Der Kampf des Realismus mit dem Idealismus, der hauptsächlich unsere
Epoche bezeichnet und auf allen Gebieten mit wechselndem Glücke geführt
wird, mußte nothwendig auch in der Sphäre der Dichtung hervortreten.
Daß ein Streit so berechtigter Gegensätze am Ende nur zur Ausgleichung
führen kann, braucht sinnigen Lesern wohl nicht mehr gesagt zu werden.
Aber wie soll diese erfolgen? Durch die leidenschaftlichen Vertreter
der Gegensätze, welche sich, »des langen Haders müde,« zuletzt die
Hand reichen werden? Schwerlich. Der Kampf wird dazu dienen, die
Akten spruchreif zu machen; aber die gedeihende Harmonie wird das Werk
seyn derjenigen Geister, die, zu beiden Richtungen begabt, den Streit
in sich selber durchkämpfen und der Ausgleichung fähig werden in der
gerecht unterscheidenden, gerecht urtheilenden Liebe zu beiden. Sie,
denen der Sieg gelingt im Kleinen, können das Vorbild liefern und
Zusammenwirken für den Sieg im Großen, der sich, wenn es Gott gefällt,
nach und nach wird erstreiten lassen.
Zu den Geistern solch doppelter Begabung gehörte in gewissem Sinn
auch den Dichter, dessen Schicksale hier dargestellt werden sollen.
Er hatte ein Auge für die wirkliche Welt, er lebte und liebte in
ihr, er fühlte die Poesie des Lebens und suchte sie auszusprechen in
verschiedenen dichterischen Formen. Aber zugleich folgte er einem
unwiderstehlichen Hang zu idealen Gebilden der Phantasie, und glaubte
in ihnen eben das Größte, das Erhabenste leisten zu können. Im Schwunge
des idealisirenden Geistes ging er über die Wirklichkeit hinaus, und
sogar ihre Poesie stand vor ihm in kleinem, unscheinbarem Licht. Seinen
Hauptberuf erblickte er jenseits der Schranken des Irdischen, und auf
ihn warf er sich daher mit aller Leidenschaft muthiger Jugend.
Der erste durchgeführte Flug hatte sich ihm indeß übel gelohnt. Gleich
Phaeton war er herabgestürzt aus den himmlischen Höhen: gewaltig
erschüttert, aber glücklicherweise doch nicht zerschmettert und kein
tragisches Opfer der Unternehmung. Sich wieder erhebend sah er sich auf
der Erde und fand, unter freundlicher Aufmunterung, daß sie lieblich
anzuschauen war und ihm anspruchlosere, aber erreichbare Schönheit zum
Ersatze bot. Dankbaren Sinnes erblickte er diese im besten Licht und
freute sich über Alles, nachdem ihm das Große nicht gelungen war, um so
besser das traulich ansprechende Kleinere zu leisten.
Im Grunde: was ist Poesie? Das durch den liebenden Geist verklärte
Leben. Der Geist kann alles verklären, was er liebt; nicht nur das
Große, sondern auch das Kleine, das auch erlöst seyn will von den
Banden der Prosa, und wie die Geschichte aller Künste zeigt, auch
erlöst werden sollte und soll. Die Malerei hat Götter und Heroen
dargestellt, aber auch den Schmetterling, den Käfer und den Apfel
wiederzugeben nicht verschmäht. Und wer, der sich ein offenes Herz
bewahrt hat, wird sich nicht auch solcher Abbildungen freuen, wenn sie
nämlich gelungen sind!
Gedanken dieser Art gingen durch den Kopf des Poeten, als er sein Drama
weiter führte. Seine Liebe zu dem Stoff hielt aus und gewann, indem
sie ruhiger wurde, vielmehr an Innigkeit. Allerdings kam zuweilen
mitten in der Freude über die gelingenden Figuren ein Schamgefühl über
ihn, wenn er der Vornehmheit gedachte, womit er auf solche Arbeiten
früher herabgesehen hatte. Er büßte die Ueberhebung, die ihm so schlimm
bekommen war, nachträglich noch wiederholt, fühlte aber auch, daß die
Buße heilsam war für ihn und seine Arbeit.
Als er den ersten Akt zu Ende gebracht hatte (er brauchte denn doch
länger dazu, als acht Tage), begab er sich zu den Freundinnen.
Unter guten Erwartungen las er ihnen die Reinschrift vor und wurde,
hinsichtlich des Ganzen, mit herzlicher Beistimmung erfreut. Im
Einzelnen hatten beide zu tadeln; die Ausstellungen gründeten sich aber
auf Erfahrung und natürlichen Takt, wurden ihm einleuchtend gemacht,
und er änderte mit Vergnügen. Hatte er doch schon selbst über sich zu
Gerichte gesessen und sich vielfach die Lust des Verbesserns gegönnt.
Jetzt setzte er's nur fort und freute sich der wachsenden Reinheit.
Nachdem er den letzten Einwand auf kurzes Bedenken hin als richtig
zugestanden hatte, sah ihn Rosa lächelnd an und sagte: »Mein lieber
Freund, Sie haben einen guten Fortschritt gemacht. Sollte man nicht
glauben, der Tadel wäre Ihnen jetzt lieb? Statt daß Sie empfindlich
werden und Ihre Lesart heftig vertheidigen, erkennen Sie die unsere an
und lassen sie gelten. Das ist ein Zug, der bei deutschen Dramatikern
nicht sehr häufig vorkommen soll.«
»Mir,« entgegnete Heinrich mit Heiterkeit, »hat ihn auch erst ein
Kraftmittel beigebracht. Jetzt freilich gehört er zu mir und ich
gedenke ihn zu behalten.« -- »Immer zu!« rief die Mutter lächelnd. --
»Im Grunde,« fuhr der Poet fort, »kommt es auch hier nur darauf an, was
man eigentlich will: die Sache, die Kunst, oder sich selber. Wer die
Kunst will, der hat ein Ideal der Vollendung vor Augen, und er ruht
nicht, bis sein Werk diesem so nahe als möglich kommt. Wer =sich= will,
der gibt etwas von sich und hält es für das realisirte Ideal, weil es
von ihm ist. Natürlich wird so Einem der Widerspruch als persönliche
Beleidigung erscheinen, während er jenem, als zur Verbesserung der
Sache dienend, lieb und willkommen ist.«
»Weislich erklärt,« entgegnete Rosa mit Lächeln. »Nun, unsern
Widerspruch können Sie schon gelten lassen; er kommt weder aus einem
tadelsüchtigen noch frivolen Gemüth und hat nichts als die Schönheit
Ihres Werkes im Sinn.« -- »Das weiß ich,« erwiederte Heinrich, »und
darum hör' ich ihn mit Freuden und bitte um die Fortsetzung.«
Wir können nicht gemeint seyn, den Poeten in seiner Thätigkeit
und seinem Verkehr mit den beiden Frauen Schritt für Schritt zu
begleiten. Er arbeitete stetig jeden Tag, und wenn das Drama langsam
vorrückte, weil nach und nach die Schwierigkeiten mehr hervortraten und
wiederholte Versuche nöthig machten, so wuchs es doch und nährte die
Begierde des Autors zum Weitergang.
Die fertigen Partien (auch kleinere, wenn sie an sich bedeutend oder
gewagt erschienen) las er an freien Abenden den Damen vor, hörte Lob
und Tadel und änderte nach gewonnener Ueberzeugung Einzelnheiten und
ganze Scenen. Für einen theilnehmenden Beobachter wäre es interessant
gewesen, zu sehen, wie Dichter und Schauspielerin dabei sich ergänzten.
Heinrich strebte nach Gehalt, Geist, höherem Ausdruck, und vielfach
gerieth es ihm damit. Nicht selten wurde der Dialog aber zu schwer,
zu gefüllt, oder gewann einen verstiegenen Charakter; und so wurde
er von Rosa bekämpft, bis der Poet sich fügte. Die Künstlerin hatte
vorzugsweise den Effekt im Auge, drängte in diesem Sinn die rührenden
Scenen auszubeuten und besonders drastische Abgänge herzustellen. Hier
überschritt sie aber ein paarmal die Linie, schlug Reden vor, die
sich nicht natürlich aus der Situation ergaben, und mußte sich von
dem Dichter widerlegt sehen, dem die poetische Wahrheit über alles
ging. Wenn die Forderungen der Wahrheit und der Wirkung einander
entgegen traten, ging es nicht ohne Conflikt ab; allein man vereinigte
sich wieder, indem von beiden Seiten eingeräumt wurde, daß in einem
Bühnenstück eben die Wahrheit wirkungsvoll seyn müsse, und Heinrich,
wenn er die unmittelbaren Forderungen Rosas ablehnte, folgte ihr doch
in sofern, als er dann für naturgemäße Kraftentwicklung Sorge trug.
Im Ganzen bewies unser Poet, daß er das menschliche Herz im Guten
und Schlimmen, so wie die Leiden und Freuden der bürgerlichen Sphäre
gar wohl kannte und über fein abgelauschte Züge des realen Lebens
zu gebieten wußte. Er erprobte sich als Poeten, indem er wirkliche,
lebendige Menschen zeichnete, die in natürlicher Entfaltung ihres
Innern Sympathie zu gewinnen vermochten. Das wurde den Freundinnen
immer deutlicher, und Rosa empfand darüber das reinste Vergnügen.
Der Verkehr der drei Leute hatte etwas so ungezwungen Trauliches und
unter Umständen Heiteres, daß ein Besucher, auf den ersten Blick hin,
sich gesagt hätte, die sind glücklich und machen sich glücklich.
In der That unterhält nichts anziehender und schöner, als gleiches
Interesse bei einem gemeinsamen Unternehmen. Rosa konnte das Drama so
gut ansprechen wie Heinrich, und jedenfalls lag ihr das Gelingen um
nichts weniger am Herzen, als ihm. Ihr schönes braunes Auge glänzte
Genugthuung, wenn sie etwas für gut erklären mußte, besonders wenn
dieß nach einer zweiten Bearbeitung der Fall war, die sie gefordert
hatte. Da rühmte sie den Autor, daß er ihren Rath befolgt, es gleich so
richtig getroffen und sich dadurch als wahren Dichter bewiesen habe, so
warm, so froh, daß er beglückt lächelte und auch über das Gesicht der
Mutter ein Schein der Freude ging.
Die jungen Leute erschienen zuweilen fast wie Verlobte, die es
schon längere Zeit waren und darum in ruhiger Freundlichkeit sich
gefielen. Bei näherer Betrachtung zeigte sich freilich, daß der
Poet an der Liebenswürdigkeit des Mädchens sein Vergnügen hatte und
sich unwillkürlich dem Reiz ihres Umgangs hingab, aber doch nur
in Gefühlen der Freundschaft sich bewegte, während aus ihrem Auge
zuweilen Blicke kamen, die ihre tiefe Leidenschaft verriethen -- ein
süß und schmerzlich erregtes inneres Leben, das nur durch Willenskraft
verschlossen gehalten wurde.
Man fragt vielleicht, wie es möglich war, daß der junge Mann diesen
Zustand ihrer Seele nicht endlich doch erkannte und nun mit sich
zu Rathe ging über das unter solchen Verhältnissen ihm gebotene
Benehmen? Daran war aber theils die Naivetät, die recht eigentlich
unschuldige Natur Heinrichs, theils die Kunst des Mädchens Schuld,
die sich selbst so sehr in der Gewalt hatte, daß sie den Ausdruck
einer tieferen Empfindung rasch wieder in Scherz verkehren und damit
auslöschen konnte. Ihr zärtlicher Antheil an ihm und seinem Vorhaben
entging Heinrich freilich nicht; allein er nahm ihn für den Beweis
einer Freundschaft, die auch er gegen sie empfand, für die natürliche
Sympathie der Künstlerin mit dem Dichter, und endlich -- warum nicht?
-- für den Ausdruck eines Wohlgefallens an seiner Person, das er
ebenfalls reichlich wieder vergalt. Wußte sie doch, daß er verlobt war
und an der Geliebten mit unverbrüchlicher Treue hing; wie hätte er
denken sollen, daß sie eine Glut in ihrem Herzen nährte, die nur in
Auguste gerechtfertigt war? Ihm blieb daher die Geliebte die Geliebte,
die Freundin die Freundin, und darum genoß von den dreien nur er allein
eines reinen, ungetrübten Glücks.
Die Wirklichkeit hatte auch dießmal rücksichtslos ihren eigenen Weg
genommen. Der dramatische Dichter und die feinsinnige, reizende
Künstlerin schienen für einander geboren. Aber während sie ihn liebte
und in dieses Gefühl sich immer mehr vertiefte, hing er nicht nur mit
leidenschaftlicher Innigkeit an der Jugendgeliebten, sondern umgab sie,
die Schöne, nur um so eifriger mit den Zaubern einer verschönernden
Einbildungskraft. Sie war ihm die edle, die hohe Gestalt, die Königin
seiner Gedanken, zu der emporzustreben ihn mit der süßesten Lust
erfüllte. Alle Eigenschaften an ihr waren liebenswerth über Alles,
und sie endlich sein zu nennen und sie mit allen an's Herz zu drücken,
eine nicht zu fassende Wonne. Die schöpferische Phantasie, die große
Künstlerin, durchleuchtete das Bild und ließ es in Farben erglänzen,
daß neben ihnen auch die lieblichsten wirklichen ihr Licht verlieren
mußten. Wenn die Freundin sich um ihn verdient machte und ihm zur
Erreichung seines Zweckes half, so erwiederte er dieß mit herzlichem
Dank. Aber den Zweck wollte er nur erreichen, um die Erwählte durch
seinen Triumph zu erfreuen und triumphirend heimzuführen.
Rosa, wie resignirt sie war und wie sehr ihr liebendes Gemüth schon
durch den großmüthigen Beistand sich beglückt fühlte, hatte doch eine
schmerzlich bittere Empfindung, als diese Gesinnung Heinrichs einmal
so recht offen hervortrat. Sie kämpfte dagegen, hielt sie nieder, und
es gelang ihr so sehr, daß sie sich mit ihm an der Vorstellung seines
endlichen Glückes selber zu weiden schien. Dadurch wurde aber Heinrich
nur um so sicherer gemacht, und wenn er erst noch eine gewisse Scheu
gefühlt hatte, die Geliebte vor der Freundin zu preisen und der Freude
seines Herzens Worte zu geben, so folgte er jetzt dem Drange desselben
um so rückhaltloser, weil er dadurch der Theilnehmenden selber Freude
zu machen glaubte.
Mit all ihren Fähigkeiten, sich über sich selber zu erheben, wurde
Rosa jetzt doch auf harte Proben gestellt. Ein Liebender findet so
viele Gelegenheit, von der Geliebten zu reden! Eine allgemeine Frage
nach ihr gibt ihm Anlaß zu ausführlichem Bericht, wobei er weit
mehr sein eigenes Bedürfniß, als das der Hörer zu Rathe zieht. Eine
Erkundigung nach einem Bezug, der nur ihn selber betrifft, läßt ihn in
die Antwort einflechten, was =sie= vorher oder nachher, in oft sehr
entferntem Zusammenhange, gesagt oder gethan hat u. s. w. Heinrich, um
der bewiesenen Theilnahme durch eben so großes Vertrauen entgegen zu
kommen, theilte die schönsten Stellen aus den Briefen mit, die er von
Auguste erhielt; er las Gedichte vor, die er ihr gelegentlich zum Ruhme
sang, und gab dazu Commentare, die oft noch viel poetischer waren als
die Gedichte selbst. Wenn man bedenkt, daß Rosa dem allem gegenüber
die einmal angenommene Haltung zu bewahren hatte, so ahnt man, was sie
dabei litt.
Ein eigenes Gefühl regte die dramatische Arbeit selber in ihr an. Der
Poet hatte den Gedanken, in den beiden Mädchengestalten sowohl die
Geliebte als die Freundin zu schildern, gewissenhaft ausgeführt; und
es begreift sich, daß im Vergleich zur ersten die zweite Figur in all
ihrer Artigkeit als Mond neben der Sonne und recht eigentlich secundär
erschien. Die Künstlerin hielt bei der ersten Wahrnehmung mit Mühe
ihren Unmuth zurück, um erst in der Einsamkeit ihr Herz zu entlasten.
Sie war nicht nur persönlich gekränkt, sondern auch ästhetisch
verletzt. Denn eben jene erste Figur drückte sich in der Arbeit zu
hoch und zu kostbar aus, so daß es den Effekt des Ganzen nothwendig
beeinträchtigen mußte. Rosa, nachdem sie mit sich zu Rathe gegangen,
trat den Uebertreibungen in diesem Bilde so geschickt als möglich
entgegen, mußte aber doch länger kämpfen, indem der Poet endlich
nur nachgab, als sie ihm bewies, daß eine natürlichere und ruhigere
Sprache die Liebhaberin auch herzgewinnender erscheinen ließe. Bei
der andern Gestalt hatte sie dagegen Vorschläge zu machen zu besserer
Ausstattung an Gemüth und an Witz. Sie zeigte indeß klar, daß auch dieß
im Interesse der Dichtung sey, und der Poet, hier innerlich erheitert,
gehorchte.
Wenn die muthige Führerin nun Leid und Mühe genug hatte, so war ihr
doch auch ein Ersatz geboten. Ihre Mühe trug Früchte. Unter ihrer
Beihülfe gedieh das Werk und klärte und bildete sich der Autor
selber. Drang er durch zum vollen Gebrauch seines Talents, erreichte
er schon etwas mit dem ersten Werk, so konnte sie sich sagen, daß
sie Miturheberin, ja eigentliche Stifterin seines Glückes war. Er
selbst war gewissermaßen ihr Werk, der von ihr Gelenkte, Beschenkte,
und sie hatte ihm gegenüber das Gefühl des Künstlers vor einer
gedeihenden Schöpfung. Freilich, ihre Natur war nicht zu bloßer
Geduldübung geschaffen, und ihr weibliches Herz forderte seine Rechte.
Eben nach längerer Zurückhaltung, in der Müdigkeit, welche stete
Selbstüberwindung zu hinterlassen pflegt, brachen ihre Gefühle nur um
so gewaltsamer hervor, um sie schmerzlich zu erschüttern.
Einmal, nach einem eben so arglosen wie groben Rückfall Heinrichs
in die Ausschließlichkeit der Leidenschaft, stellte sich ihr in
der Einsamkeit sein Benehmen vor die Seele und ein wahrer Unwille
erstand in ihr. Sie sah ihn in den Widersprüchen seiner Natur, in
seinen anziehenden und abstoßenden Eigenschaften, und diese letzteren
erschienen ihr in grellem Licht. Da sie sich nun doch zu ihm hingezogen
fühlte, so war sie entrüstet über sich selber, klagte sich an und
empfand diese Bekanntschaft als ein unseliges Verhängniß. Eine Frage
erhob sich in ihr, deren Erwägung ihr Qualen verursachte. War es die
Verlobte werth, daß sie ihr weichen mußte? Die Stellen, die Heinrich
aus ihren Briefen mitgetheilt, hatten ihr keinen so guten Begriff
beigebracht, daß sie den Lobeserhebungen des Liebenden hätte Glauben
schenken können. Der Gedanke stellte sich ihr dar, daß dieser auch hier
sich täuschen und da, wo er einen Engel erwartete, nur ein gewöhnliches
Weib finden könnte, die sich seinem poetischen Wollen und Streben
vielmehr entgegen setzte. Sie fühlte, daß sie, die Künstlerin, ihn
fördern, ergänzen, glücklich machen könnte. Sie dachte sich, wie
schön und fröhlich sie mit einander zu leben, wie reizend sie ihre
zusammenstimmenden Berufe zu treiben vermöchten, und ein Schmerz, eine
förmliche Indignation durchdrang sie, daß die Welt und das Geschick es
anders beschlossen, daß das eben so Schöne, wie Vernünftige nicht seyn
sollte. Sonderbar! Die Möglichkeit trat vor ihre Seele, ihn trotz allem
durch ein anderes Benehmen gegen ihn zu gewinnen, mit der Abwesenden
zu kämpfen und -- zu siegen. Aber sie verwarf den Gedanken, wie er
gekommen war. »Nein,« rief sie, nicht ohne das Pathos des Stolzes,
»ich will keinen Mann erobern, der mich nicht liebend sucht! Eben weil
ich eine Schauspielerin bin, darf ich nicht thun, was bei den ehrsamen
Müttern und Töchtern der guten Gesellschaft Regel ist. Sie soll ihn
haben -- und ich, ich werde mich trösten!«
Nicht immer gelang es ihr, über ihr Leid auf diese Art sich endlich zu
erheben. Zuweilen versank sie in stille, tiefe Trauer und erschien wie
krank, wofür sie sich dann auch ausgab. Einmal ging ihr eine Aeußerung
des Poeten über das Glück, dem er entgegen sah, so zu Herzen, daß
sie in ihrem Stübchen vor Zorn weinte und unter reichlich fließenden
Thränen ihr Geschick verklagte, das sie mit diesem Manne belastet und
den Frieden ihres Herzens durch eine sinnlose Leidenschaft vergiftet
habe.
Der Mutter konnte solche schmerzvolle Aufregung nicht immer verborgen
bleiben. Sie schüttelte den Kopf und warf auf die Tochter Blicke, die,
ihr Innerstes durchdringend, sie erröthen machten. An einem Abend, wo
sie ihr besonders niedergedrückt erschien, fragte sie, was ihr sey, und
das Mädchen sprach ihren Verdruß darüber aus, eine Rolle nicht erhalten
zu haben, die ihr zukäme und auf die sie sich schon lange gefreut habe.
Die Züge der Mutter wurden ernst, vorwurfsvoll, und sie rief: »Geh,
und mach mir nichts weis! Du hängst an diesem Menschen und verstrickst
dich immer tiefer in deine unselige Leidenschaft! Das Stück, das ihr
mit einander ausarbeitet, ist dein Unglück, und ich erkläre mir nun
die fatale Empfindung, die ich hatte, als du es an ihn abtratest. Je
mehr er dich kränkt, desto mehr liebst du ihn. Deine Gedanken kommen
nicht von ihm los, du sorgst und arbeitest für ihn, und dein Lohn ist
Herzeleid!«
Rosa hatte sich während dieser Rede gefaßt. »Du übertreibst, liebe
Mutter,« entgegnete sie mit der Ueberlegenheit einer Seele, die an
ihrem Loos trotz allem festhält. »Wenn du aber auch Recht hättest, was
thät' es? Ein bischen unglückliche Liebe schadet nicht, am wenigsten
einer Schauspielerin. Man macht damit neue Erfahrungen, neue Sphären
menschlicher Gefühle schließen sich auf, und man spielt besser. Ja,
ja,« fuhr sie mit einem Blick auf die achselzuckende Mutter fort,
»für mich insbesondere ist dieses Unglück ein wahres Glück. Ich habe
mich bis jetzt offenbar zu einseitig auf die muntere Seite gelegt,
und das geht wohl eine Zeit lang, wird aber nach und nach langweilig
und schädlich. Das Herzeleid führt in die Tiefe, macht uns ganz --
allerdings, liebe Mutter! -- und wir gelangen zur wahren künstlerischen
Ausbildung.«
Die Frau, mit einem Zug des Tadels um den Mund, hatte den Kopf
geschüttelt. »Du rufst den Humor zu Hülfe!« entgegnete sie. »Wird
er immer vorhalten?« -- »Es ist mein Ernst,« versetzte Rosa mit
Ergebung. »Dieser Poet ist in unser Haus gekommen und wir haben uns
für ihn interessirt. Das Theater, von dem er alles erwartete, hat ihn
abgewiesen und recht eigentlich in Verzweiflung gestürzt; ich konnte
ihm die rettende Hand bieten, und ich bot sie ihm. Bei alledem hab' ich
mir nichts vorzuwerfen. Kommt mehr Unglück dabei für mich heraus, als
mir lieb ist, so muß ich's tragen. Aber sey nur ruhig, ich bin nicht so
schwach, und werde schon damit fertig werden.«
Die Augen der Frau waren naß geworden. »Du bist ein gutes Kind,« rief
sie, »ein edles Herz. Du hättest ein besseres Loos verdient!« -- »Ach,
Mutter,« versetzte das Mädchen, »man kann in dieser Welt nicht alles
haben und muß sich genügen lassen! Mir ist dieses Unglück im Grunde
doch lieber, als das ehemalige Glück, und ich würde es nicht dafür
hergeben, wenn sich's mir in der letzten Zeit auch ein wenig stark
aufgelegt hat. Ich hab' nun einmal meine Freude dran! Laß mir's, bis
mich's von selber verläßt!«
Die Mutter, gerührt, umfaßte die Tochter, schloß sie an ihre Brust
und drückte einen zärtlichen Kuß auf ihre Stirn. »Wann wird das
aber geschehen?« entgegnete sie. »Die Arbeit, die euch immer wieder
zusammenführt, wird noch eine gute Zeit dauern. Kann sie die Krankheit
nicht so verschlimmern, daß sie unheilbar wird?« -- »Im Gegentheil,«
versetzte das Mädchen; »eben diese Arbeit, wenn sie gelingt, wird mich
heilen; und wenn ich mich so eifrig darum annehme, sorg' ich eigentlich
nur für mich selbst.«
Die Mutter schaute sie zweifelnd an. -- »Ganz einfach,« erwiederte die
Tochter. »Wenn das Stück geräth und gut aufgenommen wird, ist der Poet
ein gemachter Mann. Denn Talent hat er, das haben wir nun gesehen, und
wenn er einmal erfährt, wie er's am besten verwenden kann, wird er den
Weg, auf den wir ihn gebracht haben, nicht mehr verlassen. Er kann um
seine Auguste anhalten und wird sie heirathen -- und ich werde mich
beruhigen; denn so kindisch bin ich nicht, daß ich einen weiblichen
Werther spielen werde. Ist der Poet ein Ehemann und sehen wir uns wenig
oder gar nicht mehr, dann wird es in meinem Herzen wieder still werden
und nur der Nutzen der Erfahrung wird übrig bleiben.« -- Die Frau sah
ihr in's Auge und lächelte mitleidig. »Sehr gut berechnet,« entgegnete
sie. »Also für jetzt glaubst du dich deinem sogenannten Glück noch
ruhig überlassen zu können?« -- Das Mädchen sah für sich hin und über
ihr wehmüthiges Gesicht ging ein Schein von Lächeln, das nicht ohne
Schelmerei war. »Nun,« fuhr die Mutter fort, »ich kann's nicht ändern.
Du willst es haben -- sieh nun auch, wie du die Folgen trägst!«
Tage, Wochen gingen hin, die Arbeit näherte sich ihrem Ende. Sey es
die Einrichtung der Natur, zufolge welcher nach einer Zeit stürmischer
Erregung immer wieder eine Zeit der Ruhe kommt -- sey es der Einfluß,
den der gute Fortgang des Stücks auf ihr Gemüth übte, genug, Rosa wurde
schon in dieser Zeit heiterer gestimmt und erfreute die Mutter durch
einen Ausdruck ernster Zufriedenheit. Der Poet hatte aber auch den Takt
oder das Glück, ihr fast nie mehr durch Naivetäten wehe zu thun. In der
Freude seines Herzens über das Gelingen der Arbeit wurde er dankbarer
gegen die Spenderin, unwillkürlich zarter, und ließ keinen guten Anlaß
vorübergehen, ihr Lob zu sagen. Der letzte Akt brachte so das Ende gut
Alles gut nicht nur für die Personen des Stücks, sondern auch für die
Erfinderin, die eine große Genugthuung empfand, wobei das Bewußtseyn
gelungener Hülfe die Melancholie der Entsagung weit überwog.
Heinrich fühlte sich im Innersten glücklich. Viel Mühe hatte er sich
gegeben; aber nun durchdrang ihn eine Sicherheit, wie er sie in solcher
Klarheit nie empfunden hatte. Sein eigenes Urtheil stimmte mit dem der
Freundinnen -- eine Täuschung war unmöglich.
Als er an einem sonnigen Wintermorgen die letzten Auftritte skizzirt
hatte und die Schönheit des Wetters ihn auf die Straße lockte,
begegnete ihm Willmann. Sie begrüßten sich und der Novellist sagte:
»Nun, ich gratulire. Ihr Schauspiel soll gut -- sehr gut werden.« --
»Woher wissen Sie das?« fragte Heinrich. -- »Ich weiß es,« entgegnete
der Andere behaglich.
Der Poet nickte begreifend und sagte dann: »Ich meine freilich selber,
daß es mir geräth; und ich hoffe nun, den beiden Herrn, die mich wegen
meiner Tragödie so schmählich heruntergemacht haben, beweisen zu
können, daß ich auch etwas zu liefern vermag, wofür sie mir Dank wissen
müssen.« -- »Dem,« versetzte Willmann, »sehen sie mit Freuden entgegen;
denn Jeder freut sich, wenn er ein Projekt gelingen sieht.«
»Wie muß ich das verstehen?« rief Heinrich. -- »Nun,« erwiederte der
Doktor, »am Ende muß es ja doch heraus, ich will's Ihnen also gestehen,
daß wir Ihnen einen Streich gespielt haben, einen Streich zu Ihrem
Besten. In Ihrer Tragödie waren Sie auf einer Straße des Verderbens,
zeigten aber trotz Allem eine nicht gewöhnliche Befähigung zum
Dramatiker -- darüber waren die Regisseure einig. Wie diese Befähigung
nun von jenem Pfad abziehen? Wir kamen zusammen, beriethen uns, und es
wurde beschlossen, eine energische Kur anzuwenden. Ihr Verlangen, die
Urtheile kennen zu lernen, setzte man voraus und redigirte sie für den
Autor besonders. Der Trank wurde verschluckt und wirkte gründlich.«
»Ah,« rief Heinrich mit einem Ausdruck von Empfindlichkeit. »So habt
ihr also mit mir gespielt?« »Aus Antheil an Ihnen,« fuhr Willmann
begütigend fort, »aus Achtung vor Ihrem Talent! Es galt, Sie von Ihrer
tragischen Ueberschwänglichkeit _par force_ wegzubringen, und in diesem
Sinn hat Freund Berger allerdings vortrefflich gearbeitet. Genug,
es ist geglückt, Sie haben sich nicht nur auf die rechte Wahlstatt
begeben, sondern nach allem, was ich höre, darauf auch schon einen Sieg
erkämpft.«
Unser Poet entrang sich doch nur mit Mühe der demüthigenden Empfindung,
geführt, wenn auch zu seinem Besten geführt zu seyn. »Es ist
geglückt,« begann er nach einer Pause; »aber nicht durch euch, ihr
Herrn, sondern durch ein liebenswürdiges Geschöpf, das mich freundlich
aufgeklärt und mir das Bessere an die Hand gegeben hat.«
»Wohl,« versetzte der Andere; »aber dieser Freundlichkeit mußte
vorgearbeitet seyn, wenn sie bei einem so verstockten Idealisten
durchdringen sollte. Die Heilung ist methodisch vor sich gegangen.
Nach der Erschütterung durch Donner und einschlagenden Blitz kam der
Sonnenschein und that das Uebrige.« -- »Die Hauptsache!« warf Heinrich
ein. -- »Die Hauptsache,« wiederholte der Schriftsteller, »zugegeben!«
Er schwieg einen Moment und fuhr dann lächelnd fort: »Für Sie kann man
wirklich gute Hoffnungen hegen. Ein junger Mann, der notorisch verlobt
ist, gewinnt noch andere Frauenherzen, so sehr, daß sie sogar Opfer
bringen für ihn. Mein lieber College, Sie kommen durch die Welt, darauf
können Sie sich verlassen. Und eins ins andere gerechnet, sind Sie nun
doch eigentlich mit einem sehr gnädigen Lehrgeld davon gekommen.«
Während dieses Gesprächs waren sie unvermerkt in die Nähe des Theaters
gelangt. Willmann richtete seinen Blick auf das stattliche Gebäude und
sein Gesicht erheiterte sich. Zwei Männer waren aus einem Seitenthor
getreten und kamen gegen sie her; es waren die Regisseure. Heinrich
konnte nicht umhin, mit Willmann vorwärts zu gehen, obwohl er vor der
Begegnung eine erklärliche Scheu empfand. Er hatte die Herrn nach der
Lektüre ihrer Urtheile nicht nur nicht wieder besucht, sondern auch auf
der Straße glücklich vermieden, so daß für ihn jetzt eine Art Eis zu
brechen war. Indessen zeigte sich, daß er die Zeit her doch viel Welt
in sich aufgenommen hatte; denn er bezwang sich und es gelang ihm, die
Begrüßung möglichst unbefangen abzumachen.
Hallfeld (so hieß der ältere der beiden Schauspieler) dankte freundlich
und sagte: »Wir haben uns lange nicht gesehen. Wie ich aber höre, sind
Sie die Zeit her fleißig gewesen und werden bald etwas Schönes fertig
haben!« -- »Fertig,« entgegnete Heinrich, »wird es bald seyn. Ob es
etwas Schönes ist, werden Sie zu entscheiden haben.«
Der Komiker und Intrigant hatte unterdeß einen Blick auf ihn geworfen,
in welchem Spott und Wohlwollen sehr ergötzlich gemischt waren. »Sie
haben sich,« bemerkte er mit höflichem Kopfneigen, »herabgelassen,
einen Stoff aus dem gewöhnlichen bürgerlichen Leben zu behandeln
und ein Schauspiel zu schreiben?« -- Heinrich sah ihn an und zuckte
unwillkürlich die Achsel. -- »Sie soll gelungen seyn,« fuhr jener fort,
»die Frucht Ihrer Condescendenz.« -- »Die Freundin,« warf Hallfeld
ein, »hat mit uns darüber gesprochen. Demnach wäre am Erfolg nicht zu
zweifeln, und ich hoffe, daß wir es bald zu lesen bekommen werden.«
»Ich freue mich sehr auf den Intrigant,« versetzte Berger, »der
recht eine Rolle für mich seyn soll. Mir sagen nämlich ganz
besonders gemischte Charaktere zu -- Menschen, die mit respektabler
Schlechtigkeit eine Art von Gutmüthigkeit, ja Biederkeit verbinden. So
Einer, wie ich aus den gegebenen Andeutungen schließen möchte, kommt in
Ihrem Stück vor.« -- »Und soll,« entgegnete Heinrich mit eingehender
Laune, »wenn das Stück angenommen wird, auch dem Künstler zufallen, den
die Natur geschaffen zu haben scheint, Charaktere dieser Art congenial
zu versinnlichen.« -- »Charmant!« rief der Komiker, während die Andern
lächelten.
»Ich gestehe,« begann Willmann, »ich freue mich sehr auf die
Vorstellung, an der ich nicht mehr zweifle. Sie haben,« fuhr er auf
Heinrich blickend fort, »durch Ihre erste Arbeit ernstlichen Antheil
erregt.« -- »Allerdings,« bemerkte der Heldenvater mit Würde. --
»Unbedingt!« setzte der Komiker hinzu. -- »Und da Sie sich in der Zeit
der Calamität so ritterlich gehalten haben, so gönnen wir Ihnen von
ganzem Herzen einen öffentlichen Erfolg.« -- »Und den wohlverdienten
Lorbeer,« ergänzte Berger -- »den Lohn der Demuth, die sich selbst
bezwungen!« -- Nach weiterem Austausch von Höflichkeiten dieser Art
schied man erheitert und mit den besten Wünschen. Heinrich ging nach
der Wiederanknüpfung mit den Kunstverwandten eines hin und wieder doch
lästig empfundenen Druckes entledigt nach Hause. Behaglich fühlte er,
wie sich der Weg für ihn mehr und mehr ebnete und ein günstiges Zeichen
nach dem andern hervortrat.
An demselben Tag schrieb er einen längeren Brief an Auguste. Die
Geliebte hatte ihm auf die Meldung, daß er auch das zweite Trauerspiel
einstweilen liegen gelassen und nun an einem Schauspiel arbeite,
nach längerem Schweigen eine Antwort gesandt, welche die zärtlichste
Besorgniß für ihn an den Tag legte, indem nach den bisherigen
Erfahrungen leider nicht mit Gewißheit angenommen werden könne, daß
er bei dieser neuen Arbeit ausharren werde. Darauf hatte der Verlobte
sie durch Versicherungen beruhigt, die, wenn sie nicht Ueberzeugung
bewirkten, doch Glauben fanden. Jetzt konnte er nicht nur die
Vollendung, sondern gleich auch die Gelungenheit des Stücks anzeigen --
und mit welch gerechtem Selbstgefühl that er es!
»Ja, meine Theure,« schloß der Bericht, »meine Prüfungszeit ist vorüber
und der Lohn der Ausdauer so gewiß, daß ich ihn schon in der Hand
zu haben glaube. Endlich, endlich ist mir's gelungen! Nicht nur die
Annahme des Stücks, auch die Wirkung auf der Bühne und das Verbleiben
auf dem Repertoire ist mir verbürgt -- durch das Urtheil von Kennern.
In vierzehn Tagen ist die Arbeit fertig, revidirt, bühnengemäß
hergestellt; der raschen Annahme wird die rasche Darstellung folgen,
und dann heißt's: Auf Wiedersehen! auf glückseliges Wiedersehen!«
Dem Brief war eine Nachschrift beigefügt, die also lautete: »Die
frühere Aeußerung über Doctor Willmann muß ich zurücknehmen. Hinter
einer allerdings etwas gewöhnlichen Außenseite verbirgt dieser
Schriftsteller ein tieferes Herz, und an mir und meinem Schicksal nimmt
er wahren Antheil. Theilt er nicht alle meine Ideen, so ist er doch ein
Mitstrebender und Literat im besten Sinne des Worts, eine redliche,
neidlose Seele, ein Freund, auf den ich rechnen kann.«