Zu den Drangsalen durch den Feind gesellten sich die Verheerungen,
welche die Pest über das ganze obere Gebirge brachte. Sie wütete
besonders im August und September 1633 in +Annaberg+, +Marienberg+,
+Zöblitz+, +Altenberg+, +Zwickau+ und Umgegend. +Annaberg+ hatte
eine Menge der wegen Kriegsdrangsale flüchtigen Landleute nur eben
aufgenommen, als fast gleichzeitig die Pest ihren grauenhaften Einzug
hielt und in kürzester Zeit die meisten unglücklichen Flüchtlinge
tötete. Ebenso wurden viele Bewohner der Stadt selbst von der Seuche
erfaßt. Im August gab es in 140 Häusern Pestkranke. Es sind deshalb
manchen Sonntag 385 Abendmahlsgäste in der Kirche gewesen, um noch
Trost vor dem nahenden Tode zu suchen. Auch die meisten Schüler der
Lateinschule wurden dahingerafft, daß nur wenige, wie schon 1521,
übrig blieben. +General Holck+ starb auch 1633 zu +Adorf+ an der Pest.
Die an der ansteckenden Krankheit Verstorbenen, deren Särge man nicht
durch die Gottesackerkirche trug, schaffte man durch das von der
Geyersdorfer Straße unmittelbar hineinführende Thor. Es erhielt davon
den Namen »+Pestthor+«.
Nach Arnold u. a.