In den „Blättern für Münzfreunde, Beilage zum numismatischen Verkehr“,
VIII. Jahrg., Januar 1872, Nr. 29, theilt Gersdorf aus Taf. XXVIII
unter Nr. 8 den hier abgebildeten Doppeladler mit.
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Diese Münze ist ein thüringisch-meißnischer Brakteat aus dem 13.
Jahrh. Der Doppeladler soll aber hier, nach Gersdorf, nur aus dem
Grunde entstanden sein, weil die zahlreichen Verschiedenheiten in den
Vorstellungen und Stempeln der Brakteaten durch den Umstand geboten
waren, „daß diese nur /ein/ Jahr volle Geltung hatten und gegen
das Ende jedes Umlaufsjahres an die Münzmeister umgetauscht werden
mußten“.
Um nun diese Verschiedenheit zu erzielen, stellte man bisweilen
auf diesen Münzen die Löwen und Adler zweimal dar, mit dem Rücken
gegeneinander, mitunter mit nach rückwärts gegeneinander stehenden
Köpfen[203], und den Adler auch monogrammatisch zusammengeschoben, wie
auf unserer Abbildung.
Hier hätten wir also einen Doppeladler ohne alle weitere
/heraldische/ Bedeutung vor uns, was, die Richtigkeit der
angeführten Behauptung vorausgesetzt, auch auf die Erklärung mancher,
bisher räthselhafter sphragistischer und heraldischer Doppeladler aus
dem Mittelalter Einfluß haben könnte.
Nach der Ansicht A. Erbsteins ist anzunehmen: „daß dem Verfertiger
der Stempel dieses vereinfachte Doppelbild bereits als ein in der
Ornamentik des Mittelalters heimisches bekannt gewesen ist, einestheils
deshalb, weil jene Brakteaten erst aus der zweiten Hälfte des 13.
Jahrh. stammen, während doch der Doppeladler schon früher auf Münzen
erscheint, anderntheils, weil sich gerade bei vielen jener Brakteaten
nachweisen läßt, daß ihre Bilder denen der zweiseitigen Pfennige
brandenburgischer Fabrik entlehnt sind und sich ein solcher mit dem
Doppeladler wirklich auch vorfindet,“ -- eine Ansicht, die wohl sehr
viel für sich hat.
[Illustration]