DER WAHLSTREIT

I

Ich saz ûf eime steine

und dahte bein mit beine,

dar ûf sast' ich den ellenbogen;

ich hete in mîne hant gesmogen

mîn kinne und ein mîn wange.

dô dâhte ich mir vil ange,

wes man zer werlte solte leben.

dekeinen rât kond' ich gegeben,

wie man driu dinc erwurbe,

der keines niht verdurbe.

diu zwei sint êre und varnde guot,

daz dicke ein ander schaden tuot;

daz dritte ist gotes hulde,

der zweier übergulde.

die wolde ich gerne in einen schrîn.

jâ leider des'n mac niht gesîn,

daz guot und werltlich êre

und gotes hulde mêre

zesamene in ein herze komen.

stîg' unde wege sint in benomen:

untriuwe ist in der sâze,

gewalt vert ûf der strâze,

frid' unde reht sint sêre wunt:

diu driu enhabent geleites niht, diu zwei enwerden ê gesunt.

Gedichte und Sprüche in Auswahl · 第 20 / 39 题