2. Die Einrichtung des Banners.

Das sächsische Banner sollte aus 5 Schwadronen Reiterei, 2 Regimentern

Jäger, 1 Kompanie Sappeurs und aus einem verhältnismäßigen

Artilleriekorps bestehen. Die Mitglieder des Banners erhielten den

Rang eines Gefreiten, Befreiung von körperlicher Züchtigung und wurden

mit »Sie« angeredet. Wer aus bürgerlichem Dienste in das Banner trat,

behielt sein Amt und die Einkünfte desselben. Nach Beendigung des

Krieges konnte jedes Banner in seine vorigen Verhältnisse zurücktreten.

Jeder, der den Feldzug mitgemacht hatte, sollte bei seiner Beförderung

im Dienste berücksichtigt werden. Die Freiwilligen des Banners mußten

sich selbst kleiden, beritten machen und womöglich auch bewaffnen.

Anfang Dezember war die Anzahl der Freiwilligen bereits auf 1500

gestiegen. Die angesehensten Männer traten in die Reihen der Gemeinen.

Einer der ersten Freiwilligen war der Professor +Krug+ in Leipzig,

der das Jahr zuvor Rektor Magnifikus gewesen war. Ebenso folgte der

Professor ~Dr.~ +Tzschirner+ in Leipzig als Feldprobst.

Aus +Schwarzenberg+ und dem Hammerwerke +Erla+ traten 17 junge Männer

zum Banner.

Aller Orten und Enden wurden zahllose Scharen von Rekruten geübt, um

geschickt zu werden, an der feierlichst verkündigten und versprochenen

Freiheit des deutschen Vaterlandes mit aller Macht kämpfen und arbeiten

zu helfen. Das Erzgebirge blieb nicht zurück. Mehrere Abteilungen

Landwehr bildeten sich auf den Bergen und in den Thälern desselben.

Auch das Banner erhielt manchen Gebirger in seinen stattlichen

Reihen. Das erste Bataillon des Banners empfing sogar eine Fahne von

+Schneeberg+.

Nach Karl Lehmann.

Geyer und das Obererzgebirge in Sage und Geschichte · 第 100 / 209 题