Tafel X Figur 2 (unter ⅓ n. Gr.)

Diese Art hat bekanntlich einen grossen weisslichen Fleck jederseits am

Hinterhals und auch Schwarz an den Ohren. Von dem Weiss am Halse sagt

Anderson (Anat. Zool. Res. I, 252 1878): „The series in the Leyden and

Paris Museums from the Celebes prove that the white on the side of the

neck is not always present, for one specimen shows it disappearing and

in another there is no trace of it, and others lead from the one to the

other extreme, but when this neck spot is fully developed it forms a

great violet-white lappet.“ Mir liegen 16 Exemplare von Main (10),

Manado (1), Lotta (3) und Amurang (2) in der Minahassa, 2 von Gorontalo

und 2 von der Insel Lembeh bei Kema vor. Bei manchen Weibchen ist der

helle Fleck fast mehr ausgeprägt als bei den Männchen, allein dieser

Character hat, wie die Exemplare ergeben, Nichts mit dem Geschlechte zu

thun, auch Nichts mit der Jahreszeit oder der Localität, denn

Individuen z. B. vom Februar und von demselben Orte (Main) zeigen

weniger gut und sehr gut ausgeprägte Flecke. Anderson constatirte nur

die Thatsache des in verschiedenem Grad ausgeprägten Halsschmuckes bei

verschiedenen Exemplaren, wenn in seinen Worten auch vielleicht liegt,

dass er meint, der weisse Fleck variire in seiner Ausbildung

individuell, und es habe der Grad der Ausbildung keinen Bezug auf einen

andern Factor. Ich halte jedoch dafür, dass es ein Alterscharakter ist,

wenigstens hat ein kleines und, wie auch der Schädel beweist,

jugendliches Exemplar von Amurang (B 622) keine Andeutung des Weiss,

dagegen ein grosses und, wie der Schädel beweist, adultes von ebendaher

(B 621) einen gut ausgeprägten weissen Fleck. Ebenso ist ein Exemplar

von Main (B 2745) mit wenig ausgebildetem Flecke noch jünger, wie die

Zahnbeschaffenheit, die geringe Schädelgrösse und der Zustand der

Schädelnähte beweisen. Ich glaube daher, dass diese Exemplare meine

Auffassung begründen können. Auf der anderen Seite zeigt von den 2

Exemplaren von Gorontalo das eine (B 168) keine Spur von Weiss, und es

ist nach dem Schädel ein ganz altes Individuum, und das andere (B 857),

ebenfalls adult, hat den Fleck nur sehr schwach entwickelt. Dass die

oben namhaft gemachten 2 jungen Exemplare von Amurang und Main

innerhalb einer Serie von 18 (wenn wir die 2 von Gorontalo ausser

Betracht lassen) nur „zufällig“ kein oder wenig Weiss haben sollten,

scheint mir ausgeschlossen zu sein, und es muss daher für die

Gorontaloschen nach einer anderen Erklärung gesucht werden. Es ist nun

auffallend, dass die adulten Exemplare des Leidener Museums (Jentink:

Notes Leyden Mus. 1883 V, 130) von Panibi, Modelido und Limbotto bei

Gorontalo (Nr. 12, 13 und 16) auch wenig oder gar kein Weiss haben,

während die adulten Exemplare aus der Minahassa (Nr. 1–5) es gut

entwickelt zeigen. Allerdings haben die von Tulabello und Paguat im

Gorontaloschen (Nr. 9–11) das Weiss sehr gut entwickelt [55] und dieses

widerspricht dem, dass der weisse Fleck im Gorontaloschen fehle. Sollte

hier vielleicht eine Übergangsform von der typischen weissfleckigen der

Minahassa zu einer noch unbekannten ungefleckten südlicheren Form

vorliegen, wie Sc. tonkeanus vom Nordosten, aber mit Schwarz an den

Ohren? In der Berührungzone zweier solcher Subspecies dürfte der

betreffende Charakter mehr oder weniger ausgeprägt sein. Immerhin wird

man annehmen können, dass die weissfleckige Form sich aus der

ungefleckten differenzirt habe, da Junge der gefleckten noch heute

ungefleckt sind, wenn auch Sicherheit über diese Frage erst durch ein

grösseres Material gewonnen werden kann. Träfe meine Vermuthung nicht

zu, so läge in Sc. leucomus eine in Bezug auf die Halsflecke noch nicht

stabil gewordene, oder eine in der Abänderung begriffene Art vor.

Die zwei Exemplare von leucomus von der Insel Lembeh, die leicht aus

den mir vorliegenden vielen Festlandexemplaren von typischen leucomus

herauszukennen sind, zeigen eine mehr ins Braune spielende Färbung. Es

scheint dieser Unterschied jedoch zu geringfügig und durch zu wenig

Exemplare als constant belegt, um eine Abtrennung zu rechtfertigen.

Säugethiere vom Celebes- und Philippinen-Archipel · 第 29 / 190 题