Arabella.«

Diesem Briefe war ein Schreiben Camills angeschlossen, das

folgendermaßen lautete:

»Werter Herr Student, indem ich Ihnen den Brief des gnädigen Fräuleins

sende, welchen am Tage der Abreise das Fräulein mir übergeben haben,

ersuche ich die Verzögerung zu entschuldigen, daß ich ihn erst heute

sende und die ersuchte Auskunft sende. Wir sind wegen der Hitze und weil

es schon schwer war mit der Abwirtung im Hotel in kühlere Gegend

gezogen. Der Herr und das Fräulein wohnen am Berge in einer

Alpenherberge. Ich bin eine Stunde unterhalb im Postgasthof einlogiert,

bringe mittags die Briefe hinauf und besorge das Nötige. Von dem, was

ich im vorigen Schreiben mitgeteilt habe, ist alles bewahrheitet und man

verstellt sich auch vor mir nicht mehr. Ich vertrage die hohe Luft

schlecht, nachdem ich kein junger Mensch mehr bin, der Wein ist schlecht

und wäre gern schon fort. Vielleicht ist es einem studierten Menschen

wie Ihnen möglich, darauf hinzuwirken, daß das Fräulein den gnädigen

Herrn eilt, daß wir bald nach Paris kommen, was geplant ist. Dort ist es

dann auch für Sie leichter und Paris ist etwas für Sie. Da werden Sie

erst Ohren und Augen aufmachen. Für die Zigarren schönen Dank. Es ist

aber nicht nötig. Ich tue es gern. Wenn Sie etwas übrig haben, bringen

Sie es meiner Landsmännin, der Monika Gallo, in der Brunnberggasse Nr.

12. Das ist ein liederliches Frauenzimmer, aber ich unterstütze sie,

weil sie ein gutes Mensch ist und ihre Großmutter mich aufgezogen hat.

Nachher bin ich zum Militär gekommen und nach der Dienstzeit bei meinem

Offizier geblieben. So hat es mit meinem Beruf angefangen, so daß ich

mich gut fortgebracht habe.

Wenn es ein Wiedersehen gibt, erzählt man sich wieder Verschiedenes von

einst und jetzt. Aber schauen Sie, daß wir hier fortkommen. Der Wein ist

hier ganz ungenießbar. Auch Weiber gibt es nicht. Ich empfehle mich

Ihnen und verbleibe grüßend

Vögelchen · 第 16 / 74 题