KROLL. Willst du diesen Menschen wirklich in deinem Zimmer dulden?
ROSMER. Aber du weißt doch, einst war er mein Lehrer.
KROLL. Jawohl, ich weiß, daß er dir den Kopf mit revolutionären Ideen
vollpfropfte, bis dein Vater ihn mit der Reitpeitsche zum Tor hinaus
jagte.
ROSMER (etwas bitter). Mein Vater war auch zu Hause Major.
KROLL. Mein lieber Rosmer, dafür solltest du ihm noch in seinem Grabe
dankbar sein... Aha!
(FRAU HILSETH öffnet ULRICH BRENDEL die Tür rechts, geht wieder und
schliesst hinter ihm. Er ist ein stattlicher Mann mit grauem Haar
und Bart; etwas abgemagert, aber leicht und ungezwungen in seinen
Bewegungen. Im übrigen gekleidet wie ein gewöhnlicher Landstreicher.
Fadenscheiniger Rock; schlechtes Schuhwerk; von einem Hemd ist
nichts zu sehen. An den Händen alte schwarze Handschuh; unter dem
Arm hat er einen zusammengeklappten schmutzigen weichen Filzhut und
in der Hand einen Spazierstock.)
BRENDEL (erst unsicher, geht dann schnell auf den REKTOR zu und hält ihm
die Hand hin). Guten Abend, Johannes!