Das Nixchen

Ein Nixchen ist ans Land geschwommen,

Steht unter einem Blütenbaum,

Die warmen Sommerwinde kommen

Und trocknen ihr den feuchten Saum.

Mit großen Augen sieht die Kleine

Stumm in die heiße Flimmerglut;

Wie wird in all dem Sonnenscheine

Dem Nixchen wunderlich zu Mut.

In ihre kühle Mädchenkammer

Fällt nur ein ganz gedämpftes Licht,

Als wie durch einen langen Jammer

Ein schwacher Strahl der Hoffnung bricht.

Hier aber ist ein Gleiß und Glimmer,

Ihr thun davon die Augen weh;

Doch reglos steht sie, staunt nur immer,

Die kleine blonde Wellenfee.

Auf einmal fängt sie an zu weinen,

Weiß nicht warum, weint leis sich aus,

Und schlüpft dann auf behenden Beinen

Zurück ins kühle Wasserhaus.

Hohe Sommertage: Neue Gedichte · 第 56 / 82 题