Brosch. M. 20.--. Gebd. M. 28.--

Der berühmte antike Sittenroman des +Apulejus+ aus +Madaura+ liegt

hier in einer neuen eleganten Ausgabe vor, welche die vorzügliche

Uebersetzung von +August Rode+ mit einem geistvoll-satyrischen,

moderne Verhältnisse vom Standpunkte des Apulejus beleuchtenden

Vorwort aus der Feder von +M. G. Conrad+ darbietet. Kein Gebildeter

wird ohne hohen geistigen Genuss dieses dem „Satyricon“ des

+Petronius+ ebenbürtige sittengeschichtliche Kunstwerk lesen, das

nicht nur wegen der allbekannten reizenden Episode von Amor und

Psyche den Leser fesselt. Die frivole Welt des ausgehenden Alterthums

wird in diesem durch die Sorgfalt der Composition ausgezeichneten

Romane wieder lebendig. Der bunte Wechsel der oft sehr verfänglichen

Episoden, die merkwürdigen Situationen und kulturhistorisch

wertvollen Schilderungen antiken Lebens, die mit dem glänzenden

Schauspiel der aegyptischen Mysterien schliessen, machen die Lectüre

zu einer höchst spannenden. Die alte, schon von Lucian verwendete

Fabel von der Verwandlung eines Menschen in einen Esel, welche

Apulejus zu dem Märchen vom „goldnen Esel“ verarbeitet hat, giebt

dem Autor die Veranlassung, in der üppigen Lascivität einzelner

Scenen und mit eigenartiger erotisch-satyrischer Phantastik ein

getreues Bild der sittlichen Corruption in der römischen Kaiserzeit

vorzuführen.

Im Verlag von =H. Barsdorf= in Berlin W. 30 erschien:

Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in Deutschland.

Von =Dr. Wilhelm Rudeck=.

Zweite vermehrte und verbesserte Auflage. 1905. Grosses Format 514

Seiten mit 58 Illustrationen.

Vornehm ausgestattet Mk. 32 --. In Originalband M. 42 --.

Dr. +Wilhelm Rudeck+, der bekannte Verfasser von „Medizin und Recht,

ein Handbuch bei Ehescheidungs- und Vaterschaftsklagen,“ wendet

sich mit dem vorliegenden Buche einem der auffälligsten Faktoren

der moralischen Entwicklung zu: +der Regelung des sexuellen Lebens

innerhalb der Oeffentlichkeit+. Die Entwicklung der Begriffe der

öffentlichen Sittlichkeit hat das ganze moralische Aussehen der

bürgerlichen Gesellschaft so vielfach umgestaltet, wie wohl nur noch

die Frömmigkeit und Humanität!

Unter öffentlicher Sittlichkeit versteht der Verfasser die Summe aller

Sitten einer Zeit, in denen Beziehungen zum sexuellen Leben enthalten

sind. In welchen tatsächlich anerkannten und geübten gesellschaftlichen

Normen sich das sexuelle Leben der einzelnen äussert, ob die Sexualität

von der Oeffentlichkeit überhaupt ausgeschlossen, oder wie sie in ihr

geduldet und geordnet wird, das ist das Thema, das eine Geschichte der

öffentlichen Sittlichkeit zu behandeln hat.

In diesem Sinne könnte man also den Begriff der öffentlichen

Sittlichkeit dem der öffentlichen Schamhaftigkeit gleichsetzen,

übrigens auch aus dem Grunde, weil es sich selbstverständlich nicht um

die Oeffentlichkeit des geschlechtlichen Aktes selbst, sondern um die

näheren oder entfernteren Beziehungen zu ihm handelt.

Das +beiliegende Inhalts-Verzeichnis+ bietet einen Ueberblick über

Rudecks hochinteressantes Werk, das soeben in +zweiter, vermehrter und

verbesserter Auflage+ erschien -- allein die Illustrationen sind von 32

auf 58 vermehrt. --

Im Verlage von HERMANN BARSDORF in BERLIN W 30 erschien:

Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in

DEUTSCHLAND

Der Marquis de Sade und seine Zeit. · 第 160 / 180 题