III. als qualitativ bestimmte Quantität; Maaß.

Diese Eintheilung ist hier, wie in der Einleitung von diesen

Eintheilungen überhaupt erinnert worden, eine vorläufige Anführung;

ihre Bestimmungen haben erst aus der Bewegung des Seyns selbst zu

entstehen, sich dadurch zu definiren und zu rechtfertigen. Über die

Abweichung dieser Eintheilung von der gewöhnlichen Aufführung der

Kategorien, nämlich als Quantität, Qualität, Relation und Modalität,

was übrigens bei Kant nur die Titel für seine Kategorien seyn sollen,

in der That aber selbst, nur allgemeinere, Kategorien sind,—ist hier

nichts zu erinnern, da die ganze Ausführung das überhaupt von der

gewöhnlichen Ordnung und Bedeutung der Kategorien Abweichende zeigen

wird.

Nur dieß kann etwa bemerkt werden, daß sonst die Bestimmung der

Quantität von der Qualität aufgeführt wird,—und dieß—wie das

Meiste—ohne weiteren Grund. Es ist bereits gezeigt worden, daß der

Anfang sich mit dem Seyn als solchem macht, daher mit dem qualitativen

Seyn. Aus der Vergleichung der Qualität mit der Quantität erhellt

leicht, daß jene die der Natur nach erste ist. Denn die Quantität ist

die schon negativ gewordenen Qualität; die Größe ist die Bestimmtheit,

die nicht mehr mit dem Seyn Eins, sondern schon von ihm unterschieden,

die aufgehobene, gleichgültig gewordenen Qualität ist. Sie schließt die

Veränderlichkeit des Seyns ein, ohne daß die Sache selbst, das Seyn,

dessen Bestimmung sie ist, durch sie verändert werde; da hingegen die

qualitative Bestimmtheit mit ihrem Seyn Eins ist, nicht darüber

hinausgeht, noch innerhalb desselben steht, sondern dessen unmittelbare

Beschränktheit ist. Die Qualität ist daher, als die unmittelbare

Bestimmtheit die erste und mit ihr der Anfang zu machen.

Das Maaß ist eine Relation, aber nicht die Relation überhaupt, sondern

bestimmt der Qualität und Quantität zu einander; die Kategorien, die

Kant unter der Relation befaßt, werden ganz anderwärts ihre Stelle

nehmen. Das Maaß kann auch für eine Modalität, wenn man will, angesehen

werden; aber indem bei Kant diese nicht mehr eine Bestimmung des

Inhalts ausmachen, sondern nur die Beziehung desselben auf das Denken,

auf das Subjektive, angehen soll, so ist dieß eine ganz heterogene,

hierher nicht gehörige Beziehung.

Die dritte Bestimmung des Seyns fällt innerhalb des Abschnittes, der

Qualität, indem es sich als abstrakte Unmittelbarkeit zu einer

einzelnen Bestimmtheit gegen seine anderen innerhalb seiner Sphäre

herabsetzt.

Erster Abschnitt. Bestimmtheit (Qualität).

Das Seyn ist das unbestimmte Unmittelbare; es ist frei von der

Bestimmtheit gegen das Wesen, so wie noch von jeder, die es innerhalb

seiner selbst erhalten kann. Dieß reflexionslose Seyn ist das Seyn, wie

es unmittelbar nur an ihm selber ist. Weil es unbestimmt ist, ist es

qualitätsloses Seyn; aber an sich kommt ihm der Charakter der

Unbestimmtheit nur im Gegensatze gegen das Bestimmte oder Qualitative

zu. Dem Seyn überhaupt tritt aber das bestimmte Seyn als solches

gegenüber, damit aber macht seine Unbestimmtheit selbst seine Qualität

aus. Es wird sich daher zeigen, daß das erste Seyn, an sich bestimmtes,

und hiermit

Zweitens, daß es in das Daseyn übergeht, Daseyn ist, daß aber dieses

als endliches Seyn sich aufhebt, und in die unendliche Beziehung des

Seyns auf sich selbst,

Drittens in das Fürsichseyn übergeht.

Erstes Kapitel. Seyn.

A. Seyn.

Seyn, reines Seyn,—ohne alle weitere Bestimmung. In seiner unbestimmten

Unmittelbarkeit ist es nur sich selbst gleich, und auch nicht ungleich

gegen Anderes, hat keine Verschiedenheit innerhalb seiner, noch nach

Außen. Durch irgend eine Bestimmung oder Inhalt, der in ihm

unterschieden, oder wodurch es als unterschieden von einem Anderen

gesetzt würde, würde es nicht in seiner Reinheit festgehalten. Es ist

die reine Unbestimmtheit und Leere.—Es ist nichts in ihm anzuschauen,

wenn von Anschauen hier gesprochen werden kann; oder es ist nur dieß

reine, leere Anschauen selbst. Es ist eben so wenig etwas in ihm zu

denken, oder es ist ebenso nur dieß leere Denken. Das Seyn, das

unbestimmte Unmittelbare ist in der That Nichts, und nicht mehr noch

weniger als Nichts.

B. Nichts.

Nichts, das reine Nichts; es ist einfache Gleichheit mit sich selbst,

vollkommene Leerheit, Bestimmungs- und Inhaltslosigkeit;

Ununterschiedenheit in ihm selbst.—Insofern Anschauen oder Denken hier

erwähnt werden kann, so gilt es als ein Unterschied, ob etwas oder

nichts angeschaut oder gedacht wird. Nichts Anschauen oder Denken hat

also eine Bedeutung; beide werden unterschieden, so ist (existirt)

Nichts in unserem Anschauen oder Denken; oder vielmehr ist es das leere

Anschauen und Denken selbst; und dasselbe leere Anschauen oder Denken,

als das reine Seyn.—Nichts ist somit dieselbe Bestimmung oder vielmehr

Bestimmungslosigkeit, und damit überhaupt dasselbe, was das reine Seyn

ist.

Wissenschaft der Logik — Band 1 · 第 12 / 52 题