III. Für das Archiv.

(Nr. 4626-4627.)

=London.= /Dr. Albert Lichtenstein/, Professor: Ein Originalbrief

Alexanders von Humboldt. Ohne Datum. Autograph. -- =Nürnberg.= /O.

Gebert/, Numismatiker: Urkunde des Augustinerklosters zu Nürnberg an

Hans Unbehawen daselbst, über einen für diesen wegen einer Schenkung

eingesetzten Jahrtag 1482, Juli 24. Perg.

Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.

/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./

Redigirt von Franz Zimmermann. Hermannstadt, 15. September 1879. Nr. 9.

8.

Ad calendas graecas. Von J. W. -- Literatur. -- Bibliographie. --

Vereinsangelegenheiten. -- Kleine Mittheilungen.

/Mittheilungen des historischen Vereines für Steiermark./

Herausgegeben von dessen Ausschusse. XXVII. Heft. Graz, 1879. 8.

Vereins-Angelegenheiten. -- Zur Geschichte der ältesten, insbesondere

deutschen Ansiedlung des steiermärkischen Oberlandes... Von Dr.

F. Krones. -- Ueber die letzte Ruhestätte des Christof Rauber,

Administrators des Bisthums Seckau etc. Von P. J. Wichner. -- Ein

weiterer Beitrag zur Kulturgeschichte des XVII. Jahrh. Von.. Dr. Joh.

Krautgasser. -- Ein Marburger Hexenprocess vom Jahre 1546. Von Rud.

Reichel. -- Zur Geschichte des Buchdruckes, der Büchercensur und des

Buchhandels zu Graz im 16. Jahrhunderte. Von Dr. Rich. Peinlich. --

Kleinere Mittheilungen: Die lutherische Kirche zu Scharfenau. Von Dr.

Ignaz Orožen. -- Urkundenbuch des Herzogthums Steiermark. Ang. von

Dr. F. Krones.

/Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen./

Herausgeg. von dems. Vereine. 16. Jahrg. Graz, 1879. 8.

Ueber die Anfänge und den älteren Besitz des Dominicaner-Klosters zu

Pettau. Von Zahn. -- Materialien zur Geschichte des Landtagswesens

der Steiermark in Regesten und Auszügen. Die Zeiten Ferdinands I.

1522-1564. Von Krones. -- Zünfte in Radkersburg und Materialien zu

ihrer Geschichte. Von Gomilschak. -- Kunst und Künstler in ihrer

Förderung durch die steir. Landschaft vom 16.-18. Jahrh. Von Kümmel. --

Kleine Mittheilungen.

/Der Kirchenschmuck./ Blätter des christlichen Kunstvereines der

Diöcese Seckau. X. Jahrg. 1879. Nr. 9. Graz, 1879. 8.

Die Pfarrkirche St. Oswald zu Eisenerz. (Schl.) -- Der gothische

Baustyl in Italien. Forts. -- Notizen etc.

/Verhandlungen des historischen Vereines für Niederbayern./ XX.

Bd. 1. u. 2. Heft. Landshut. 1879. 8.

Beiträge zum Rohrer Schenkungsbuche. Kritisches und Exegetisches

mit besonderer Rücksicht auf mittelalterliche Topographie, verfaßt

von Franz Chrstn. Höger. -- Historische Notizen vom Markte Reisbach

an der Vils. Mitgeth. von Härtl. -- Aventin’s vierhundertjährige

Geburtstagsfeier in Abensberg.... Von Peter Paul Dollinger. -- Das

Schenkungs- und Saalbuch des Klosters Rohr. Eine Entgegnung von G.

Heinrich.

/Forschungen zur deutschen Geschichte./ Herausgegeben von der

/historischen Commission bei der K. bayerischen Akademie der

Wissenschaften/. Neunzehnten Bandes drittes Heft. Göttingen, 1879. 8.

Graf Georg Friedrich von Hohenlohe und die Schlacht am weißen Berge

bei Prag. Von Jul. Krebs. -- Zur Quellenkunde des XIV. Jahrhdts. I.

Eine Papstgeschichte bis auf Benedict XII. II. Konrad von Halberstadt,

das Chronicon Sampetrinum und Heinrich von Hervord. Von Dr. C. Müller.

-- Straßburgs Theilnahme an dem Kampf zwischen Adolf von Nassau und

Albrecht von Oesterreich. Von Dr. G. Winter. -- Die Grafen von Rieneck

und Looz als Burggrafen von Mainz. Von Prof. C. Hegel. -- Kleinere

Mittheilungen: Die Verse in der Historia Constantinopolitana und

der Dichter des Ligurinus. -- Zum Paktum K. Heinrichs II. mit Papst

Benedict VIII. Von Prof. L. Weiland. -- Ueber das Eigenthum an und von

Sklaven nach den germanischen Volksrechten. Von Dr. J. Jastrow. --

Nachträge zu den Denkversen Band XVII. Von Waitz. -- Preisaufgabe der

Commission.

/Kunst und Gewerbe./ Wochenschrift zur Förderung deutscher

Kunst-Industrie. Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum zu

Nürnberg/. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang,

1879. Nr. 37 und 38. Nürnberg, 1879. 8.

Die Blechindustrie und ihre gegenwärtige Ausstellung in Nürnberg.

-- Kleine Nachrichten, Literatur etc --. Abbildungen: Entwurf eines

Brunnens. Federzeichnung aus der Sammlung der Uffizien in Florenz. --

Schale von Hans Holbein. -- Pergamentpressung einer Buchdecke des 16.

Jahrhdts. Kanne mit Emailmalerei, (Limoges, 16. Jhdt.) -- Unterbau

des Messpultes aus dem Chor von St. Giorgio magg. in Venedig. --

Handzeichnung von Bernardino Pocetti. Aus der Sammlung der Uffizien in

Florenz.

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./

Beiblatt zur Wochenschrift. /Kunst und Gewerbe./ Redigirt von Dr.

O. von Schorn. Sechster Jahrgang. 1879. Nr. 19.

Bekanntmachungen, Anzeigen etc.

/Einundvierzigster Bericht/ über Bestand und Wirken des

/historischen Vereins zu Bamberg/ im Jahre 1878. Bamberg, 1879. 8.

Vereinsnachrichten. -- Vierter Einfall der Preußen in Bamberg 1762. Von

H. G. Kilian. -- Geschichte des St. Clara-Klosters dahier. Von Baron

von Horn. -- Berichtigung einer Urkunde über Heinrich II. Von Dr. Will.

/Archiv für hessische Geschichte und Alterthumskunde./

Herausgegeben aus den Schriften des /historischen Vereins für das

Großherzogthum Hessen/. Vierzehnten Bandes drittes Heft. Darmstadt,

1879. 8. (Mit 1 Kärtchen.)

Aus Archivalien der Stadt Friedberg in der Wetterau aus dem

15.-16. Jahrhdt. Von Dr. L. Dieffenbach. -- Aus der älteren

Geschichte der hessischen Artillerie. Von C. Leydhecker. -- Aus

der Geschichte des Dorfes Planig. Ein Beitrag zur rheinhessischen

Geschichte in verschiedenen Jahrhunderten. Von Ernst Wörner. -- Zur

Reformations-Geschichte der Grafschaft Erbach. Mitgeth. von Ernst

Grafen zu Erbach. -- Die Baumkircher Gesellschaft zu Laubach. Von

Wilh. Matthaei. -- Regesten der in der Sammlung des Mannheimer

Alterthumsvereins befindlichen hessischen Urkunden. Mitgetheilt

von G. Christ. -- Urkunden. Mitgeth. von Dr. G. Frhr. Schenk zu

Schweinsberg, Dr. Bockenheimer, W. Crecelius und Dr. Falck. -- Beiträge

zur Ortsgeschichte. Von G. Schwabe, G. Christ und G. Frhr. Schenk zu

Schweinsberg. -- Miscellen etc.

Erster /Jahresbericht des oberhessischen Vereins für

Localgeschichte/. Vereinsjahr 1878-1879. (Vom 15. Juni 1878 bis 15.

Juni 1879.) Redig. vom Vereinssecretär. Gießen, 1879. 8.

Vereinschronik. -- Das Hainhaus bei Grüningen. Von Deichert. --

Altgermanische Gräber bei Gießen. Von Dr. Gareis. -- Ortsnamen aus

der Umgegend von Gießen nach den ältesten Urkunden des Lorscher

Traditionscodex. Von dems. -- Ueber eine Handschrift des kleinen

Kaiserrechts. Von dems. -- Die Mark Altenstadt. Von Irle. -- Chronik

von Wetterfeld aus den Jahren 1608-1654. Von Dr. Klewitz. --

Meineidsverwarnung aus einem alten Münzenberger Gerichtsbuch. Mitgeth.

von Irle. -- Kleinere Mittheilungen aus dem Vereins-Archiv.

Geschichte und Beschreibung von Münzenberg in der Wetterau.

Herausgegeben von /dems. Vereine/. Gießen, 1879. 8. 39 Seiten. Mit

einem Situationsplan.

/Zeitschrift des Vereins für thüringische Geschichte und

Alterthumskunde./ Neue Folge. Erster Band. Der ganzen Folge neunter

Band. Heft 3 u. 4. Jena, Verlag v. E. Frommann. 1879. 8.

Zur Geographie Thüringens (700-1000). Von Dr. Ulr. Stechele. -- Die

Entstehung der kursächsischen Kanzleisprache. Von Ernst Wülcker. --

Das Serviten-Kloster zu Vacha, seine Gründung und Schicksale... Von

Karl Hahn. -- Beiträge zur Genealogie der Grafen von Henneberg bis

zum Ausgange des 13. Jahrh. Von Werneburg. -- Saalbrückenstiftungen

im Mittelalter. Mit besonderer Berücksichtigung der Saalbrücken

in Orlamünde und Kahla. Von Lommer. -- Vereinsangelegenheiten. --

Literarische Mittheilungen. -- Miscellen.

/Zwanzigster Bericht der Philomathie zu Neiße/ vom Mai 1877 bis

zum August 1879. Mit 4 Figurentafeln. Neiße, 1879. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Zwei Urkunden, mitgetheilt von Dr. Schulte.

-- Die Siegel der Stadt Neiße. Von dems.

/Philologische und historische Abhandlungen der k. Akademie der

Wissenschaften zu Berlin./ Aus dem Jahre 1878. Berlin, 1879. 4. 238

Stn. Mit 5 lithogr. Tafeln.

Ueber die Psychologie von Joh. Nicolas Tetens. Von Harms.

/Mittheilungen des Vereins für anhaltische Geschichte und

Alterthumskunde./ Zweiter Band, 5. Heft. Dessau, 1879. 8.

Die Vermählungs-Medaillen des anhaltischen Fürstenhauses. Von

Th. Stenzel. -- Wigbert von Groitsch. Von Dr. G. Irmer. -- Ueber

anhaltische Volksmundarten. Von Dr. H. Wäschke. -- Vermischtes:

Der Klosterbusch zu Lösewitz. Von Dr. H. Suhle. Bruchstücke eines

niederdeutschen Namensverzeichnisses. Von Dr. H. Zurborg. --

Vereinsnachrichten.

/Neues Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde

zur Beförderung einer Gesammtausgabe der Quellenschriften deutscher

Geschichten des Mittelalters./ Vierter Band, drittes Heft. Hannover,

1879. 8.

Wilhelm von Nangis und Primat. Von Hermann Brosien. -- Die

handschriftlichen Ueberlieferungen der lateinischen Dichtungen aus

der Zeit der Karolinger. III. Von E. Dümmler. -- Handschriften in

englischen und schottischen Bibliotheken. (Forts.) Von G. Waitz. --

Nachrichten. -- Berichtigungen... -- Register.

/Monvmenta Germaniae historica/ inde ab anno Christi qvingentesimo

vsqve ad annvm millesimvm et qvingentesimvm edidit /societas

aperiendis fontibvs rervm Germanicorvm medii aevi/. Scriptorvm tomvs

XXIV. Hannoverae impensis bibliop. Hahniani. 1879. 2. 913 Stn.

/Monvmenta Germaniae historica/.... edidit societas. ...

Diplomatvm regvm et imperatorvm Germaniae tomi I. pars prior. Conradi

I. et Heinrici I. diplomata. Hannov.... Hahn... 1879. 4. 80 Stn.

/Jahrbuch der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische

Alterthümer zu Emden./ Dritter Band. Zweites Heft. Emden. 1879. 8.

Drusus, Tiberius und Germanicus an der Niederems. Von Bartels. --

Ostfrieslands Staatsverfassung im 17. Jhdt. Von Lohstöter. -- Aus der

Mansfelderzeit. Von Bartels. -- Ein Brief des Ubbo Emmius. Mitgetheilt

von Dr. Deiter. -- Gesellschaftsangelegenheiten.

/Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde./

Herausgeg. im Namen des Vereins von.... Dr. E. Jacobs. Zwölfter

Jahrgang. 1879. Erstes u. zweites Heft. Wernigerode, 1879. 8.

Die Sage von Hackelberg, dem wilden Jäger. Von Dr. P. Zimmermann. --

Die Schicksale der St. Andreaskirche zu Eisleben seit ihrer Gründung.

Von Dr. Größler. -- Amtleute in Sangerhausen. Von Clemens Menzel. --

Goslarer Wachstafeln a. d. J. 1341-1361. Mitgetheilt v. Dr. O. von

Heinemann. -- Erhaltene Nachrichten von den eingegangenen Kirchen und

Kapellen der Stadt Querfurt. Von K. Heine. -- Das Alter des Kalands

vom Banne Utzleben und dessen Hof und Kapelle zu Derenburg. Von

Ed. Jacobs. Stapelburg und Windelberode. Von dems. -- Hierographia

Wernigerodensis. Kirchliche Alterthümer der Grafschaft Wernigerode. Von

dems. -- Das heilige Blut zu Waterler (Wasserleben) u. Wernigerode.

Von dems. -- Zur Schul- u. Kirchengeschichte Eislebens aus den

Jahren 1525-1536. Von Kawerau. -- Von Elbingerode nach Windsor. Anno

1744-45. Von Dr. O. Franke. -- Ein zweiter Harzländischer Zweig der v.

Olvenstedt. Commentar zu acht Urkunden. Von G. A. v. Mülverstedt. --

Die Heckenmünze des Grafen Gustav zu Sayn-Wittgenstein zu Clettenberg

1672-1691. Von Wolff. -- Schriftstücke u. Münzen aus dem Knopfe der

S. Servatii-(Schloß)kirche, zu Quedlinburg. Von Dr. Düning. --

Feuerordnung für die Stadt Wernigerode von etwa 1528. Mitgeth. von Ed.

Jacobs. -- Wernigerödischer Kalands- u. Stiftsacker bei Benzingerode

und Silstedt.

/Die Kunst im Gewerbe./ Darstellung ausgeführter Arbeiten

... nebst Original-Aufnahmen kunstgewerblicher Erzeugnisse aus

der Blüthezeit des Mittelalters, hrsg. von /dem Architekten- u.

Ingenieur-Vereine zu Hannover/, redigirt von Edwin Oppler. Band VII,

Heft 6. Leipzig, 1878. 2.

Schild aus dem XVI. Jahrhdt. Aufgenommen v. O. Schultze.

/Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins./ Herausgegeben

von.. Dr. Wilh. Crenelius... u... Dr. Wold. Harleß... Vierzehnter Band.

(der neuen Folge vierter Band.) Jahrgang 1878. Bonn, 1878. 8.

Der Cermonienstreit in Lennep und die damit zusammenhängenden

Zerwürfnisse in der Unterbergischen Lutherischen Synode. IV. Von A.

W. von der Goltz. -- Religionsbeschwerden der Protestanten zu Köln

(Mai 1594). Mitgeth. v. Dr. F. Stieve. -- Urkunde, betreffend die

Hofaue bei Elberfeld (1649). -- Briefwechsel zwischen Kurfürst Johann

Friedrich von Sachsen und Graf Wilhelm von Neuenahr (1533-36). Von Dr.

C. A. Cornelius. -- Die Landwehr (limes imperii Romani) von Velbert

bis Schloß Landsberg und von Barmen nach Hückeswagen. Von A. Fahne.

-- Culturhistorisches aus authentischen Quellen. Von dems. -- Ein

Clevisches Fürstengemälde. Von W. H. -- Bücher-Anzeigen. -- Bericht.

/Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande./

Heft LXV. Register zu den Jahrgängen I-LX und den zu Winckelmann’s

Geburtstage ausgegebenen Festschriften. Verfaßt von Dr. Bone.... Bonn,

1879. 8. 211 Seiten.

Literatur.

_Neu erschienene Werke._

15) /Gießen vor hundert Jahren. Kulturgeschichtliche Bilder aus der

zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts von Dr. Otto Buchner./

Mit 1 Ansicht von Gießen aus dem Jahre 1775. Gießen, Verlag von Emil

Roth. 1879. 8. IV u. 130 Stn.

Das vorliegende Bändchen ist aus einer Reihe von Vorträgen entstanden,

die der Verfasser im Winter 1878-79 im oberhessischen Vereine für

Lokalgeschichte hielt. Die Veröffentlichung derselben, welche alle

möglichen Gebiete umfassen, ist um so dankenswerther, als aus den

Resultaten solcher Specialforschungen manche neue Gesichtspunkte für

die allgemeine Kulturgeschichte sich ergeben, deren Aufbau ja nur auf

Grund derselben möglich ist. Einige der interessantesten Abtheilungen

sind die über die Schulanstalten, gelehrten Gesellschaften, die

Universität und namentlich über das Gießener Studentenleben, das

durch seine besondere Roheit berüchtigt war. In der That beweisen die

gegebenen drastischen Beispiele, daß dieser Ruf wohlverdient war, und

daß unter den damaligen Studenten solch abscheuliche Roheiten an der

Tagesordnung waren, daß man sie heute kaum glaublich finden kann.

Als Hauptquelle für diesen Theil hat der Verfasser Friedr. Christ.

Laukhard’s (gestorben 1832 als Privatlehrer in Kreuznach) Schriften

benützt, der im Jahre 1775 als Studiosus der Theologie die Universität

Gießen bezog, „unter vielen Lüderlichen und Rohen am lüderlichsten und

rohesten“ war und in einem seiner Werke über die Studierenden selbst

bemerkte: „Schusterjungen sind heutzutage delikater und gesetzter.“

Auch die mitgetheilten Universitätsgesetze, welche natürlich nicht

beachtet wurden, geben Zeugniß von dem lüderlichen, seelenmörderischen

Leben und Treiben der Studenten jener Zeit. -- Aus dem reichen Inhalte

des Schriftchens sind noch zu erwähnen die Nachrichten über die Stadt

selbst, ihre Bevölkerung, die Stadt als Festung, über Göthe in Gießen,

die Polizei, den Luxus (Kaffee), die Gesellschaft, die Vergnügungen,

Gesundheitsverhältnisse, Phänologisches, Kirchliches, über den

Ackerbau, die Viehzucht, den siebenjährigen Krieg und die Franzosenzeit

1796 u. 1797. Enthalten diese kulturgeschichtlichen Bilder auch meist

nur wenig Erfreuliches, so werden sie doch als wahrheitsgetreue

Schilderungen aus dem Leben einer kleinen Universitätsstadt des vorigen

Jahrhunderts nicht allein bei den heutigen Bewohnern Gießens, sondern

sicher auch in weiteren Kreisen besondere Beachtung finden.

Vermischte Nachrichten.

109) /Neuwied/, 14. September. Unter der Ueberschrift: „/Ein

kulturhistorischer Fund im Neuwieder Rheinbecken/“ veröffentlicht

Herr /Kratz/ in der „Neuwieder Ztg.“ einen längeren Artikel, dem

wir Folgendes entnehmen: Der Altheck ist eine Hochebene, von geringer

Bodenerhebung vorgelagert, welche sich nach Norden in das Wied- und

Aubachthal, nach Westen und Süden in die eigentliche Neuwieder Ebene

absenkt. Den theilweisen Abhang dieser Hochebene entlang führt, von

der Neuwied-Dierdorfer Chaussee rechts abzweigend, der Gladbacher Weg.

An diesem Wege, etwa zehn Minuten von der Chaussee entfernt, liegt

die Sandsteinfabrik des Herrn Joh. Jenas aus Heddersdorf. Die Fabrik

nimmt eine ziemliche Fläche ein. Zum Theil liegt sie in der tieferen

Ebene, zieht sich dann den Abhang hinauf und dehnt sich auf der oberen

Ebene aus. Der Abhang ist bereits von seinem vulkanischen Produkte

entblößt, und der Lehm liegt zu Tage. Bei der weiteren Abräumung der

2 m. mächtigen Bimssteinschicht unmittelbar hinter dem Rande des

Abhanges zeigte sich eine besondere Bodengestaltung. Zu den Füßen

fand sich anstatt des Lehmbodens in einem kreisförmigen Bogen wieder

Bimssand vor, gering mit Lehm untermischt. Auch die an dieser Stelle

aufliegende Masse war nicht ganz bimssandrein. Es schien, als ob eine

große, kreisrunde Vertiefung mit Bimssand ausgefüllt worden sei. Die

Schichtung dieses Minerals war nicht die gewöhnliche. Zwar wurde sofort

der Versuch gemacht, die Tiefe der Grube zu ergründen. Doch dies war

vorderhand ein zu schwieriges Stück Arbeit, da erst bis zur Hälfte

des Kreises die obere Lage des Bimssandes abgetragen war. Bei jedem

ferneren Tiefereindringen stürzten von oben sich loslösende Massen

hinab. Der Boden der Grube scheint in einer Tiefe von etwa 6 m. sich

zu befinden. Der Durchmesser derselben beläuft sich auf etwa 4-1/2 m.

Kehren wir einmal zu gewissen Nachrichten römischer Geschichtschreiber

zurück, und zwar des Julius Cäsar und des Tacitus, welche beide am

sorgfältigsten über germanische Zustände sich informierten und darüber

berichteten. Julius Cäsar schreibt: „Die Germanen legen Fallgruben

an, um darin die Thiere des Waldes zu fangen.“ Tacitus erzählt uns:

„Die Germanen bauen ohne Zement und Mörtel, nur aus formlosen Klumpen,

die sie dann mit einem glänzenden Anstrich überziehen. Sie graben

Löcher in die Erde und bedecken diese mit Dünger, um ihre Vorräthe zu

verbergen. Auch suchen sie selbst darin Schutz vor der Winterkälte und

vor Feinden.“ (Die eigentlichen Wohnungen der alten Germanen befanden

sich jedoch über der Erde.) Solche Erdwohnungen hat man hin und wieder

in Deutschland gefunden, besonders in Mecklenburg und am Harze. Doch

hat man hier am Rheine bisher noch keine Spuren derselben entdeckt.

Es fragt sich nun zunächst: Ist die gefundene Vertiefung eine Bildung

der Natur oder der Menschenhand? Das Auswerfen des Bimssandes ist mit

großer Vorsicht geschehen, um das ursprüngliche Aussehen der Erdhöhlung

herzustellen. An der Lehmwand lassen sich noch deutlich die einzelnen

Spatenstiche erkennen. Die zweite Frage ist nun die: War diese

Vertiefung eine Fallgrube oder eine Vorrathskammer, bezw. Erdwohnung?

Für das Letztere spricht: 1. das Vorkommen von Holzkohlen, 2. von

Topfscherben roher Arbeit, 3. von Knochenresten und 4. ein Umstand,

welcher besonders bemerkenswerth ist. An der bloßgelegten Lehmwand,

welche ziemlich gut geglättet ist, tritt eine künstlerische Leistung,

ein Thierbild, deutlich hervor, mit einer gewissen Geschicklichkeit

entworfen, eingeritzt. Als Grabstichel mag ein harter Stein gedient

haben. Es hält nicht schwer, die Art des dargestellten Thieres zu

bestimmen, da die Hauptcontouren gut erhalten sind. Es ist die

Zeichnung eines laufenden Pferdes (in einer Größe von etwa 60 cm.).

Der Künstler muß das Thier, welches er abbildete, genau gekannt haben,

folglich muß dasselbe dem Rheinbecken heimisch gewesen sein.

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 397).

110) In den Mittheilungen der k. k. Centr.-Commission findet sich ein

Bericht des Conservators Hraše über die im Beginne des Sommers

vorgenommene Untersuchung einer Urnenstätte in unmittelbarer Nähe

von Hohenbruck zwischen dem Náhon und Dědinabache, deren Gräber

äußerlich nicht durch Hügel erkennbar sind. Die Urnen sind in

muldenförmigen, mit Asche ausgefüllten Vertiefungen beigesetzt, über

welche sich die Humusschichte gleichmäßig ausbreitet. Sämmtliche

Urnen sind aus freier Hand hergestellt, von rothem oder grauem Thon,

einzelne mit Graphitüberzug. Bronzebeigaben fanden sich sehr spärlich;

doch sollen früher Urnen dort ausgegraben worden sein, die deren eine

reichliche Anzahl enthielten.

111) /Regensburg/, 2. Oktober. Vor einigen Tagen stieß man an

der als Nordostecke des hiesigen /römischen Palatiums/ bekannten

Stelle, bei /Ausgrabungen/ nächst der Niedermünsterschenke, auf

das feste Gefüge kolossaler römischer Quader, und bald darauf öffnete

sich ein theilweise mit römischem Schutt gefüllter, 10 m. langer

Gang, welcher, der Richtung nach der Donau entsprechend, als Kloake

gedient haben wird. Derselbe ist 1-1/2 m. hoch, 60 cm. breit, und die

Unterlage sowohl als die Seitenmauern sind, von mächtigen Steinen

ausgeführt. Auch die Decksteine sind zwischen 40 und 50 cm. dick, und

über denselben spannt sich noch eine feste Wölbung von Keilsteinen. Die

Untersuchung dieses interessanten Bauwerks führte Pfarrer Dalem aus,

der auch eine Skizze von demselben entwarf. (Deutscher Reichsanz., Nr.

238.)

112) /Trier/, 29. September. Die „Tr. Ztg.“ schreibt: Bei der

Verbreiterung des Eisenbahndammes kam an derselben Stelle, wo neulich

ein von C. Candidius Piscator in Folge einer Traumerscheinung der Dea

Hecate gesetzter Stein gefunden worden ist, neuerdings eine Ara zum

Vorschein, auf deren Vorderseite ein Löwe und ein Pfeil, auf den andern

Seiten Sol, Luna und zwei Bäume dargestellt sind; wahrscheinlich gehört

dieselbe in die Reihe der Mithrasdarstellungen. Da an eben derselben

Stelle vor einigen Jahren eine Jupiterstatue gefunden worden ist,

ferner Säulenbasen und Kapitäle, so ist es wahrscheinlich, daß daselbst

ein Tempelchen gestanden; es ist dies die erste Spur eines römischen

Tempels zu Trier.

(Nordd. Allg. Ztg., Nr. 423.)

113) /Trier/, 6. September. Bei der jetzt in der Ausführung

begriffenen Fundamentierung bezw. Unterkellerung eines Neubaues

an der Neumarktstrasse hierselbst wurden, laut der „Coblenzer

Zeitung“, /römische Baureste/ von so kolossaler Dimension und

so räthselhafter Beschaffenheit aufgedeckt, wie solche kaum jemals,

abgesehen von den Ruinen an der Südallee bei St. Barbara, zu Tage

getreten sein dürften. Bei der Ausschachtung des Fundaments auf der

Südseite dieses Neubaues stieß man auf eine 6 Fuß dicke Mauer, dann

auf zwei parallel laufende, kaum 3 Fuß von einander entfernte Mauern

und zwischen diesen, in der Tiefe von wenigstens 25 Fuß unter der

Oberfläche des Bauterrains, auf einen stark überwölbten Kanal und

nach der Westseite hin auf ein großes Kellergewölbe. Auf einer Seite

zwischen den Parallelmauern hat man in der Tiefe von 30 Fuß noch nicht

das Fundament derselben erreicht. Die zur Ausführung des Neubaues

erforderliche Beseitigung dieser eisenfesten Mauerreste ist daher mit

außerordentlichen Schwierigkeiten und Kosten verbunden.

(D. Reichsanz., Nr. 217.)

114) Die in /Bergen in Norwegen/ befindliche Filialabtheilung

/des Vereins zur Bewahrung nordischer Alterthümer/ hat in diesem

Sommer, unter Leitung des Cand. J. Roß, zwei bei /Fjellberg/

belegene, in Norwegen sehr selten vorkommende, mächtige

/Hünengräber/ aufdecken lassen. In dem einen wurde weiter nichts

als Kohle gefunden, das andere ergab dagegen eine verhältnissmäßig

reiche Ausbeute an Gegenständen aus dem Eisenalter. Nachdem man

in letzteres Grab 6 Fuß tief eingedrungen war, stieß man auf eine

dicke Kohlenschicht und ca. 1 Fuß tiefer auf eine große Steinplatte,

die nicht weniger als 6-1/2 Fuß lang und 3 Fuß breit war. Nach

Fortschaffung des Decksteines fand man eine kleine Grabkammer, umgeben

von vier kleineren Steinen und angefüllt mit Kohlenstückchen und

kleinen Rollsteinen. Unter letzteren deckte man dann ein vorzüglich

erhaltenes Bronzegefäß auf, welches aus dem älteren Eisenalter

herrührt. Obenauf in dem Gefäße, nur mit einigen Knochenresten bedeckt,

lag eine Goldmünze, geprägt unter dem römischen Kaiser Gratianus,

der 383 starb. Auf dem Averse sieht man das Bild des Kaisers mit der

Umschrift D. N. GRATIANVS P. F. AVG; auf dem Reverse befindet sich

eine Darstellung der beiden gleichzeitigen Kaiser, die, auf dem Throne

sitzend, einen Globus halten. Die Umschrift lautet VICTORIA AVGG, und

darunter steht TROBT (der Prägeort). Eine kleine Oese von Gold ist an

die Münze festgelöthet, die somit als Schmuck getragen worden ist. Im

Uebrigen wurden, eine Menge Zähne und Knochen von einem Pferde, Stücke

von Steinurnen, eigenthümliche Knöpfe von Knochen, Eisenstückchen etc.

in dem Grabe gefunden.

(D. Reichsanz., Nr. 217).

115) /Wörrstadt/ in Rheinhessen. Auf einem Acker des Arztes Dr.

Rau wurden, gelegentlich der Ausgrabung eines Kellers, eine Reihe

Gräber aufgefunden, die allem Anschein nach fränkisch sind und auf

einen wahrscheinlich ausgedehnten Begräbnißplatz früherer Jahrhunderte

schließen lassen. In den Gräbern, die, regelmäßig nach der Länge und

Breite des Ackers gerichtet, in ziemlich gleichen Zwischenräumen etwa

8 Fuß unter der Oberfläche erscheinen, befinden sich Menschenknochen

in bedeutender Menge und gut erhalten, meist genau in der Lage des

Leichnams; bei ihnen liegen Waffen, Schmuck und Hausgeräthe u.

s. f. -- 5 längere und kürzere Schwerter, eine Lanzen- und eine

Pfeilspitze, Schnallen, der Buckel eines Schildes, mehrere Vasen, davon

1 vollständig erhalten, Glasstücke nebst einem äußerst zierlichen

Flacon aus feinem Glas, Perlen und Muscheln, die als Schmuck zum

Umhängen scheinen gedient zu haben, sind bis jetzt gefunden worden. Der

Besitzer, Herr Dr. Rau, bewahrt diese antiken Fundstücke.

(Correspond.-Bl. d. Ges.-Ver. d. d. Gesch.- u. Alt.-Ver.,

Nr. 7. u. 8.)

116) Einer der originellsten alten /Kirchthürme/ in der hessischen

Provinz Starkenburg, zwischen Rhein und Main, ist in diesen Tagen

der Vernichtung anheimgefallen. Wer mit der Bahn von Frankfurt nach

Darmstadt gefahren ist, dem wird von den zahlreichen Orten zu beiden

Seiten besonders /Langen/ aufgefallen sein wegen seines mit

hohem, spitzem und von vier Eckthürmchen umgebenen Dach versehenen

Kirchthurms, der mit einem alten Mauerthurm malerisch die Häuser

überragte. Archäologisch war der Thurm auch interessant durch das

untere Geschoß, welches noch der romanischen Zeit entstammte und dessen

aus kleinen, Backsteinen gemauerter Rundbogenfries wegen der Frühzeit

des Vorkommens dieser Steine im Mittelalter überraschte. Dieser Thurm,

vor welchem wol, wie man in Langen wußte, die Stätte war, auf der

König Ludwig der Bayer das Dreieicher Weisthum abhörte, dieser Zeuge

einer großen Vergangenheit, ist jetzt, ebenso wie die alte, übrigens

nicht merkwürdige Kirche, abgetragen worden, um Raum für den Neubau

einer großen Kirche zu gewinnen, die eben so gut an einem andern Orte

hätte stehen können. Die Behörden, namentlich das Oberconsistorium in

Darmstadt, haben ihre Schuldigkeit gethan, aber die Gemeinde setzte

ihren Willen durch. Eine kleinere Gemeinde in der Nähe, Wixhausen,

war vor mehreren Jahren mit besserem Beispiele vorangegangen, indem

sie ihren romanischen Thurm mit altem Satteldach, den Bauverständige

zum Abbruch bestimmt hatten, mit Hülfe desselben Oberconsistoriums

erhielt. Wann endlich wird die Gleichgültigkeit gegen die Monumente der

Vergangenheit in deutschen Gemeinden besserer Erkenntniß weichen?

(Daselbst.)

117) Die k. k. Centr.-Commission f. Kunst- u. hist. Denkm. hat, wie

eine Mittheilung berichtet, zur Restauration der St. Annakirche in

Pöggstall einen Betrag von 200 fl. gewährt. Von anderer Seite sind

Bauholz und Dachziegel in Aussicht gestellt, und sollen die übrigen

nöthigen Mittel durch eine Sammlung aufgebracht werden.

118) Dieselbe Commission hat dem k. k. Unterrichtsministerium eine

Restauration für die Barbarakirche in Kuttenberg unterbreitet, deren

Ausführung auf mehrere Jahre zu vertheilen wäre.

119) In der Absicht, die große Kirche zu Mödling bei Wien einer

stilgemäßen Restauration zu unterziehen, hat sich daselbst ein

Verein gebildet, welcher nun, nachdem bereits ein von Prof. J. Klein

gezeichnetes großes Fenster die Kirche ziert, ein zweites solches zur

Ausführung bringen will.

120) Der Stadtrath zu Kuttenberg hat die Absicht, das berühmte

steinerne Haus daselbst gründlich restaurieren zu lassen, und es sind

deshalb zunächst Aufnahmen des Gebäudes gemacht worden, und hat eine

genaue Untersuchung stattgefunden, um die Willkürlichkeiten der 1829

vorgenommenen Restauration festzustellen.

121) Ueber den Fortgang der Restaurationsarbeiten am St.

Stephansdom zu Wien berichtet das 3. Heft der Mittheilungen der

k. k. Centr.-Commission f. Kunst- u. hist. Denkm., daß die beiden

Façadethürme rasch ihrem Abschlusse entgegengehen; auch die Abrüstung

des alten Halbthurmes macht Fortschritte. Im Innern wird an der

Wiederaufstellung der alten gothischen Kanzel gearbeitet.

122) /Prag./ Die Reconstruction des alten Kleinseitener

Brückenthurmes naht ihrer Vollendung; nur die Nischen der beiden

Fronten werden noch mit Maßwerken versehen, und zwar in der Weise,

wie dies bei dem Altstädter Brückenthurme durchgeführt worden

ist, was dem ganzen Thurme zur besonderen Zierde dienen wird. Der

Aufwand für diese Maßwerke in der Summe von 600 fl. wird aus der

vom Stadtverordneten-Collegium für die Reparatur der Karlsbrücke

bewilligten Dotation gedeckt werden. Eine besondere Commission von

Sachverständigen wird ferner erheben, welche weitere Reparaturen an

der Karlskirche, insbesondere an den Parapets längs des Trottoirs

und an einigen Statuen nothwendig sind. Die Statuen, welche als

derart schadhaft befunden werden, daß dieselben zu einer Renovierung

untauglich erscheinen, werden beseitigt und durch entsprechende

ersetzt. Bei dieser Commission werden auch die Herren Architekten Baum

und Mocker intervenieren.

(Oesterr. Kunst-Chronik, Nr. 10.)

123) Jene überlebensgroße Holzstatue der Mutter Gottes mit dem Kinde,

welche, aus dem Stifte zu Limburg a. d. H. stammend, dem Beginne des

14. Jhdts. angehörig, in jüngsten Jahren durch Dr. Mehlis vielseitig in

der Presse erwähnt und unter dem Namen der Limburger Madonna zu einer

gewissen Berühmtheit gebracht worden war, die das Werk in der That um

seines idealen Stils willen verdient, kam, nachdem die Versuche, durch

Verkauf aus freier Hand eine namhafte Summe zu erzielen, nicht gelungen

waren, jüngst in Köln zur Auktion, wo sie um 1310 m. für die Kirche St.

Maria auf dem Kapitol erworben wurde, in welcher sie in würdiger Weise

zur Aufstellung kommen soll.

124) /Weiden/, 23. September. Vor ca. drei Wochen stürzte im

hiesigen Kurpfälzer Hof ein /Stallgewölbe/ ein, ohne daß der darin

mit dem Weißen beschäftigte Maurer verletzt wurde. Heute, als man mit

dem Wiederaufbau begonnen hatte, fand man 39 Stück alte Thaler-Kronen,

welche die Jahrzahl 1623 tragen, und von denen einige viereckig sind.

(Fränk. Kurier, Nr. 490 nach Amb. T.)

125) Professor Kinkel in Zürich theilt in dem neuesten Hefte von

Seemann’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ mit, daß er im Frühjahr des

laufenden Jahres auf der königlichen Bibliothek zu Bamberg unter den

Handschriften, welche Dr. Leitschuh, der um die Neuordnung derselben

hochverdiente Bibliothekar, zur Bearbeitung auf die Seite gelegt hatte,

ein Exemplar der Handschrift von Dürer’s niederländischem Tagebuch

aufgefunden hat. Dasselbe wurde im Jahre 1620 von dem Nürnberger Maler

Joh. Hauer nach dem jetzt längst verschollenen Originalmanuscript

copiert, war später in der v. Ebner’schen Bibliothek, gelangte nach

deren Versteigerung in den Besitz des Hauptmanns v. Derschau, dessen

Sammlung 1825 durch den Auktionator Schmidmer versteigert wurde,

worauf es in Josef Heller’s Besitz gelangte, der es mit seinen übrigen

kostbaren Sammlungen der Bamberger Bibliothek vermachte. Professor

Kinkel gibt ferner Kenntniß, daß das aufgefundene Manuscript den

von Murr in seinem Journal für Kunstgeschichte, Band 7, und von

Campe in seinen „Reliquien von Dürer“ veranstalteten Ausgaben des

niederländischen Reisetagebuches zu Grunde liegt. Die Kinkel’sche

Entdeckung ist von besonderer Bedeutung für die Dürerforschung, da

der Bamberger Codex ein Unicum ist. Bei der jüngst von Thausing

in den Eitelberger’schen „Quellenschriften für Kunstgeschichte“

veranstalteten Ausgabe des niederländischen Tagebuches hatte derselbe

keinen handschriftlichen Text und konnte nur die beiden von Murr und

Campe gemachten Ausgaben benutzen, die den heutigen Anforderungen

nicht mehr entsprechen; jetzt ist es möglich, nach der einzigen noch

existierenden Handschrift eine neue Ausgabe zu veranstalten, und

Bibliothekar Dr. Leitschuh soll, nach Kinkels Nachrichten, schon um die

dazu erforderliche Genehmigung der Regierung nachgesucht haben.

(Nürnberger Presse, Nr. 280.)

126) /München/, im October 1879. In den Tagen vom 2. bis

4. October hielt die historische Commission ihre diesjährige

Plenar-Versammlung.

Wie der Geschäftsbericht über das verflossene Jahr ergab, sind alle

Arbeiten der Commission in ununterbrochenem Fortgang gewesen. Seit der

vorjährigen Plenarversammlung sind erschienen:

1) Die Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16.

Jahrhundert. Bd. XV: Die Chroniken der bayerischen Städte.

2) Jahrbücher der deutschen Geschichte. -- Lothar von Supplinburg.

Von /Wilhelm Bernhardi/.

3) Jahrbücher des deutschen Reichs unter Konrad II. Von /Georg

Breßlau/.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 136 / 177 题