Geheftet Mark 3.50 Gebunden Mark 4.50

Ein ernstes und dabei bizarres Bekenntnisbuch Max Brods, das

eigensinnige, höchst individuelle Credo dieses Dichters. Man kann sagen,

daß sein Schaffen durch das vorliegende Buch, in dem der Dichter

fast ausschließlich von sich selbst und seinen äußersten

Gedankenverfaserungen spricht, in ganz neuem Lichte erscheint. Das Buch

ist zum tieferen Verständnis der vorhergehenden Werke Brods unerläßlich.

Wir sehn hier ein heftiges Temperament und seine Opposition gegen unser

mechanisiertes, amerikanisiertes, philiströs-kaufmännisches Zeitalter

äußern. Aber diese Opposition ist alles andere als griesgrämig. Sie

versteckt sich oft sogar hinter einem lustigen Lob des Verabscheuten, ja

sie baut eine ganze phantastische Theorie der »Schönheit des

Geschmacklosen« aus. Die Greuel kitschiger Bilder, Kino und Panorama,

Chansonetten und Ausstattungsstücke, häßliche Möbel und konventionelle

Schauspielkunst werden in unterhaltendster Paradoxie in den Himmel

erhoben. Hinter dem komplizierten Gewebe von Spott und ironischer

Verliebtheit schlägt aber immer wieder die Liebe zum Begeisternden, zu

den Sternen, zu Smetana und Berlioz, zum Meister Flaubert und zu dem

nach Ansicht des Dichters bedeutendsten Zeitgenossen Robert Walser

durch. So ist dieses Buch eigentlich nur ein eigenwilliger, aber doch

ein Weg zum Ideal und zur Befreiung des Menschen im Absoluten, im Reiche

des Erhabenen und Schönen. Unbeirrbar steht hinter jedem der

unberechenbaren Seitensprünge und humoristischen Exkursionen der große

Ernst dieses Dichters. Max Brod hat in seinem gleichzeitig erschienenen

(mit Dr. Felix Weltsch gemeinsam verfaßten) philosophischen Buch

»Anschauung und Begriff« die exakte Basis gegeben, auf der er sich so

kühne Scherze erlauben darf, die in anderem Zusammenhange vielleicht

frivol klängen, während sie hier nur von der unbefangenen, nietzschehaft

heiteren Luft um diesen sicheren Tänzer Kunde geben.

Gesichte: Essays und andere Geschichten · 第 80 / 87 题