B 2735 (Cel.) B 2729 (Cel.) B 1477 (Batjan)

Schädellänge 136 mm — mm 142 mm

Jochbogenbreite 83,7 ,, 90,6 ,, 87 ,,

Breite am proc. 63 ,, 67,2 ,, 63,6 ,,

zygom. os. front.

Geringste Breite zw. 6,7 ,, 6 ,, 5,6 ,,

den Augenhöhlen

Breite an den 40 ,, 41,3 ,, 43 ,,

Alveolen der Caninen

Geringste Breite am 48 ,, 45,3 ,, 44,5 ,,

Pterion

Grösste Breite am 55,4 ,, 52,8 ,, 49 ,,

Pterion

Länge des Femur [14] 194 ,, — ,, 201 ,,

Länge der Tibia 178 ,, — ,, 185 ,,

Länge des Humerus 170 ,, — ,, 175 ,,

Länge des Radius 172 ,, — ,, 182 ,,

Die Zahl der Schwanzwirbel giebt Schlegel (Cat. VII, 119 1876) auf 5

an. Das Museum besitzt 7 Skelette: Vier von Celebes haben 3, 4 und 5

Wirbel, bei dem einen der beiden mit 5 sind sie zu 4 verwachsen, eins

von Lembeh hat 4, zu 3, zwei von Batjan haben 5, zu 2, resp. 3

verwachsen. Man kann also nicht in allen Fällen von 5 normalen

Caudalwirbeln sprechen. Die Ungleichmässigkeit zeigt, dass der

Schwanzrest bereits in absteigender Entwicklung begriffen ist;

jedenfalls ist er kürzer als der von Macacus maurus.

In meinem Tagebuche finde ich folgende Aufzeichnungen: Im Februar 1871

sah ich an den Ufern des Flusses Tumumpat unweit Manado Schaaren von 25

und mehr, ich schoss auch einige; man hört sie schreien und sieht sie

beim Herannahen des Bootes von Baum zu Baum springen, so dass die Äste

unter ihrer Last krachen. Am 9. April schoss ich einige hinter

Malalajang unweit Manado. Am 25. April sah ich sie sehr zahlreich auf

Manado tua. Die Insel ist unbewohnt, aber von Fischern viel und von

weither besucht, die die Affen füttern. Früher wurde jährlich von

Manado ein Boot mit Essen hingesandt und am Strande deponirt, später

beschränkte man sich darauf, ein Floss mit Essen und brennenden

Lichtern Abends in See zu schicken [15], 1871 that man auch dies nicht

mehr, erlaubte aber nicht, sie zu schiessen, da man sonst sterben

müsse. Die Affen waren dick und fett und so zahm, dass sie sich in

nächster Nähe niedersetzten und erst wegliefen, wenn man sie,

sozusagen, greifen konnte, doch näherten sich nur Männchen. Sie

warteten auf den Bäumen über uns bis wir vom Essen am Boden aufstanden

und stürzten sich dann auf die Reste. (Vgl. auch bei Schlegel: Cat. VI,

120 1876.) Wahrscheinlich sind sie vom Menschen nach der kleinen

vulkanischen Insel Manado tua übergebracht worden. Im April beobachtete

ich einen Trupp bei Tateli, nahe Manado, auf hohen Bäumen, wohinauf die

Gewehre nicht reichten, auch versteckten sie sich im Laube. Wir machten

unten ein Feuer mit viel Rauch, worauf sie auf eine nahe hohe

Kokospalme flüchteten. Diese erkletterte einer meiner Begleiter,

währenddem sich ein Affe c. 60 Fuss hoch herabfallen liess und

anscheinend unbeschädigt davonlief. Auch sah ich einmal am Waldesrand

eine Wache, die das Nahen einer Gefahr meldete, worauf aus dem Innern

geantwortet wurde. Auf der Insel Bangka, im Norden von Celebes (5.

Mai), fand ich sie nicht; diese Insel ist grösser als Manado tua. Am

10. Mai in der Strasse Lembeh notirte ich, dass viel Affen auf der

Insel und auf der Festlandküste seien. Am 23. Juni in Panghu, im

Gebirge der Minahassa, viele. Bei einer Besteigung des Klabat (2. Juli)

sah ich keine, doch heisst es, dass viele daselbst seien. Am 24. August

fand ich welche c. 2000 Fuss hoch auf dem Boliohuto, nordwestlich von

Gorontalo, und notirte, dass sie von unten gräulich wären, also alte

Exemplare, die stets an der Brust und den Vorderextremitäten grau sind.

Sonst ist die Art vom Gorontaloschen und von Tomini registrirt

(Schlegel Cat. VII, 121 1876) und P. und F. Sarasin beobachteten sie in

Bolang Mongondo zwischen der Minahassa und Gorontalo (Z. Erdk. Berl.

XXIX, 375 1894). Hickson (Nat. N. Cel. 1889, 82) nennt sie auf der

Insel Talisse, an der Nordspitze von Celebes, häufig.

Temminck sagt (Coup-d’oeil III, 112 1849) von C. niger, dass er

überall, mit Ausnahme der grauschwarzen Schenkel, intensiv schwarz sei.

Dies ist jedoch nicht richtig. C. niger ist nie überall intensiv

schwarz, sondern stets auf der Oberseite mehr oder weniger, oft sehr

stark, mit Braun versetzt. Das eine oder andere Exemplar unter den 16

des Dresdner Museums von der Minahassa, Manado tua und Lembeh ist

tiefer schwarz, aber auf dem Rücken zeigen auch diese stets Braun. Es

darf daher, entgegen der Angabe fast aller Autoren, die Hervorhebung

dieser Farbe in der Beschreibung nicht fehlen. Ferner sind nur die

Oberarme und Umgebung (bei alten Individuen aber auch die Unterarme)

gräulich, im Gegensatze zu Macacus maurus, wo vornehmlich die Schenkel

so auffallend hellgrau gezeichnet erscheinen.

Zugleich trennte Temminck (p. 112) C. nigrescens ab als braunschwarz,

besonders auf den Schultern und dem Rücken, und mit jederseits

ungetheilten Gesässchwielen, gegenüber den jederseits zweitheiligen bei

niger. Die braunschwarze Färbung kann jedoch keinen Unterschied

abgeben, denn alle Exemplare, junge wie alte, männliche wie weibliche,

aus der Minahassa, von Manado tua und Lembeh haben, wie bereits

bemerkt, mehr oder weniger Braun, letztere besonders ausgesprochen.

Erst durch Schlegel (Cat. VII, 121 1876) erfuhr man, dass Temminck zur

Fundirung seines nigrescens 5 Exemplare von Gorontalo, Tulabello und

Tomini, also nicht aus der Minahassa, dienten, bei denen es allerdings

auffällig ist, dass sie jederseits eine ungetheilte Gesässchwiele

haben, gegenüber der jederseits zweitheiligen der Minahassa Exemplare.

Schlegel (p. 119) hielt dies für individuelle Variation, was ich nicht

annehmen möchte. Die 5 genannten Exemplare, in den Jahren 1842 und

1864, also in 22jährigem Zwischenraum, an 3 verschiedenen Localitäten

gesammelt, sprechen schon dagegen, und von den 16 Exemplaren des

Dresdner Museums von der Minahassa, Manado tua und Lembeh hat nicht

Eines eine ungetheilte Gesässchwiele, auch führt Schlegel (p. 120)

unter 5 Exemplaren der Minahassa nur eines an, das sie links ungetheilt

habe. Von den Gefangenschafts-Exemplaren, deren Herkunft man nicht

kennt, sehe ich ab. Man kann daher hier nicht von individueller

Variation sprechen, sondern es dürfte sich um einen constanten

Charakter, der einer geographischen Provinz angehört, handeln. Auch ich

habe in meinem Tagebuch eine Notiz, dass das Gesäss der Gorontaloer

Affen dunkler sei, als das der Minahassaer, es muss mir also eine

Verschiedenheit aufgefallen sein, ich hatte jedoch keine Gelegenheit,

dies näher zu verfolgen. Jedenfalls muss es durch weitere

Untersuchungen klar gestellt werden, wie auch, ob andere Differenzen

vorhanden sind, vorläufig allerdings lässt sich C. nigrescens als

Subspecies—mehr würde die Form nie beanspruchen können—nicht erweisen,

sondern man kann nur sagen, dass die Exemplare von Gorontalo bis Tomini

an den Gesässchwielen von den Minahassa Exemplaren abzuweichen

scheinen.

Der Batjan-Affe ist derselbe wie der der Minahassa, von wo er auch

dorthin gebracht [16] worden sein dürfte. Die 2 Exemplare des Museums

haben zweitheilige Schwielen und unter den 5 des Leidener Museums

(Schlegel l. c. 121) hat nur eines ungetheilte. Das von Quoy & Gaimard

(Voy. Astrol. pl. 7 1833) abgebildete Gesäss eines Exemplares von

Makjan (rect. Batjan) ist ungetheilt, allein auf diese Abbildung dürfte

kaum Etwas zu geben sein. Ich muss auch bemerken, dass die Art des

Trocknens der Häute und die Art des Präparirens hier irreführen kann; 2

Exemplare aus der Minahassa schienen ungetheilte Schwielen zu haben,

nach dem Aufweichen kam die Theilung jedoch sehr deutlich zum

Vorschein. Anderson (An. Zool. Res. I, 83 1878 Anm.) lässt auf Batjan

nigrescens zu Hause sein—„Celebes, Moluccas, and the small adjacent

Island of Batchian“ (sic!) —, was nun ganz irrig ist. [17]

Die sich durch fast alle Bücher schleppende irrthümliche Angabe, dass

sich diese oder eine verwandte Art auch auf den Philippinen fände [18],

mag daher rühren, dass die seit lange jährlich die Minahassa und die

Tominibucht zum Cacao-Einkaufe besuchenden Philippinen-Schiffe lebende

Affen mit zurücknahmen, die dann z. B. von Manila aus in ein

europäisches Museum kamen oder sonst (z. B. von Sulu durch Gogorza, An.

Soc. Espan. XVII, 9 des S. A., 1888) registrirt wurden. Eine solche

Verschleppung hat gewiss oft statt gefunden, denn Affen werden jedem

einlaufenden Schiff angeboten, so mir sofort, als ich am 25. November

1870 Abends in Kema per Dampfschiff ankam.

Säugethiere vom Celebes- und Philippinen-Archipel · 第 10 / 190 题