Aber plötzlich hielt das Auto. Es stand vor einem hellerleuchteten
Blumengeschäft. Der General erwachte. Ein Verkäufer schleppte soeben ein
Blumenarrangement, einen schweren Korb mit Maiglöckchen, an den Wagen.
»Hierher!« rief der General und pochte an die Scheibe. Nässe und Kälte
kamen mit herein. Augenblicklich begannen die Blumen Duft und Frische
auszuatmen.
»Lessingallee!«
Die Limousine flog dem Westen Berlins zu. Die Federn knirschten. Bald
hielt der Chauffeur warnend die Rechte, bald die Linke hinaus -- die
Pfeife trillerte -- Schnelligkeit ist die Losung des Generals --
-- vor mehr als dreißig Jahren, hatte er, der General, ihm, eben jenem
einflußreichen Würdenträger, einen Streich gespielt, und damit hatte die
Animosität, um nicht Feindschaft zu sagen, ihren Anfang genommen.
Es war auf einem Ball bei Baron Kreß. Eine junge Dame spielte eine Rolle
dabei, und damals war er, der General, der beste Tänzer in Berlin.
Damals wartete, gegen Morgen, ein Wagen vor der Treppe des Kreßschen
Palais. Eine Dame springt die Treppe herunter. Sie hat den Pelz eilig um
die Schultern geworfen. »Um Gottes willen,« ruft sie, »er hat mich
beobachtet, schnell.« Schon rollt der Wagen davon. Der Pelz ist von den
Schultern der schönen Dame gefallen, und er, der General, sagt: »Sie
werden frieren, meine Gnädigste!« Und er hüllt sie wie ein Kind in den
Mantel. Sie trägt eine ganz dünne Robe, und es kommt ihm vor, als ob sie
völlig nackt im Pelz stäke. Deutlich erinnert er sich dessen. Und er
erinnert sich, daß dieselbe Dame seinen Rivalen rachsüchtig genannt
habe, hüten Sie sich, er ist rachsüchtig! Welcher Instinkt, diese
Frauen! Und sie war fast noch ein Kind.