FUSSNOTEN:

[248: fehlt in der Hs.]

[249: cum sepen. Hs.]

[250: ob perfecte cognita?]

[251: quousque Hs.]

[252: obnixius Hs.]

[253: Nunc Hs.]

[254: que Hs.]

[255: Hier müssen einige Worte ausgefallen sein.]

[256: que fehlt.]

[257: Hier fehlt vermuthlich etwas.]

[258: Offenbar fehlerhaft.]

[259: am Rande eine Hand.]

[260: Patauiana Hs.]

[261: ad ist vielleicht ausgefallen.]

[262: Diese Stelle ist wieder am Rande ausgezeichnet.]

[263: nostris Hs.]

[264: q. michi in Hs.]

[265: ullo Hs.]

[266: quam cum Hs.]

[267: virtutum Hs.]

[268: radillorum Hs.]

[269: quid Hs.]

[270: voluit Hs.]

[271: perseq. Hs.]

[272: nobis Hs.]

[273: earum Hs.]

[274: vielleicht statt Hangenor, eine bekannte Augsburger Familie.]

[275: gigantem Hs. Bei Cicero de senect. c. 2 steht: Quid enim est

aliud, gigantum modo bellare cum diis, nisi naturae repugnare?]

[276: quia Hs.]

[277: nutricem Hs.]

[278: existent Hs.]

[279: offerri Hs.]

[280: evehare Hs.]

[281: satis Hs.]

[282: dabantur Hs.]

[283: Hier scheint ein Wort zu fehlen.]

[284: interr. Hs.]

Zur Geschichte der Hausmarken.

Durch Homeyer’s Forschungen über die Hausmarken ist die auch für die

Kunstgeschichte interessante Frage gründlich und erschöpfend erörtert

worden, und es wird jetzt wol keinem mehr einfallen, ohne besonderen

Anlaß jene Monogramme für Steinmetzzeichen zu erklären. Für die

Verbreitung des Gebrauches der Hausmarke zeugen auch folgende Notizen,

die ich Breslauer Stadtbüchern entnehme:

1428, Montag nach Oculi wird ein Beutel gefunden und abgeliefert,

der mit grünem Wachse und dem /Gemerke/ [*Symbol] (das

Zeichen Anzeiger 1871, Sp. 15 ist unrichtig) versiegelt ist; (Liber

excessuum).

1527, Jan. 13. werden sechzehn Häringstonnen mit dem /Gemerk/

[*Symbol] erwähnt; (Protoc.)

1527, Jan. 18. vier Tonnen Hechte mit dem Zeichen [*Symbol]; zwei

andere gezeichnet [*Symbol]; ferner zwei mit der Signatur [*Symbol]

(ebendas.).

1527, Nov. 21. eine Tonne Hechte mit dem Zeichen [*Symbol], die

andere mit [*Symbol] (ebendas.).

1544, Jan. 23. ein Faß mit der Nummer 36 und dem Zeichen [*Symbol]

(Schöppenb.).

1545, Sept. 16. ein Ochse mit dem Brandzeichen [*Symbol] (ebendas.).

1600, Sept. 2. Elisabeth, Wittwe des Bürgers Niclas Kreutzmann,

vermacht testamentarisch ihren Kindern Wäsche und bemerkt, daß die

ihres Sohnes Niclas mit dem Zeichen N [*Symbol] C gezeichnet sei,

die dem Hans gehörige H [*Symbol] C, die des Daniel endlich D

[*Symbol] C. Das Testament wurde 1605, April 13. eröffnet; (Lib.

testam.).

/Breslau./ /Alwin Schultz./

Geschliffene Glaspokale im germanischen Museum.

Nachdem wir unsere Leser wiederholt in die Sammlung der Trinkgläser des

Museums geführt, laden wir sie auch heute ein, uns dahin zu folgen,

indem wir sie auf eine große Anzahl von Gläsern aufmerksam machen,

welche in Deutschland, nachdem mit dem 17. Jahrh. auch dort die Kunst,

kristallhelles Glas herzustellen, eingeführt war, gefertigt sind. Den

Venetianer Gläsern in Einzelheiten nachgebildet, sind diese, meist dem

18. Jahrh. angehörigen Stücke, deren Heimath zu großem Theile in Böhmen

zu suchen ist, sehr schwer und massig, so daß die Kunst des Schleifens

zur Herstellung von Verzierungen angewendet werden konnte, welche schon

im Mittelalter gebräuchlich war. Freilich schliff man die einzelnen

Flächen nicht so tief ein, wie dies an den Bechern der heiligen Hedwig

geschehen ist; man suchte vielmehr durch zarte und feine Ornamentik,

die in großem Reichthum flach aufgeschliffen ist, in Verbindung mit

Inschriften, für die man in Deutschland im 17. und 18. Jahrh. große

Neigung hatte, zu wirken. Während der in Fig. 1 dargestellte Glaspokal

dem Beginne des 18. Jahrh. angehört, ist der zweite erst im Schlusse

des Jahrh. entstanden. Der vierseitige Fuß kann nicht anders als durch

Blasen in eine Hohlform oder durch Guß hergestellt sein. Die Ornamentik

ist für die Zeit Ludwigs XVI. besonders charakteristisch.

/Nürnberg./

/A. Essenwein./

[Illustration: Fig. 2.]

[Illustration: Fig. 1.]

Eine Holzschnitzerei, angeblich von Veit Stoss.

Herr Dr. R. Steche hat in der Beilage zu Nr. 5, Jahrg. 1879 dieser

Blätter auf eine schöne Holzschnitzerei aufmerksam gemacht, welche er,

in Folge der darauf befindlichen Inschrift, als ein Werk des berühmten

Nürnberger Meisters Veit Stoß bezeichnet.

Da ich seit Jahren mit dem eingehenden Studium des Lebens und der

Werke dieses Meisters beschäftigt bin, auch eine Monographie über

ihn publiciert habe und Abbildungen aller mir zugänglichen Werke

desselben eifrig sammle, interessierte mich die Mittheilung des Herrn

Steche in hohem Grade. Ich fand Gelegenheit, diese Gruppe auf der

Leipziger Gewerbeausstellung zu sehen und -- Dank der liebenswürdigen

Zuvorkommenheit des Herrn Jul. Zöllner -- näher zu untersuchen.

Sogleich der erste Blick überzeugte mich, daß der Stil und die

Arbeit dieser Gruppe mit den beglaubigten Werken des Veit Stoß

/keineswegs/ stimmt. Es fehlt vor allem jene einfache, großartige

Behandlung der Gewänder, welche für den Meister so charakteristisch

ist. Die Inschrift auf der /Rückseite/ -- was an sich schon sehr

auffallend ist -- ist ohne Zweifel /gefälscht/; die Schriftzüge

derselben sind ganz verschieden von jenen des 16. Jhdts. und offenbar

viel jünger, obgleich nicht ganz modern. Die Jahreszahl 1523 auf der

Vorderseite dagegen dürfte echt sein. Mit dem Namen des Meisters

bezeichnete Holzschnitzereien sind mir bis jetzt nicht vorgekommen, und

diejenigen Reliefs, welche sein (aus Kupferstichen bekanntes) Monogramm

tragen, sind sämmtlich höchst zweifelhaft.

Die meisten Werke des Veit Stoß sind aus Lindenholz gefertigt und

polychromiert; die fragliche Gruppe dagegen ist aus besserem Holze

gefertigt und war nie polychrom. Die geringen Reste von rother Farbe

an derselben deuten das aus den Wunden Christi geflossene Blut an und

weisen mit Sicherheit darauf hin, daß die Oberfläche der Schnitzerei im

Uebrigen nie bemalt war.

Diese Gruppe scheint auch niemals Theil eines Altars, sondern von

Anfang an ein selbständiges Werk gewesen zu sein.

/R. Bergau./

Ein Schwindler von 1415.

Auf die Innenseite des Deckels der Maihinger Handschrift II. Lat.: 1.

fol. num. 27 ist ein Pergamentblatt geklebt, welches in 45 Zeilen ein

notarielles instrumentum folgenden Inhalts darbietet.

Am 11. Mai 1415 verklagt Conradus Fawl, rector parochialis ecclesiae

Sancti Emmerami in Geysenveld, Ratisponensis dioecesis, einen gewissen

Johannem Lintz, /gerentem se pro presbytero/ Ratisponensis

dioecesis, wegen unbefugten Zinsengenusses und wegen sonstiger

Eingriffe in die Rechte Fauls. Die Klage wendet sich um Abstellung

der Uebelstände nach Rom an die sedes apostolica, als deren Inhaber

noch Johann XXIII. genannt ist. Als Zeugen sind aufgeführt die

Kleriker Lutz und Hewß und der Laie Joh. Pürckart de Lantzperg. Als

beglaubigender Jurist unterschreibt das Ganze: Conrad Rothhuter de

Nürmberg cler. Bamb. dioec. publicus imperiali auctoritate notarius.

/Dinkelsbühl/. /Georg Schepß/.

Der Cantor zu U. L. Fr. bei den Graden zu Mainz, als päpstlicher Legat,

befiehlt den Pfarrern zu Aschaffenburg und Babenhausen, den Bann gegen

gewisse Juden aus letzterer Stadt, der wider diese vorher auf Bitten

des Edeln Arrosius von Breuberg ausgesprochen war, ihrer Hartnäckigkeit

wegen feierlichst zu erneuern und sie von allem und jedem Verkehr mit

Christen auszuschließen.

1320, Mai 13.

Cantor ecclesie sancte Marie ad Gradus Maguntinensis a sede apostolica

delegatus dilectis in Christo in Aschaffenburgc et in Babinhusen

ecclesiarum plebanis seu eorum vices gerentibus salutem in domino et

mandatis apostolicis firmiter obedire. Quia Moyses de Aschaffenburgc,

Ysaac, Kalmannus et Rechelina Judei de Babinhusen iamdudum a nobis

a communione christifidelium pro re iudicata ad instanciam nobilis

viri domini Arrosii, domini de Bruberg exclusi, huiusmodi exclusionis

sentenciam animo sustinent indurato, vobis et cuilibet vestrum, qui

requisiti fueritis, sub pena suspensionis mandamus, quatenus ipsos

singulis diebus dominicis incensis candelis et pulsatis campanis

exclusos, excommunicatos et ab omnibus arcius evitandos publice

coram vestris parrochis nuncietis, inhibentes nichilominus omnibus

et singulis vestris parrochis, quibus et nos auctoritate apostolica

presentibus inhibemus, ne quis dictis Judeis communicet emendo,

vendendo, molendo, piscando, sal, cibum aut potum ministrando, pignora

obligando, usuras dando, fideiussionis debitum exolvendo, aut alio

quovis genere communionis verbo vel opere ullo modo, alioquin omnes

et singulos contrarium facientes, qui propter temerariam communionem

huius minoris excommunicacionis sentenciam incidunt, excommunicacionis

sentencia minoris ligatos publice nuncietis re litterisque(?)

Datum anno domini Mº CCCº XXº IIIº idus Maii.

Urschrift auf Pergament, deren drei an Pergamentstreifen hangende

spitzovale Siegel nur fragmentarisch erhalten sind, B. 15, 5, 22 im

gräfl. Haupt-Archiv zu Wernigerode. Das 2. Siegel zeigt die Mutter

Gottes mit dem Jesusknaben in einer gothischen Kapelle, darunter eine

im Gebete knieende Figur. Das kleinste, 3. Siegel zeigt noch den obern

Rest einer Darstellung des Erzvaters Jacob mit der Himmelsleiter, an

deren Seiten Engel aufsteigen.

/Wernigerode./ /E. Jacobs./

König Adolf nimmt den Edeln Werner von Minzenberg zum kaiserlichen

Burgmann auf Schloß Rödelheim an und setzt ihn für die dafür

versprochenen 100 Mark Kölnischer Pfennige, da es ihm an Baarschaft

fehlt, die Juden beim Königstein zum Pfand.

/Frankfurt/ 1294, August 2.

Nos Adolfus dei gratia Romanorum rex semper Augustus ad universorum

noticiam volumus pervenire, quod nos nobilem virum Wernherum de

Mincemberg in castrum Reitelnheim conquisivimus nobis et imperio in

castrensem, permittentes eidem centum marcas denariorum coloniensium,

tribus Hallensibus pro denario quolibet computandis, occasione

huiusmodi liberaliter nos daturos, et quia paratam pecuniam non

habemus, concedimus et volumus, quod idem Wernherus et heredes sui

Judeos, qui apud Kuningestein se receperunt vel receperint ad manendum,

tamdiu teneant et habeant titulo pignoris et seruicia recipiant ad

eisdem, quousque nos vel successores nostri in imperio eis satisfaciant

de pecunia prelibata, qua soluta ipsam convertent in empcionem bonorum,

que idem Wernherus et heredes sui pro feodo castrensi a nobis et

successoribus nostris recipient et tenebunt. In cuius testimonium

presens scriptum exinde conscribi et maiestatis nostre sigillo fecimus

communiri.

Datum apud Frankenfurt IIII nonas Augusti, indictione VII, anno domini

millesimo ducentesimo nonagesimo quarto, regni vero nostri anno tercio.

Urschrift auf Pergament B. 15, 1, 8 im gräfl. Haupt-Archiv

zu Wernigerode. Das ungefähr 100 Mm. im Durchmesser haltende

Majestätssiegel an Pergamentstreifen, den thronenden Kaiser mit dem

Scepter in der Rechten, den Reichsadler in der Linken darstellend, ist

nur unvollständig erhalten. Von der Umschrift ist erhalten: ✠ ADOL(F)US

DE .......... OMANORVM : REX ...... AVGVSTVS.

/Wernigerode./ /E. Jacobs./

(Mit einer Beilage.)

Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.

Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in

Nürnberg.

Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 104 / 177 题