Vorwort

Der Band bringt, als der letzte der Ausgabe, vier Geschichten, die

dadurch in einer gewissen abschließenden und versöhnenden Weise

verbunden sind, daß sie, wenn auch mehr oder weniger tragisch, von

Kindern und Kinderseelen handeln. Die drei ersten dieser Geschichten –

„Kleiner Held“, „Weihnacht und Hochzeit“, „Njetotschka Neswanowa“ –

stammen aus der frühesten Zeit Dostojewskis und gehören den Jahren 1848

und 1849 an. Die größte von ihnen, „Njetotschka Neswanowa“, ist das

Bruchstück eines Romanes, in der Wirkung ein liegengebliebenes

Manuskript, ein unausgearbeiteter Entwurf, doch eben deshalb von einer

Größe der psychologischen Anlage und übrigens auch von einer

Großartigkeit der künstlerischen Erfassung, die ihn zu den tiefsten und

gewaltigsten Dingen zählen lassen, die wir von Dostojewski besitzen. Die

Dichtung erschien in den „Vaterländischen Annalen“, ihre Fortsetzung

wurde durch Dostojewskis Verhaftung im Jahre 1848 unterbrochen, und nach

der Rückkehr aus Sibirien ist das Fragment dann unausgeführt und

unvollendet geblieben. – Die vierte Geschichte des Bandes, der

„Bettelknabe“, gehört zu jenen „letzten Novellen“ von der Art der

„Kleinen“ in Band XX der Ausgabe, die dem „Tagebuch eines

Schriftstellers aus dem Jahre 1876“ entnommen sind und wohl von

unmittelbaren Tagesereignissen angeregt waren, wie Dostojewski sie in

den Zeitungen aufgezeichnet fand, oder selbst auf der Straße erlebte.

Sämtliche Werke 22: Ein kleiner Held · 第 10 / 25 题