III. Für das Archiv.

(Nr. 4605-4612.)

=Münchberg.= /Heinrich Oberhäuser/: Vergleichung der

Handwerke der Schuhmacher u. Rothgerber zu Münchberg über die

Benützung der Leichtücher. 1725. Pap. -- =Nürnberg.= /Frau

Bab. Hofmann/, geb. Weiß: Adelsbrief des Königs Maximilian Joseph

von Bayern für die verwittwete Dorothea v. Graf, Besitzerin des

Eisenhammers zu Heringnohe. 1807. Perg. Adelsbrief desselben für Joh.

Wolfgang Goller auf Kollersried, k. Landrichter zu Amberg. 1817. Pgm.

/Pelletier/, Hauptmannswittwe: Bulle Papst Pius’ VI. für Joh. Karl

Jos. Thelemann über die Verleihung einer Pfründe an der Petrikirche

zu Mainz. 1780. Perg. Zeugniß der Universität Mainz für Karl Jos.

Thelemann aus Mainz. 1790. Perg. Preces precariae des Kaisers Leopold

II. über ein Pfründe an der Kirche zum hl. Kreuz in Mainz für Karl Jos.

Thelemann. 1791. Perg. Gleiche Urkunde desselben für denselben über

eine Pfründe am Weißfrauenkloster zu Mainz. 1791. Perg.

Schriften der Akademieen, Museen und historischen Vereine.

/Miscellanea di storia italiana./ Edita per cura della /regia

deputazione di storia patria/. Tomo XVIII. Terzo della seconda

serie. Torino, 1879. 8. XXIII u. 678 Stn.

Vereinsangelegenheiten. -- Lettere inedite di Ludovico Antonio

Muratori. Von A. Ceruti. -- Di un inedito documento sulla Tregua di

Dio. Von E. Bollati.

/Korrespondenzblatt des Vereines für siebenbürgische Landeskunde./

Redigirt von Franz Zimmermann. 1879. Hermannstadt, Nr. 3 u. 4. 15. März

u. 15. April.

Urkundliche Ortsnamen. (Antworten). -- Die Vertreter des alten

stammhaften û u. î und die Mouillierung der Konsonanten im

Siebenbürgischen. (Schluß.) Von J. Wolff. -- Zur Rumänen-Frage. Von

K. Gooß. -- Seifen-Bach. Von Dr. K. Reißenberger. -- Ueber Johannes

Honterus. Von M. Türk. -- Literatur. -- Kleine Mittheilungen.

Vereinsnachricht.

/Mittheilungen der K. K. Mährisch-Schlesischen Gesellschaft zur

Beförderung des Ackerbaues, der Natur- u. Landeskunde in Brünn./

Achtundfünfzigster Jahrgang, 1878. Brünn, 1878. 4. 356 Stn.

/Notizen-Blatt der histor.-statist. Section/ ders. Gesellschaft.

Jahrg. 1878. Brünn. 1878. 4.

Zur mährisch-schles. Biographie. CXLI. Dominik Kynski. Von M. Trapp.

-- Zwei Lieder über Brünn.... (Schl.). Mitgetheilt von P. Koller. --

Zur Geschichte der Tuchfabrikation in Brünn. (Schl.) Von d’Elvert.

-- Zur Geschichte der Industrie und des Handels in Mähren und Oestr.

Schlesien seit Maria Theresia (Fs.) Von dems. -- Zur mähr. schles.

Adelsgeschichte. (Fs.) Von dems. -- Zur Geschichte der Wiedertäufer

in Mähren. Von dems. -- Jakob Seisenegger’s Bild der Gerechtigkeit

v. J. 1554 in Brünn. Von Trapp. -- Preis-Taxen zu Brünn in der Mitte

des 18. Jahrhdts. Von d’Elvert. -- Archivs-Findlinge. Mitgeth. von

P. M. Kinter. -- Die Beerdigung der todten Körper. Von d’Elvert. Die

Militär-Desertionen früherer Zeit. Von dems. -- Zur Geschichte des

Räuber- und Gaunerwesens in Mähren und Oest. Schlesien. Von dems. --

Druck-Pflichtexemplare. Von dems. -- Ueber die Schiffbarmachung resp.

Regulirung der March. Von dems. -- Die von Maria Theresia gegründete

adelige Militär-Academie. Von dems. -- Tax-Consignation der Olmützer

Stadthäuser v. J. 1771. Von Peyscha. -- Die Türkenhilfe Mährens i.

J. 1565. Von d’Elvert. Zur Geschichte des schles. Weinbaues. Von

Spatzier. -- Zur Geschichte des Postwesens in Mähren, Schlesien und der

Nachbarschaft. Von d’Elvert. -- Uebersicht der seit 1851 erschienenen

Sections-Schriften.

/Mittheilungen der k. k. Central-Commission zur Erforschung und

Erhaltung der Kunst- u. historischen Denkmale./ Neue Folge der

Mittheilungen etc. Fünfter Band, erstes Heft. Mit 1 Tafel und 31 in den

Text gedruckten Illustrationen. Wien, 1879. 4.

Römische Reliefs in Hörsching und Schleistheim. Von Dr. Friedr.

Kenner. (Mit Abbild.) -- Die Baulichkeiten der Benedictiner-Abtei

Kladrau. II. Von B. Laužil. (Mit Abbild.) -- IV. Bericht der obigen

Commission über ihre Thätigkeit im Jahre 1878. -- Das vorgeschichtliche

Kupferbergwerk auf dem Mitterberg (Salzburg). Von Dr. M. Much.

(Schluß.) -- Kunsttopographische Reisenotizen. IV. Von Dr. Albert Ilg.

-- Der Glockenthurm zu Tramin. -- Die Losensteiner Capelle in Garsten.

II. Von Dr. Karl Lind. (Mit Abbild.) -- Ueber die Einsammlung der bei

verschiedenen Gerichten und anderen Aemtern im Herzogthume Salzburg

vorhandenen alten Urkunden, Acten etc. behufs gesicherter Verwahrung im

salzburgischen Central-Archive. I. Von Fr. Pirkmayer. -- Notizen.

/Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien./ IX.

Bd. Nr 1-3.

Die Ursitze der Gothen. Von Dr. Fligier. -- Künstliche Höhlen in

Niederösterreich. Von Dr. M. Much. -- Germanische Befestigungen des

oberen Waagthales in Ungarn. Von Jul. Neudeck. (Mit 5 Tafeln). --

Vereinsnachrichten. -- Kleinere Mittheilungen. -- Literatur. --

/Der Kirchenschmuck. Blätter des christlichen Kunstvereines der

Diöcese Seckau./ X. Jahrg. 1879. Nr. 4. Mit 1 Beil. Graz, 1879. 8.

Der Dom zu Aquileja. (Forts.) -- Der König der Instrumente. (Forts.) --

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsvereins/.

Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der

Neuzeit. VI. Jhg., 1879. Nr. 4. Redacteur: Dr. C. Förster. München,

1879. 8.

Vereinsangelegenheit. -- Die bildliche Darstellung des Adam und der Eva

im christlichen Alterthum. Von Carl Friedrich. -- Kleine Mittheilungen.

Literatur etc.

/Collectaneen-Blatt für die Geschichte Bayerns/, insbesondere für

die Geschichte der Stadt Neuburg a/D. u. des ehemaligen Herzogthums

Neuburg, bearbeitet von Mitgliedern des /historischen Filial-Vereines

zu Neuburg/. Zwei und vierzigster Jahrgang, 1878. Neuburg, 1878. 8.

Pfälzische Reimchronik des Georg Schwartzerdt 1536 bis 1561.

Mitgeth. von Jos. Würdinger. -- Authentischer Bericht des Neuburger

Franziskaners P. Nikolaus über die Beschießung und Eroberung von

Neuburg a. D. durch die Bayern im Jahre 1703. Mitgeth. von Dr. C.

Will. -- Aus der Geschichte des k. 7. Infant.-Regiments Prinz Leopold,

während seiner Garnisonirung in Neuburg a. D. 1785-1826. Von Major

Gleichauf. -- Bericht. -- Nekrologe. -- Vereinsangelegenheiten.

/Kunst u. Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher

Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/

zu Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang.

1879. Nr. 17 u. 18. Nürnberg, 1879. 8.

Die Kunst-Industrie und der Staat in Frankreich. Vortrag v. Dr.

Stegmann. (Schl.) -- Die Heimberger Thonwaaren-Industrie. -- Kleine

Nachrichten. -- Literatur. -- Abbildungen. Füllung vom Chorstuhlwerk

der Kirche S. Giorgio maggiore in Venedig. (16. Jhdt.) -- Kanne nach

einem Stich von A. Ducerceau. -- Schmiedeisen-Gitter. (16. Jhdt.) --

Aus Kilian’s „Grotesken-Büchlein.“

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./

Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst u. Gewerbe./ Redigirt von. Dr.

O. von Schorn. Sechster Jahrgang. Nr. 9.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen etc. etc.

/Zeitschrift des historischen Vereins für das württembergische

Franken./ Zehnter Band, drittes Heft. Ausgegeben im September 1878.

Heilbronn, 1878. 4.

Zwei alte Stammbücher in der fürstlichen Kunst- und Alterthumssammlung

im Kaisersaal zu Neuenstein. Vom Fürsten F. K. zu Hohenlohe-Waldenburg,

Durchl. -- Der Zuckmantel bei Oehringen. Von F. G. Bühler. --

Wendel Hipler, als Hohenlohischer Kanzler und seine Bedeutung im

Bauernkriege in Franken anno 1525. Von dems. -- Der Tod des Grafen

Albrecht von Hohenlohe. Von Rektor Boger. -- Einige Inclusoria in

der Gegend von Mergentheim. Von Pf. Bossert. -- Beiträge zu den

Oberamts-Beschreibungen des Frankenlands. Von dems. -- Michael Beheim.

Von Pf. Caspart. -- Die Familie Bühler (von Bühler). Von E. E.

Georgii-Georgenau. -- Ergänzungen zur Genealogie des Hauses Hohenlohe.

Von Pf. Bossert. -- Anfrage. -- Urkunden und Urkunden-Auszüge. Von

Pf. Bossert. -- Die ältesten in Stein gehauenen Wappen des Hauses

Hohenlohe. Vom Fürsten F. K. zu Hohenlohe-Waldenburg, Durchl. (Mit

Abb.). -- Kleinodien aus der Weinsberger Erbschaft nach dem Bekenntniss

Graf Johanns von Hohenlohe. Von Pf. Bossert. -- Das Gebetbuch

des Grafen Georg Friedrich von Hohenlohe. Von dems. -- Drei alte

Kirchen-Inschriften. Von Pf. Caspart. -- Die Inschrift der Kirche zu

Weinsberg. Von F. Mauch. -- Vereinsnachrichten.

/Register/ über die Zeitschrift /dess. Vereines/. Band I-IX,

oder die Jahrgänge 1847-1873. Stuttgart, 1877. 8.

/Blätter für Münzfreunde./ Numismat. Zeitung. /Organ des

Münzforscher-Vereins./ Herausg. von H. Grote. Fünfzehnter Jahrgang.

Nr. 73-75. Vom 1. Januar, 15. Februar und 1. April 1879. Mit 1 lithogr.

Tafel. Leipzig. 1879. 4.

Isenburgische Münze? Zu Grote’s „Münz-Studien“ VII, S. 227. Von

Wff. -- Ein Fund Meißner Bracteaten aus der ersten Hälfte des XIII.

Jahrhunderts. Von H. Dannenberg. -- Marken und Zeichen der Stadt

Leipzig. Fs. -- Sachsen-Altenburgische Dreier aus der Münzstätte zu

Allstädt von 1622. Von Wff. -- Camin oder Sachsen. Von M. Schmidt. --

Die Fürstengroschen der Braunschweiger Münzgenossenschaft 1555-1568.

Von Wolff. -- Grafschaft Hohenzollern. Von C. F. Trachsel. --

Halb-Thaler von Corvey 1652. Von Wff. -- Unbestimmbare Marken. --

Gräflich Sayn’sche und Schwarzburgische Nachmünzen. Von Wff. -- Königl.

Westfälische Münzen. -- Conterfact-Münze des Landgrafen Georg II. von

Hessen-Darmstadt. -- Der Rössnitzer Münzfund. Von J. Hubert. -- Die

Münzstätten und Münzmeister der Herzöge Erich I. u. II. von Calenberg.

1536-1584, Von Wff. -- Preußische Kriegsmünzen von 1813. Von dems.

-- Die Münze zu Hannover. -- Die Harzer Bergwerksmarken. -- Königl.

westfälische Münzen. Nachtrag. -- Literatur. -- Miscellen.

Vermischte Nachrichten.

39) Vor einigen Monaten ist, nach gütiger Mittheilung des Herrn

Rittergutsbesitzers Collin zu Collin bei Wisell, Provinz Posen, auf

einer sandigen Anhöhe eines Gutes, in der Nähe einer Wiese und eines

kleinen Baches und in der Nähe eines heute noch stehenden Eichenwaldes,

ein Fund von verschiedenen alten Urnen von beträchtlicher Größe nebst

kleineren, so wie Tassen, und einigen kleinen Bronzegegenständen

gemacht und die Fundstücke dem germanischen Museum übergeben worden.

Die Urnen sind mit menschlichen verbrannten Gebeinen gefüllt, ziemlich

wohl erhalten und standen in Gräbern, welche mit Steinplatten zugesetzt

waren. Dieselben sind theils aus rothem, theils aus geschwärztem Thon

von verschiedener Gestalt, schwach gebrannt, die eine mit Deckel

versehen. Durchmesser und Höhe sind bis. zu 32 und 27 cm. Die größte

hatte 2 Henkel und trägt eine Zickzackverzierung am Halse.

40) Man schreibt dem „Hann. Cour.“: In der Gegend südlich des Dorfes

/Wehlen/, Amt /Winsen a. d. Luhe/, sind von dem Oberförsterkandidaten

Hrn. Hilsenberg vor einiger Zeit /alte Steinwerkstätten und Spuren von

Ansiedelungen aus heidnischer Zeit/ entdeckt worden. Zwei oder drei

größere Steine, oft nur ein einziger, sind von kleineren Steinen und

Steinbrocken umgeben und dienten als Unterlage bei dem Schlagen von

Feuersteingeräthen, deren Splitter noch umherlagen. Eine Ausgrabung

zwischen drei solcher Werkstätten in der Mitte des betreffenden

Terrains, das circa 200 qkm. umfaßt, zeigt erst reinen, dann allmählich

schwarz gefärbten Sand, dann einzelne Kohlenreste und darunter eine

Pflasterung schwarzgebrannter Steine. Scherben von Gefäßen fanden sich

nicht, wohl aber sehr zahlreiche Reste von Feuersteinfabrikaten, einige

mit den offenbaren Spuren des Feuers. Die Stücke charakterisieren

sich nach der mehr oder weniger gelungenen Gestaltung als Messer

in verschiedenen Stadien der Vollendung, desgleichen Lanzen- und

Pfeilspitzen, Schaber und ähnliche Werkzeuge. Im Ganzen fanden sich

hier wohl über 2000 Splitter, Steinkerne und Geräthe. Eine andere

derartige Fabrikstätte wurde zwischen den Ortschaften /Wilsede/ und

/Ober-Haverbeck/ im Amte /Soltau/ aufgefunden. Hr. Hilsenberg hat in

dankenswerther Weise eine charakteristische Auswahl der Fundobjekte und

eine genaue Beschreibung der betreffenden Plätze dem /Hannoverschen

Provinzial-Museum/ übergeben.

(D. Reichsanz., Nr. 103.)

41) In dem Dorfe /Glienike/ bei Fürstenwalde wurde vor vier Wochen

ein /Bronzefund/ aus den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung

ausgegraben, der dem Märkischen Museum übergeben ist. In einer leider

zerfallenen Urne von schwach gebranntem, mit Steingrus gemengtem Thon

befanden sich 1 Speerspitze, 8 Sichelmesser, davon 1 verziert, 3

verzierte Armringe und 4 Celte, davon 3 nicht mehr vollständig. Das

Dorf liegt nahe an dem schönen Scharmützelsee, dessen nördliche Ufer

von den Abhängen der südlich von Fürstenwalde liegenden höchsten Berge

jener Gegend, dem Rauenschen Stein (450’, der Müggelberg ist nur 350’

hoch) und den Dubberowbergen (400’) begrenzt werden. Der Fund ist ein

weiterer Beweis für das Bestehen altrömischer Handelsbeziehungen mit

jener Gegend, neben den bereits früher am Scharmützelsee gefundenen

Bronzen, von denen wir außer römischen Münzen auch einen Bronzesporn

erwähnen, der sich ebenfalls im /Märkischen Museum/ befindet.

(Nordd. Allg. Zeitung, Nr. 161.)

42) /Lauenburg/, 12. Mai. Vor einigen Tagen fanden Arbeiter bei

der Auswerfung eines Grabens auf dem hiesigen Schützenplatze in einer

Tiefe von 3 Fuß in einer mit Kohlen vermischten Sandschicht eine 138

Gramm schwere Armspange von reinem Golde, welche dem königlichen

Kreisgerichte zur weiteren Veranlassung übergeben worden ist. Der

Goldwerth der Spange ist von hiesigen Sachverständigen auf 300-350 m.

geschätzt, das Alter derselben auf 1000 Jahre.

(Nordd. Allg. Zeitung, Nr. 188.)

43) Bereits im Jahre 1869 veröffentlichte Herr Lehrer Frank im

Groß-Gerauer Kreisblatt einen längeren Aufsatz über seine in Grabhügeln

bei dem Riedhäuser Hofe (ca. 3/4 Meilen südlich von Groß-Gerau)

gemachten Funde aus der germanischen Vorzeit. Im Herbst 1877 erhielt

ich die Nachricht von weiteren germanischen Funden, die bei der sog.

Schindkaute bei Groß-Gerau gemacht worden seien. Diese kamen damals

auch in meinen Besitz und befinden sich nun im hiesigen Großh. Museum.

In der Gegend von Groß-Gerau werden gewiß jedes Jahr derartige Funde

gemacht bei Gelegenheit der Feldarbeiten, und es ist nur zu bedauern,

daß solche oft gar nicht gewürdigt werden. In jüngster Zeit verbreitete

sich wieder die Kunde von gemachten Funden bei Berkach unweit

Groß-Gerau. Auf dem Felde, genannt „Aesch“, westlich vom Wege, der

von Dornberg nach Berkach führt, gleich am Ende der Parkmauer hatten

die Landleute beim Oeffnen der sog. Kauten römische Alterthümer, wie

eine Lampe, eine Thonfigur etc. gefunden. Seit langer Zeit fanden sich

hier eine Menge von römischen Münzen, die großentheils nach Groß-Gerau

wanderten und dort eine Sammlung von mehr als hundert Stücken, alle

hier gefunden, hervorriefen. Vor mehreren Tagen besuchte ich selbst

die Fundstelle und überzeugte mich, daß man es hier nicht im mindesten

mit einer geringen Niederlassung zu thun habe. Auf einem Gebiete von

mehreren Morgen liegen eine Masse von Scherben, theils von terra

sigillata, theils von Thongefäßen herrührend. Oben auf der Ackerkrume

las ich ein Stück Dachziegel auf mit dem Stempel der XXII. Legion.

Mehrere Bodenstücke von Terra sigillata-Gefäßen mit den Töpferstempeln

fanden sich hier ebenfalls. Bei einer geringen Untersuchung einer Kaute

in etwa 1-1/2 m. Tiefe stieß ich auf Reste römischer Mauerwerke aus

Sandsteinquadern und Quarziten von gar nicht unbedeutenden Dimensionen.

Ganze Stücke von Gipstünche kamen dabei zum Vorschein unter Asche und

Kohlenschutt. Zwei Münzen, die eine von Trajan, die andere von Hadrian,

beide hier gefunden, kamen auch in meinen Besitz, desgleichen ein

messerartiges Werkzeug oder Waffenstück von Eisen.

/Rob. Schäfer./

(Correspondenzblatt d. Gesammt-Vereins d. d. Gesch.- u.

Alterth.-Vereine Nr. 3 u. 4, nach d. Darmstädt. Ztg.)

44) /Friedberg/, 23. März. Bald nach Bekanntwerden einer ziemlich

ausgedehnten Römerstätte nordöstlich von Ober-Wöllstadt entdeckte

Herr Oekonom G. Falck eine solche im Großgalgenfelde, eine auf der

Wart, dann eine im Kleingalgenfelde, sämmtliche drei letztgenannten

in der Gemarkung Friedberg. Nun geht der Entdecker über unsere

Gemarkungsgrenze und entdeckt abermals eine solche beim Steinfahren in

der Gemarkung Bad-Nauheim an der dortigen Gasfabrik, unweit der vor

wenigen Jahren aufgefundenen Römerstätte, auf dem sog. Biëlerschloß

bei Bad-Nauheim. Bei einer oberflächlichen Besichtigung fanden sich

unter römischen Backsteinen drei Ziegelstücke mit dem Stempel der legio

XI ohne Beinamen, um wiederum einen Beweis von der Anwesenheit dieser

Legion in Obergermanien zu liefern, und ein Stück mit einem andern

Stempelrest, wahrscheinlich der Vexillarier der legio XIV gemina,

martia, victrix. Da sich auf dieser Stelle auch eine Masse Reste von

Gefäßen, die offenbar nicht römischen Ursprungs, namentlich von großen

Salzsiedegefäßen fanden, ist dieselbe gewiß untersuchungswerth.

(Daselbst.)

45) Am 20. Februar d. J. wurde in Mainz auf der neuen Wallstrasse am

Cavalier Boyen, unweit der alten Römerstrasse, ein /Steinsarg/

mit fünf Glasgefäßen gefunden. Die Gefäße von römischer Form wurden in

das Museum gebracht. Dicht dabei fand sich noch ein zweiter Steinsarg.

Beide Särge sind inschriftslos, in der bekannten geriefelten Art

bearbeitet, der eine auch mit den so häufig wiederkehrenden Eckleisten

im Innern versehen. Der Deckel des einen fehlt, der des anderen ist

zerbrochen und nach den Seiten abgedacht. Die ganze Weite der Särge

war mit Kalk ausgegossen, der die Leichen dicht umschloß. Beide Särge

fanden sich nur etwa zwei Fuß unter dem inneren Banket der Strasse

und sind von Nordwest gegen Südost gerichtet. Auf dem ganzen Höhenzug

liegen viele alte Grabstätten.

(Dasselbe, Nr. 2.)

46) /Auenstein/, 28. April. In den letzten Tagen fand Bauer Retzer

vom Abstätterhof (nordwestlich unterhalb des Wunnensteins gelegen)

auf einem Acker, etwa 100 Schritte westlich vom Hof, Gebäudespuren in

der Tiefe, daß der Pflug daran anstieß, welche sich beim Nachgraben

als Reste eines ansehnlichen Gebäudes erwiesen. Die hierüber in der

„Neckarzeitung“ ausgesprochene Vermuthung, daß das die Reste einer

einstigen herzoglich württembergischen Meierei seien, ist schwerlich

richtig. Viel wahrscheinlicher sind es Reste einer einstigen römischen

Niederlassung. Kohlen, Asche, eine große Zahl Backsteine in den

Dimensionen, welche die Römer für Heizkanäle angewendet haben, aus

feinem, fast zinnoberrothem Thon, mit den bekannten Randleisten und

eingepreßten oder eingekratzten Linien, Scherben von Krügen oder

Schüsseln, aus einer grauen, lettigen Masse nach Art der Sutterkrüge

gebrannt, vor allem der vollständig erhaltene, aus /einem/ Stein

ausgehauene ca. 1 m. breite und 1,5 m. lange Kaminschoß und der Fundort

dieser Sachen in einem kellerartigen, ca. 3 m. langen und eben so

breiten Raum, dessen Umfassungsmauern noch stehen, lassen kaum einen

Zweifel daran, daß man es mit einem römischen Hypokauston (Heizkeller)

zu thun hat. Die eigentlichen Fundamentsmauern des Wohnhauses haben

einen weit größeren Umfang. Interessant ist ein ebenfalls dort

gefundener, wahrscheinlich auch in dem Heizkeller gestandener,

runder, steinerner Tisch, von welchem der Säulenfuß, ca. 15 cm. dick,

nach oben verjüngt, nach unten in einen breiten Wulst, kapitälartig

auslaufend und alles wie gedreht, noch wohl erhalten ist. Die runde

Tischplatte ist zerbrochen. -- Kaum eine Viertelstunde davon fand sich

vorigen Sommer gelegentlich der Straßenkorrektur zwischen Auenstein

und Beilstein ebenfalls eine sichere Spur einer einstigen römischen

Wohnstätte, ein kreisrund ausgemauerter Brunnen, gefüllt mit allerlei

Resten und Trümmern römischen Bauwesens. Letztere Römerstätte hatte der

scharfsichtige verstorbene Landestopograph Paulus schon entdeckt und

in seine römische Landeskarte und die Oberamtsbeschreibung eingetragen

sammt dem daran vorbeiführenden „Mauerweg“.

(Staats-Anz. f. Württemb. Nr. 101.)

47) In einem Walde bei Eutingen in der Nähe von /Pforzheim/ wurde

jüngst bei Grabarbeiten eine beschädigte Merkurstatue aus weißem

Sandstein und eine Anzahl römischer Münzen aus der Zeit der Kaiser

Trajan bis Commodus gefunden. Da der Fundort an der ehemaligen (von

Pforzheim nach Oeschelbronn führenden) Römerstraße liegt, so wird

vermuthet, daß hier eine dem Handelsgott Merkur geweihte Kapelle

gestanden habe.

(Staatsanz. f. Württemberg, Nr. 99.)

48) Eine Entdeckung von der höchsten Wichtigkeit für die Vorgeschichte

der Buchdruckerkunst, insbesondere aber für jene des Zeugdruckes,

hat im vergangenem Herbste der Direktor der Sammlungen des Berliner

Gewerbemuseums, Dr. Jul. Lessing, in Merseburg gemacht, wo er als

Umhüllung einer Reliquie ein etwa handgroßes Stück jenes zarten

Stoffes fand, in welchem man heute das Gewebe zu erkennen glaubt,

welches im Mittelalter den Namen Byssus trug. Auf dieses Stück ist in

mehreren Farben der Adler, welcher Ganymed entführt, in strengster

Stilisierung gedruckt. Die große Uebereinstimmung mit der gleichen

Darstellung auf der Goldflasche des Wiener Antikenkabinets fällt sofort

auf und führt zur Annahme, daß ein sassanidisches Werk vorliegt, daß

also in Persien im 5. u. 6. Jhdt. unserer Zeitrechnung bereits Zeuge

mehrfarbig bedruckt wurden, eine Thatsache die wiederum zu weitgehenden

Combinationen Anlaß geben mag.

49) /Straßburg/, 28. April. Das „Els. Journ.“ schreibt: Seit acht

Tagen sind die Arbeiter des Herrn Chertier unter der Leitung dieses

ausgezeichneten Goldarbeiters damit beschäftigt, die in getriebener

Arbeit hergestellten kupfernen Verzierungen auf die /großen Thüren

des Hauptportals am Münster/ anzubringen. Die schwierige Arbeit

wird noch etwa 3 Wochen in Anspruch nehmen. Schon heute können wir

mittheilen, daß auf den beiden Thürflügeln sich zusammen in den oberen

Arcaturen 8 sitzende Figuren; in den Rauten und Dreiecken der sechs

Füllungen 98 Bilder mit Figuren und 196 Verzierungen aus Blätterwerk;

in den Querstreifen 4 Arabesken in geringeltem Laubwerk mit Früchten

und auf dem Sockel sechs verschiedene Scenen sich befinden. Außer

diesen 312 Bildhauerarbeiten befinden sich noch auf den Thüren die

kleinen bogenförmigen Verzierungen am Obertheile derselben und nahe

an 300 getriebene Einsetzrosen auf den die Rauten bildenden Streifen;

außerdem zwei Löwenköpfe mit Klopfringen im Rachen, endlich an jeder

Thür zwei Hände, welche eine zum Zuziehen der Thüren als Griff dienende

runde Stange halten. Alle diese verschiedenen Verzierungen werden in

die Thürverschalung vermittelst eigens zu diesem Zwecke hergestellter

Nägel, nahezu 1600 an der Zahl, angebracht; um die Festigkeit der

Verzierung zu vermehren, werden die hohlen Theile derselben durch

einen besonderen Kitt vor ihrer Anbringung auf dem Holz ausgefüllt.

Sobald die Arbeiter des Hrn. Chertier ihr Werk vollendet, sollen, sagt

man, die großen alten, häßlichen Läden des großen Portals entfernt

und durch neue ersetzt werden, welche jedoch die Thürflügel nur bis

zur Hälfte der Höhe der verzierten Thüren erreichen würden. Dagegen

wäre es heute eine bestimmte Sache, zwischen den beiden Strebepfeilern

vor dem großen Hauptportal ein eisernes Gitter in gothischem Stil und

im Einklang mit der Hauptfaçade des Doms herzustellen, um das einzig

in seiner Art bestehende Prachtwerk hauptsächlich des Nachts gegen

etwaige Beschädigungen zu schützen. -- Das Gebälk des Daches der

/neuen Kuppel/ ist vollständig aufgestellt, und seit vorgestern

ziert das übliche, mit Bändern gezierte Tannenbäumchen die Spitze des

Baues. Im Laufe der Woche soll mit der Verschalung begonnen werden;

nach Beendigung dieser Arbeit wird das ganze Dach mit Kupferplatten

überzogen. Das Dach der Kuppel wird ein kolossales eisernes Kreuz in

romanischem Stile überragen; diese Verzierung hat 3 m. 50 cm. Höhe von

der Spitze des Daches aus. Seit einigen Tagen endlich ist der große

Bretterverschlag, welcher fast die Hälfte des Schloßplatzes einnahm,

verschwunden. Die großen Münsterarbeiten gehen nun mit schnellen

Schritten ihrem Ende entgegen.

(D. Reichsanz., Nr. 103.)

50) /Halberstadt/, 9. Mai. Nachdem die /Restauration des

Domes/ fast vollendet worden, ist das Bestreben der Vertreter der

Domgemeinde dahin gerichtet, das Andenken einiger für Halberstadt

besonders bedeutungsvoller Männer dadurch zu ehren, daß die Säulen

des Hauptschiffes in dem prächtigen Gotteshause, sowie des nördlichen

und südlichen Kreuzarmes durch /Statuen/ derselben geschmückt

werden sollen. Durch Beiträge ist es ermöglicht worden, dieselben

unter Leitung des Bildhauers Schaper in Berlin ausführen zu lassen.

Die bereits aufgestellten Statuen des Johannes Baptista und des

Bonifacius finden die größte Anerkennung. In Zwischenräumen von je 2

Monaten werden Martinus, Augustinus, die Bischöfe Conrad v. Krosigk

und Burkhard II., Luther und Melanchthon vollendet werden. Als ein

Geschenk des Herrn von Hoym steht bereits im südlichen Kreuzarme die

Statue Karls des Großen, des Stifters des Bisthums. Auf ein Gesuch des

Ober-Dompredigers, Superintendenten Nebe, an Se. Hoheit den Herzog von

Braunschweig, gestatten zu wollen, daß neben der Statue des Gründers

des Domes, die des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig, welcher

den Dom reformierte, aufgestellt werde, ist die Genehmigung sofort

eingegangen.

(Deutscher Reichs -Anz., Nr. 112.)

51) In S. Maria Lyskirchen in Köln hat man sehr interessante

mittelalterliche Malereien an den Gewölben des Mittelschiffes

aufzudecken begonnen. In jedem Felde der großen Kreuzgewölbe sind zwei

im Scheitel durch eintheilende Ornamentfriese oder Säulen getheilte

Darstellungen enthalten: je eine dem neuen Testament entnommene Scene

und die altestamentliche vorbildliche Parallelldarstellung. Den Fuß

nehmen Prophetenbilder mit Spruchbändern, auf welchen die auf die

neutestamentliche Darstellung sich beziehenden Schriftstellen des alten

Bundes enthalten, sind, sowie Kirchenschriftsteller ein. Es ist also

ein neues Beispiel monumentaler Darstellung jener durch die Biblia

pauperum und ähnliche Schriften des Mittelalters populär gewordenen

Bildercyklen gegeben und zwar in derartiger Anordnung, daß die südliche

Hälfte stets das neue Testament, die nördliche das alte enthält.

Aber auch an den Wänden der Kirche sind allenthalben Reste alter

Malerei zu Tage getreten, so daß der Cyklus romanischer Wandmalereien

der Rheinlande um eines der interessantesten Beispiele vermehrt ist.

Es scheinen indessen nicht alle Malereien derselben Hand zu entstammen.

Während sie theilweise die ganze Freiheit des fortgeschrittenen

Stiles des 13. Jahrh. zeigen, sind andere ungemein streng. Von

hervorragendster Bedeutung in Bezug auf Ernst und Großartigkeit der

Erscheinung ist ganz besonders eine sitzende Maria mit dem Kinde und

den anbetenden drei Weisen an der Westwand der Kirche.

52) Unter den mittelalterlichen Malerschulen Deutschlands führt

bekanntlich die kölnische den Reigen. Der erste, in bestimmtern Zügen

vor uns tretende Repräsentant derselben ist Meister /Wilhelm/.

Unter dem Jahre 1380 erwähnt die Limburger Chronik desselben mit

dem Bemerken, er sei „der beste Maler in teutschen Landen gewesen“;

er habe „einen jeglichen gemalt von aller Gestalt, als habe er

gelebt“. Wie Dr. Ennen in seiner Geschichte der Stadt Köln II, S. 521

berichtet, figuriert der genannte Meister in den Ausgabe-Registern

für die Jahre 1370 bis 1380, höchst wahrscheinlich als in städtischem

Dienste stehender Maler. Ueber dessen, zum Theile noch problematische

Schöpfungen findet sich in Schnaase’s Geschichte der bildenden Künste

(VI, S. 423 u. s. w.) eine eingehende Erörterung. Insbesondere

werden dort bei der jüngsten Restaurierung des Hansesaales aus der

Uebertünchung wieder an’s Licht getretene Wandgemälde hervorgehoben,

von welchen mit zureichender Sicherheit anzunehmen ist, daß sie

vom Meister Wilhelm herrühren. Es ergaben sich die Spuren von neun

lebensgroßen Gestalten, Spruchbänder haltend, zumeist jedenfalls

Propheten. „Sie zeigen“ -- wir citieren Schnaase -- „die Hand

eines vorzüglichen Meisters, übertreffen in der Linienführung und

Modellierung alle vorhergegangenen kölnischen Wandmalereien und

erinnern mehr an die nahestehenden Tafelmalereien.“ Leider konnten

diese Ueberbleibsel altkölnischen Kunstlebens nicht, angemessen

wiederhergestellt, an Ort und Stelle erhalten bleiben; drei Brustbilder

von Propheten wurden indeß mit dem Mörtelputze von der Wand abgelöst

und dem städtischen Museum überantwortet. Außer den Prophetenbildern

waren noch andere Darstellungen, theils in Bruchstücken, theils noch

wohlerhalten oder doch kenntlich, sichtbar geworden, insbesondere

kleinere, in Dreipässe eingeschlossene Figuren symbolischer und

legendarischer Art, wahrscheinlich im 15. Jahrhundert ausgeführt.

In Anbetracht der kunsthistorischen Bedeutung der vorbezeichneten

Schöpfungen der Kölner Malerschule hat gleich nach Aufdeckung derselben

ein gründlicher Kenner und eifriger Förderer der christlichen Kunst,

der Maler /F. A. Martin/ in Roermond, den Fund seinem ganzen

Umfange nach durchgepaust und möglichst getreu nach den Originalen

coloriert. Es wäre zu wünschen, dass diese Nachbildungen durch den

Uebergang in eine öffentliche Sammlung von Kunstwerken für alle Zukunft

gesichert und einem jeden, welcher sich für Derartiges interessiert,

zugänglich gemacht würden.

(Köln. Volkszeitung, Nr. 108.)

53) /Ingolstadt/, 15. Mai. Die „Ing. Ztg.“ schreibt: Das alte,

im Jahre 1373 erbaute /Harderthor/ ist nahezu abgebrochen; aber

ein Andenken an dasselbe wie an die Pietät unserer Voreltern ist uns

hievon geblieben. Beim Abbruche dieses alten Baues -- als der im

Jahre 1430 oder spätestens 1542 im Innern dieses Thores eingesetzte

Gewölbebau niedergerissen wurde -- kam auf dem Verputze der östlichen

Seitenwand des ursprünglichen Baues ein Gemälde zum Vorschein, welches

Jesum am Kreuze, daneben die schmerzhafte Muttergottes mit zwei heil.

Frauen auf der einen Seite, dann den heil. Johannes Evangelista auf

der andern Seite vorstellt. Hunderte von Beschauern aus allen Ständen

drängten sich um dieses mehr als 300 Jahre verborgen gebliebene, noch

gut erhaltene Bild, welches nach seinen Vorzügen und Mängeln sicher

der zweiten Epoche der Gothik (1300-1400) angehören dürfte. Gelingt

die bisher mit so großer Mühe und Vorsicht bethätigte Lostrennung des

betreffenden Mauerstückes, dann wird dieses interessante Bild unserer

Stadt nicht blos in Photographie, sondern auch im Original erhalten

bleiben.

(Augsburger Postzeitung, Nr. 116.)

54) Im Jahre 1882 sind es vierhundert Jahre, daß in Wien die erste

Buchdruckerpresse ihre Wirksamkeit begann, von welcher Thätigkeit noch

einige Flugblätter sich bis in unsere Zeit erhalten haben. Um dieses

kulturhistorisch bedeutsame Ereigniß in würdiger Weise zu feiern,

haben die Wiener Buchdruckercorporationen ein Comité gewählt, welches

außer den entsprechenden Festlichkeiten auch die Veranstaltung einer

Ausstellung, die ein Bild der Entwicklung des Buchdruckes und der

verwandten Geschäftszweige in den abgelaufenen vierhundert Jahren geben

soll, sowie die Herausgabe der Buchdruckergeschichte Wiens in Aussicht

genommen. Die Verfassung dieses Werkes wurde Hrn. Dr. Heinrich Kábdebo

übertragen, dem ein Comité von Fachmännern zur Seite steht, die ihn in

seinen Forschungen unterstützen werden.

(Augsb. Postztg., Nr. 97.)

55) /Leipzig/, 4. Mai. Wie nunmehr feststeht, wird die

/Kunstgewerbe-Ausstellung/ am 15. Mai Vormittags durch Se.

Majestät den /König/ feierlich eröffnet werden. Höchst interessant

wird die Sammlung der /Alterthümer/ ausfallen. Se. Majestät der

König von Sachsen, die thüringischen Fürsten, soweit ihre Gebiete mit

dem Ausstellungsgebiete zusammenfallen, werden ihre Kostbarkeiten

senden. Auch die preußische Regierung gibt bereitwilligst aus ihren

Sammlungen her. Verschiedene Kirchen stellen ihre Schätze aus, so

Quedlinburg allein zwei Reliquienschränke etc. im angeblichen Werthe

einer halben Million. Braunschweig einige kostbare Büchereinbände u.

dgl. Halle wird den kostbaren Kelch aus St. Ulrich ausstellen, eine

Email-Arbeit über Golddraht, von einem alten Halleschen Meister u. s. w.

(D. Reichsanz., Nr. 109.)

56) Am 10. d. M. wurde im Akademiesaale des kurfürstlichen Schlosses

zu Mainz eine /Ausstellung graphischer Darstellungen der Stadt

Mainz und ihrer Denkmäler/ eröffnet. Dieselbe umfaßt Pläne

der Stadt und Festung, Ansichten der Stadt und deren nächster

Umgebung, die hervorragendsten Denkmale, wie den Dom, die ehemal.

Liebfrauenkirche und sonstige kirchliche Bauwerke, seien sie

erhalten oder untergegangen, ferner öffentliche Gebäude, einzelne

Theile aus dem Innern der Stadt, Wohngebäude, kirchliche und profane

Denkmäler. Die Ausstellung bietet somit im Bilde einen Ueberblick

über die Stadt Mainz, ihre äußere Entwickelung, ihre Bedeutung

für die Kunstgeschichte, wie über ihre Stellung als Schlüssel des

Reichs und die Geschichte ihrer kriegerischen Wechselfälle. Unter

diesen verschiedenen Gesichtspunkten gewinnt die Ausstellung eine

über den engeren Heimatkreis hinausreichende Bedeutung. Durch die

außerordentlich reiche Beschickung von Seiten einzelner Besitzer und

Kunstfreunde wie von Anstalten und Behörden ist eine solche Fülle

von Materialien vereinigt, daß die Ausstellung eine nicht leicht

wiederkehrende Gelegenheit zur Förderung der historischen und

namentlich kunstgeschichtlichen Forschung bietet.

57) /Berlin./ Am 17.-19. April war die Centraldirection der _Monumenta

Germaniae_ zu ihrer jährlichen Plenarversammlung hier vereinigt.

Anwesend waren: Prof. /Dümmler/ aus Halle, Geh. Rath Prof. /von

Giesebrecht/ aus München, Prof. /Hegel/ aus Erlangen, Hofrath Prof.

/Sickel/ aus Wien, Prof. /Stumpf-Brentano/ aus Innsbruck und die

hier ansässigen Mitglieder Prof. /Mommsen/, Prof. /Nitzsch/, Geh.

Oberregierungsrath, Direktor der Staatsarchive /von Sybel/, Prof.

/Wattenbach/ und der Vorsitzende, Geh. Reg.-Rath /Waitz/; durch

Unwohlsein war verhindert Justizrath /Euler/ in Frankfurt a. M. Die

Herren /Sickel/ und /Stumpf-Brentano/ sind von der Akademie der

Wissenschaften in Wien aufs neue auf 4 Jahre zu Mitgliedern gewählt.

In dem abgelaufenen Jahre gelangten folgende Werke zum Abschluß: von

der Abtheilung der _Auctores antiquissimi_: 1) Tom. II: /Eutropii/

_breviarium ab Urbe condita cum versionibus Graecis et_ /Pauli

Landolfique/ _additamentis recensuit et adnotavit_ /H. Droysen/; 2)

Tomi III, P. 1: /Victoris/ _Vitensis historia persecutionis Africanae

provinciae sub Geiserico et Hunirico regibus Wandalorum recensuit_ /C.

Halm/; 3) /Pauli/ _Historia Romana in usum scholarum_ aus 1 (ebenso wie

Eutrop) besonders abgedruckt; von der Abtheilung _Scriptores_: 4) Tomus

XXIV. (fertig bis auf die Register); 5) /Wiponis/ _Gesta Chuonradi

II. ceteraque quae supersunt opera. Edit. altera. Accedunt Annalium

Sangallensium, Chronici Herimanni, Chronici universalis Suevici partes

et duo carmina codicis Cantabrigiensis. Recognovit_ II. /Bresslau/; von

dem neuen Archiv der Gesellschaft für ältere Deutsche Geschichtskunde:

6) Band 4, herausgegeben von Prof. /Wattenbach/, mit Berichten über

wissenschaftliche Reisen von Prof. /Frensdorff/, Dr. /Liebermann/,

Geh. Reg.-Rath /Waitz/ und anderen Beiträgen von /Arndt/, /Brosien/,

/Dümmler/, /Ewald/, /Hartwig/, /Krusch/, /Löwenfeld/, /Mey/, /E.

Ranke/, /Thaner/, /Waitz/, /Wattenbach/ und /Weiland/.

Ueber den Fortgang der Arbeiten in den einzelnen Abtheilungen ist

Folgendes zu berichten.

In der Abtheilung der _Auctores antiquissimi_ unter Leitung des Prof.

/Mommsen/ ist im Drucke fast vollendet die Ausgabe des _Corippus_ von

Prof. /Partsch/ in Breslau. Auch der Druck der Werke des _Fortunat_ von

Dr. /Leo/ hat begonnen. Kleine Chroniken des 5. u. 6. Jahrhunderts,

die Prof. /Mommsen/ selbst bearbeiten wird, die Ausgabe des _Ausonius_

durch Prof. /Schenkl/ in Wien, die Collationen und Vorarbeiten für die

_Variae_ des _Cassiodor_ und die Arbeiten für _Avitus_ und _Sidonius_

sind in gutem Fortgang.

Von der Abtheilung _Scriptores_, die der Vorsitzende leitet, ist, wie

oben bemerkt, der 24. Band vollendet. Er enthält außer dem, was schon

im vorigen Bericht hervorgehoben, eine Reihe von Localchroniken, die

noch dem 12. oder der ersten Hälfte des 13. Jahrh. angehören, wenn

auch zum Theil mit späteren Fortsetzungen. Die Brabant und Flandern

betreffenden Werke, Geschichte der Klöster Vicogne und Ardre, und das

ausführliche, etwas poetisch gefärbte Werk des _Lambert_ über die

Grafen von Guines hat Dr. Heller bearbeitet, die Kataloge und Chroniken

der Kölner Erzbischöfe Dr. /Cardauns/ in Köln; dazu kommen die

Denkmäler Freisinger Geschichte, Fortsetzungen der _Gesta Treverorum_

bis Boemund, mehrere bisher ungedruckte Metzer Geschichten, die

kleineren Aufzeichnungen über die schwäbischen Klöster Salem, Weißenau,

Marchthal, die interessanten Sammlungen und Nachrichten des Propstes

_Cono_ zur Geschichte von Lausanne, anderes über Vienne, endlich die

älteste Geschichte der Thüringer Landgrafen. -- Gleichzeitig ist

der Druck des 25. Bandes fortgesetzt, der im Lauf des neuen Jahres

vollendet werden soll. Für den 26. und den noch ausstehenden 13. Band

sind die Vorarbeiten bedeutend vorgeschritten.

Dr. /Krusch/ aus Görlitz hat die Bearbeitung des sogenannten

_Fredegar_ in Angriff genommen, der sich in den _Scriptores rerum

Francicarum aevi Merovingici_ an den _Gregor_ von Tours anschließen

wird, dessen lange erwartete Ausgabe nun für dieses Jahr in Aussicht

gestellt ist.

Für den 15. Band, der die Streitschriften aus der Zeit Heinrichs IV.

enthalten wird, hat Dr. /Schwenkenbecher/ in Glogau die Ausgabe

der dem _Waltram_ zugeschriebenen Schrift _De unitate ecclesiae_

vollendet.

Während /Dr. Rödiger/ in Straßburg und Dr. /Strauch/ in

Tübingen mit dem ersten Band der Deutschen Chroniken beschäftigt

sind, hat Dr. /Lichtenstein/ in Breslau, in Verbindung mit Prof.

/Busson/ in Innsbruck, für den dritten Band _Ottokars_ steirische

Reimchronik in Angriff genommen.

Eine Reihe von Collationen und Abschriften wurden durch verschiedene

Mitarbeiter in den betreffenden Bibliotheken besorgt. Zahlreiche

Handschriften sind aber auch in diesem Jahr aus den Bibliotheken des

In- und Auslandes zur Benutzung nach Berlin mitgetheilt worden.

In der Abtheilung _Leges_ nähern sich die Ausgaben der _Lex Ribuaria_

und _Lex Salica_ von Prof. /Sohm/ in Straßburg und die neue

Bearbeitung der _Capitularien_ von Prof. /Boretius/ in Halle

der Vollendung. An die letztere wird sich eine neue Ausgabe der

Fränkischen Concilien von Prof. /Maaßen/ in Wien anschließen.

Die Formelsammlungen hat Dr. /Zeumer/ übernommen. Von Prof.

/Frensdorff/ sind die Vorarbeiten für die Sammlung der Stadtrechte

fortgesetzt worden.

In der Abtheilung _Diplomata_ ist es gelungen ein erstes Heft der

Urkunden Deutscher Könige und Kaiser, Konrad I. und Heinrich I.

umfassend, zum Abschluß zu bringen.

Die von Hofrath Prof. /Winkelmann/ in Heidelberg übernommene

Ausgabe ungedruckter Urkunden der späteren Staufer und ihrer

Gegenkönige und Nachfolger bis Richard und Alfons wird außer dem in den

Sammlungen der _Monumenta_ vorhandenen Material auch das enthalten,

was Hofrath Prof. _Ficker_ in Innsbruck zusammengebracht hat, im

Ganzen über 500 Stücke, die in Anschluß an die aus dem Nachlaß Böhmers

veröffentlichten _Acta imperii_ demnächst zur Veröffentlichung gelangen

werden. Auch die von Prof. /Arndt/ in Marseille gefundenen

Actenstücke zur Geschichte Kaiser Friedrichs II. sollen hier ihren

Platz finden.

Der für das verflossene Jahr in Aussicht genommene Druck der Briefe

Gregors d. Gr. in der Abtheilung _Epistolae_ unter Leitung des Prof.

/Wattenbach/ hat einen Aufschub erlitten. Derselbe ist insoweit

aber auch nur günstig gewesen, als inzwischen die lange verschollene

Handschrift jener Briefe, die Paulus an Adalhard sandte, von Dr.

/Gillert/ in der k. Bibliothek zu Petersburg aufgefunden

ist. -- Die Ausgabe der von /Pertz/ im vaticanischen Archiv

abgeschriebenen Briefe wird Prof. /Wattenbach/ demnächst mit Hülfe

eines zweiten Mitarbeiters in Angriff nehmen.

In der Abtheilung _Antiquitates_ hat Prof. /Dümmler/ die

Vorarbeiten für die Sammlung der Gedichte karolingischer Zeit, über

die er im N. Archiv, Bd. 4, ausführliche Nachricht gegeben, so weit

geführt, daß der Druck im Lauf des Jahres begonnen werden kann; das

erste Heft wird die Zeit Karls d. Gr. umfassen.

Es stehen also eine Reihe bedeutender Publicationen in Aussicht.

=Mittheilung und Bitte um Auskunft.= Im Besitze Sr. K. Hoheit des

Prinzen Georg, Herzogs zu Sachsen befindet sich eine in Birnbaumholz

ausgeführte Schnitzerei, eine Grablegung darstellend, 56 cm. hoch, 70

cm. breit, vorn mit ~1523~ auf der Rückseite mit ~Veit 1523

Stoß~, bezeichnet. Sie stammt aus dem Besitze des Königs Friedrich

August IV. von Sachsen; wie sie in denselben gelangte, ist unbekannt.

Diese ausgezeichnete Arbeit zeigt 5 freie Figuren, welche sich um den

Leichnam Christi gruppieren; nur die Rückseite ist glatt gearbeitet,

ohne Zweifel dazu bestimmt, sich an eine Fläche zu legen. Die Rückseite

zeigt ferner schwalbenschwanzartige Einschnitte mit Aufsatzöffnungen,

wol bestimmt für Befestigungen an der Hinterwand, zugleich um wol

drei Kreuze, jenes des Heilandes und jene der Schächer, aufzunehmen.

Die Schnitzerei dürfte den Theil eines großen Altarschnitzwerkes

bilden; sie ist von hoher künstlerischer Vollendung in der Anordnung

der Figuren, wie in dem Ausdruck der Gemüthsbewegung, und zeigt die

Eigenthümlichkeiten der anerkannten Werke des Veit Stoß und dessen

Schule. Die ursprüngliche Polychromie ist bis auf wenige Stellen

vollständig entfernt. Eine Photographie des Werkes übermittelte ich

dem germanischen Museum, welches deren Einsicht gestattet; auch

wäre ich bereit, unter Umständen, wenn zu kunstgeschichtlicher

Richtigstellung nöthig, weitere Abzüge und Uebersendung derselben zu

vermitteln. Die Schnitzerei befindet sich jetzt ausgestellt auf der

Kunstgewerbe-Ausstellung zu Leipzig.

An die Herren Kunstgelehrten und Künstler richte ich die ganz

ergebenste Bitte, mir gütige Mittheilung machen zu wollen, falls irgend

welche Beziehungen der beschriebenen Schnitzerei zu einer größeren

Altarschnitzerei oder dergl. anzunehmen wären.

/Dresden/, Mai 1879. Dr. R. /Steche/.

Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.

/Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in

Nürnberg.

Gedruckt bei U. E. /Sebald/ in Nürnberg.

ANZEIGER

FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

[Illustration]

=Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate

erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten

Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen _Deutschlands_

incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 _M_.

Für _Frankreich_ abonniert man in Paris bei der deutschen

Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für _England_

bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London;

für _Nord-Amerika_ bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des

Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.

Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 84 / 177 题