weiss | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | weiss | gross | | |lichweiss | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
16| 2394| ,, |m. juv.| hell choko- | ,, | braun | fehlt | braun | braun | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, |Fig. 7| ~~
| | | | ladenweiss | | | | | | | | | | | |
| | | | | | | | | | | | | | | |
17|B 3092| ,, |f. ,, | grauweiss | nicht | braun | weiss | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ,, | ~~ | ~~
| | | | | vorhanden | | | | | | | | | | |
====================================================================================================================================================================================