1 Wie wil horen een goet nieu liet
en dat sal ic ons singhen,
mer dat te Wittenberch is gheschiet
van also vreemde dinghen.
2 Daer ghinghen twee ghespeelken goet
so verre aen gheen groen heide,
die een die voerde enen hupschen moet,
die ander weende sere.
3 'Ghespele, wel lieve ghespeelken goet,
waer om weent ghi so sere?
mer weent ghi om uws vaders goet
oft weent ghi om uw ere?'
4 'Ic en ween niet om mijns vaders goet,
ic en ween niet om mijn ere;
wi twee wi hebben enen lantscnecht lief,
rijc god, wie sal hem werden?'
5 'Ghespele, wel lieve ghespele goet,
laet mi den lantscnecht allene!
ic sal u minen broeder gheven,
mijns vaders goet een dele.'
6 'Och dinen broeder en wil ic niet
noch dijns vaders goet een dele,
ic hebbe veel liever mijn soete lief
dan silver oft root gulden.'
7 Die lantscnecht al onder der linden stont,
hi hoorde der reden een ende:
'och rike god vans hemels troon!
tot wie sal ic mi wenden?
8 En neme ic dan die rike,
so truert die suiverlike,
die rike wil ic laten varen
ende nemen die suiverlike.
9 Een luttel goets is haest verteert,
dan heeft die liefde een ende,
dan sijn wi twee noch jonc ende sterc,
meer goets mach ons ghewerden.'
Antw. LB. 1544. Nr. 162. mit Weglassung der drei letzten Strophen
(Uhland Nr. 115. B.) Strophe 7 von mir ergänzt.--Willems (Nr. 57.) hat
diesen Text geändert "Naer afschriften der XVIe eeuw", die er aber
nicht näher angibt, auch wol nicht angeben konnte, weil sie nach
meiner Ansicht gar nicht vorhanden sind. Er sucht die Assonanzen und
schlechten Reime zu verbessern: so macht er 2, 4. die ander weende
sere zu maer dandere die schreide (: heide); das Volksthümliche 5,
4. mijns vaders goet een dele zu mijns vaders goet in leene (: allene),
so auch 6, 2. een dele zu in leene; dann 6, 4. aus gulden ein gar nicht
vorhandenes guldine. Endlich verwandelt er 9, 2. dan heeft die liefde
een ende in dan gaet die liefde sterven und 9, 4. meer goets mach
ons ghewerden in dat doet ons goet verwerven. Der lantscnecht wird
bei ihm zum ridder, die suverlike (die hübsche) 8, 2. zur armelike,
und endlich fügt er noch eine neue Strophe am Schlusse hinzu, die
ich für seine Zuthat halte:
Hi stac aen haer sneewitte hant
een vingherlinc root van goude.
'hou daer, sprac hi, jonc maechdeken,
een onderpant van mijn trouwe!'
Er hält das deutsche Lied für eine "hoogduitsche vertaling" und hat
doch danach nur selbst "vertaeld."
Er gab ir von gold ein ringelein
an ir schneweiße hende:
'sih da, du feins brauns megdelein!
von dir wil ich nit wenden.'
Willems hat die 1. Strophe weggelassen und eine 7. ebenfalls
hinzugefügt, sie ist aber verschieden von meiner hinzugefügten. Während
ich mich an das Deutsche gehalten habe, ist W. ganz davon abgewichen;
bei ihm lautet sie:
Dat hoorde die ridder al daer hi stont,
dat hoorde hi onder den linden:
'rijc god, tot wie van dese twee
sal ic mijn herte wenden?'
Das deutsche Lied aus dem Frkf. LB. 1582. Nr. 53. (bei Uhland
Nr. 115. A.) lebt noch jetzt im Munde des Volks, s. Schles. Volkslieder
Nr. 17.
¶ Nr. 67.