Der Dom von Aquileja. (Forts.) -- Der König der Instrumente. (Forts.) --

/Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol u. Vorarlberg./

Herausgegeben von dem Verwaltungs-Ausschusse desselben. Dritte Folge,

zweiundzwanzigstes Heft. Innsbruck. 1878. 8.

Die Statuten der ältesten bekannten Synode von Brixen 1511. Von Ludwig

Rapp. -- Die Porträte von Andreas Hofer. Von Friedr. v. Attlmayr --

Verzeichniß der Fundorte von antiken Münzen in Tirol und Vorarlberg.

Von Flav. Orgler. (Mit 1 Karte.) -- Vereinsnachrichten.

/Mittheilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde./

XVIII. Vereinsjahr, 1878. I. u. II. Heft. Redigirt von E. Richter, k.

k. Professor. Salzburg. 8. Mit 1 lithogr. Tafel.

Streifzüge auf dem geschichtlichen Quellengebiete des Christenthumes

in Baiern. Ein Beitrag zur Beleuchtung der Rupertusfrage von Dr. F. V.

Zillner. -- Theophrastus Paracelsus und dessen Ueberreste in Salzburg.

Von Carl Aberle. -- Brand, Schwant, Maiß u. Reut, salzburgische

Orts- u. Güternamen aus Urbarien. Gesammelt von Dr. Zillner. --

Gesellschaftsangelegenheiten.

/Allgemeine deutsche Biographie./ Herausgegeben von der

/historischen Commission bei der k. Akademie der Wissenschaften zu

München/. Sechsunddreißigste bis vierzigste Lieferung, Leipzig, (8.

Band) Duncker und Humblot. 1878. 8.

/Die Chroniken der deutschen Städte/ vom 14. bis ins 16.

Jahrhundert. Fünfzehnter Band. Die Chroniken der baierischen Städte.

Regensburg. Landshut. Mühldorf. München. Herausgegeben durch /dies.

Commission/. Leipzig, S. Hirzel. 1878. 8. VIII u. 639 Stn.

/Forschungen zur deutschen Geschichte./ Herausgegeben von /ders.

Commission/. Neunzehnten Bandes erstes und zweites Heft. Göttingen,

1879. 8.

Die Verträge von Blois vom 22. September 1504. Von Dr. P. Schweizer.

-- Zur Geschichte des schwäbischen Städtebundes. Von Th. Lindner. --

Zur Reichsgeschichte aus Münchener Handschriften. Von Dr. W. Meyer.

-- Die überarbeitete und bis zum Jahre 741 fortgesetzte Chronik

des Beda. Von B. Simson. -- Die Ausbreitung der salischen Franken.

Zugleich ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Feldgemeinschaft.

Von R. Schröder in Würzburg. -- Zur Vita Chrodegangi. Von B. Simson.

-- Zur Sage von der Bestattung Karls des Großen. Von Th. Lindner.

-- Die Beziehungen des Otfried von Weißenburg zu St. Gallen. Von G.

Meyer von Knonau. -- Die Bulle des Papstes Bonifacius VIII. gegen

die Cardinäle Jakob und Peter von Colonna vom 10. Mai 1297. Von Dr.

C. Rodenberg. -- Ueber die Verhandlungen König Johanns von Böhmen

zu Paris 1323. Von Dr. W. Friedensburg. -- Untersuchungen über die

ältesten Brandenburger Chroniken, die Magdeburger Schöppenchronik und

das Chronicon archiepiscoporum Magdeburgensium. Von Dr. G. Hertel. --

Mathias von Neuenburg und Heinrich von Diessenhoven. Von Dr. D. König.

-- Ein Bruchstück des Aventin. Von Dr. W. Meyer. -- Zur Geschichte der

Lochauer Verhandlungen. Von Dr. Chr. Meyer. -- Hans Georg von Arnim,

als kaiserlicher Heerführer in Pommern und Polen. Von Dr. G. Irmer. --

Die Schlacht auf dem Marchfelde am 26. August 1278. Von G. Köhler. --

König Heinrich (VII.) Beiträge und Ergänzungen. Von L. Dargun. -- Die

Sibylle Gottfrieds von Viterbo in anderer Gestalt. Von Dr. Fr. Gerß.

-- Geschichtliche Aufzeichnungen aus dem Kloster Fulda. Von Dr. Jul.

Harttung. -- Die Zerstörung der Reichsveste Schwanau. Von A. Lütolf. --

Zur Genealogie der ältern Karolinger. Von Dr. E. Mühlbacher. -- Ueber

die Urkunde König Theodorichs IV. für das Kloster Murbach vom Jahre

727. Von Dr. R. Niemann. -- Ueber den Ligeris in der Lex Salica. Von R.

Schröder. -- Bericht über die neunzehnte Plenar-Versammlung d. histor.

Commission etc.

/Die Wartburg./ Organ des /Münchener Alterthumsverein/.

Zeitschrift für Kunst und Kunstgewerbe mit Berücksichtigung der

Neuzeit. VI. Jhg., 1879. Nr. 2 u. 3. Redacteur Dr. C. Förster. München,

1879. 8.

Zwei unedirte Glasfragmente im k. bayer. Nationalmuseum zu München.

Von C. Friederich. (Schl.) -- Peter Vischer betreffend. Von R. Bergau.

-- Das Taufbecken in der Sebalduskirche zu Nürnberg. Von dems. (Mit

Abbild.) -- Vereinsangelegenheiten. -- Kleine Mittheilungen etc. etc.

/Zeitschrift des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg./

Fünfter Jahrgang. Erstes-drittes Heft. Augsburg, 1878. 8.

Die Augsburger Baumeisterrechnungen von 1320-1331. Von R. Hoffmann. --

Eine Verhandlung vom Jahre 1482 über den an dem damaligen Pfarrer zu

Stötten, Joh. Iglinger begangenen Raub und Todtschlag. Von A. Gratz.

-- Die Urkunden des historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. --

Beiträge zu der Geschichte des Carmeliterklosters und der Kirche von

St. Anna in Augsburg. Von E. Schott. -- Beiträge zur Verfassungs- und

Rechtsgeschichte der Stadt Augsburg. Von Chr. Meyer. -- Necrologia

Ottenburana. Bearb. von Dr. Fr. Ludw. Baumann. -- Jahresbericht des

Vereins für die Jahre 1876 u. 1877.

/Kunst u. Gewerbe. Wochenschrift zur Förderung deutscher

Kunst-Industrie./ Herausgegeben vom /Bayrischen Gewerbemuseum/

zu Nürnberg. Redigirt von Dr. Otto von Schorn. Dreizehnter Jahrgang.

1879. Nr. 10-16. Nürnberg. 1879. 8.

Das „Conservatoire des arts et métiers“ in Paris. Aus dem Französ.

des P. Huguet, übers. von Seelhorst. -- Die schlechten Zeiten und das

Kunstgewerbe. Von Dr. J. Landgraf. -- Die Kunst-Industrie und der

Staat in Frankreich. Vortrag von Dr. Stegmann. -- Kleine Nachrichten.

-- Literatur. -- Abbildungen: Grotesken nach einem Stich von Merian

(1593-1650). -- Gittermotive aus Venedig. -- Lutherglas (16. Jhdt.)

-- Schlüssel. (16. Jhdt.) -- Stoffmuster (16. Jhdt.) -- Theil einer

Titeleinfassung von Urs Graf. -- Buchdeckel (17. Jhdt.). -- Nach einem

Kupferstich von J. Berain († 1711). -- Handspiegel (16. Jhdt.) --

Schale von G. Wechter. --

/Mittheilungen des Bayrischen Gewerbemuseums zu Nürnberg./

Beiblatt zur Wochenschrift: /Kunst u. Gewerbe/. Redigirt von Dr.

O. von Schorn. Sechster Jahrgang. Nr. 6-8.

Bekanntmachungen. -- Feuilleton. -- Notizen etc. etc.

/Mittheilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg./

Erstes Heft. Nürnberg. Im Selbstverlage des Vereins. 1879. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Nürnberg im Kampf mit der Vehme. Von E.

Mummenhoff. -- Acht Briefe Wilibald Pirkheimers. Mitgeth. v. G. von

Kreß. -- Kleinere Mittheilungen. -- Literatur.

/Schriften des Vereins für die Geschichte Leipzigs./ Zweite

Sammlung. Leipzig, 1878. 8.

Deutsche Urkunde über die Stiftung des Thomasklosters. Von R. Sachse.

-- Johann Hergott, Buchführer von Nürnberg, u. sein tragisches Ende.

Von Albr. Kirchhoff. -- Leipziger Hökenordnung von 1504. Von G.

Wustmann. -- Nachlese zu dem Leben des Leipziger Baumeisters Hieron.

Lotter. Von dems. -- Das Tagebuch einer Leipziger Bürgerfamilie aus

dem 16. u. 17. Jhdt. Von dems. -- Eine deutsche Schulkomödie auf der

Thomasschule (1660). Von dems. -- Der Leipziger Aufenthalt deutscher

Dichter und Denker im 18. Jahrh. Von Dr. Oskar Günther. -- Mag. Adam

Bernd, Leipzigs erster Oberkatechet. Von Ed. Mangner. -- Die Verbannung

des Harlekin durch die Neuberin. Von G. Wustmann. -- Miscellen.

/Neues Lausitzisches Magazin./ Im Auftrage der

/Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften/ herausg. von

Professor Dr. Schönwälder. Vierundfünfzigster Band, zweites Heft und

fünfundfünfzigster Band, erstes Heft. Görlitz. 1878. 8.

„Ernst, Herzog von Schwaben“, und „Ludwig der Bayer.“ Ein Beitrag zur

Würdigung Ludwig Uhland’s. Von J. W. O. Richter. -- Kriegsdrangsale

der Oberlausitz zur Zeit des siebenjährigen Krieges. Von G.

Korschelt. -- Ueber die Grenzen des Gaues Zagost. Von Schönwälder.

-- Entwickelung der Verfassung und des öffentlichen Rechtes der

Niederlausitz seit dem Traditions-Receß vom Jahre 1635. Von L. Große.

-- Gesellschaftsnachrichten etc. etc.

/Schriften des Vereins für die Geschichte der Stadt Berlin/. Heft

XV. Das Dorf Tempelhof. Von Dr. C. Brecht. Berlin, 1878. 8. 219 Stn.

/Der deutsche Herold. Zeitschrift für Heraldik, Sphragistik und

Genealogie./ Organ des Vereins „Herold“ in Berlin. X. Jahrg, 1879.

Nr. 2 u. 3. Berlin, 1879. 4.

Badisches Wappenbuch. Von Dr. K. H. Frh. Roth von Schreckenstein. --

Außereuropäische Wappen. Von L. Clericus. (Mit Abbild.) -- Die von

Gablenz und die von der Gabelentz, zwei verschiedene Adelsfamilien.

/Geschichts-Blätter für Stadt und Land Magdeburg./ Mittheilungen

des /Vereins für Geschichte und Alterthumskunde des Herzogsthums und

Erzstifts Magdeburg/. 14. Jahrgang, 1879. 1. Heft... Magdeburg.

1879. 8.

Archäologische Wanderungen durch Kirchen des Kreises Jerichow. I.

Von Wernicke. -- Die Baugeschichte der Stadtkirche zu Gr. Salze bei

Magdeburg. Von F. O. Müller. -- Hochzeitsgebräuche des Magdeburger

Landes. (Forts.) Von Ph. Wegener. -- Zur Geschichte der edlen Herren

von Barby. Von F. Winter. -- Nachlese zu den Urkunden des Klosters U.

L. Fr. Von Dr. G. Hertel. -- Miscellen. Von Dr. Zurborg u. Th. Stenzel.

-- Literatur. -- Vereins-Chronik.

/Mittheilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte u.

Alterthumskunde./ Zweiter Band, 4. Heft. Dessau, 1879. 8.

Ein Anhaltischer Kohlhaas. Von O. v. Heinemann. -- Die frühesten

urkundlichen Erwähnungen von Ortschaften Anhalts. Von Th. Stenzel. --

Rehbergs Antheil an den Erwerbungen des Herzogs Leopold Friedrich Franz

von Anhalt-Dessau für die Wörlitzer Kunst-Sammlungen. Von F. Siebigk.

-- Ueber Anhaltische Volksmundarten. Von Dr. H. Wäschke. Vermischtes.

Von W. Hosäus. -- Nachtrag zu dem im 3. Hefte dieses Bandes d.

Mitthlgn. veröffentlichten Aufsatze: „die Alterthümer Anhalts“. Von

G. Stier. -- Ein älteres Shakespeare-Bildniß im Gothischen Hause zu

Wörlitz. Von W. Hosäus. -- Vereinsnachrichten.

/Bremisches Jahrbuch./ Herausg. von der /historischen

Gesellschaft des Künstlervereins/. Zehnter Band. Bremen, 1878. 8.

Vereinsangelegenheiten. -- Bremen und die Synode zu Dordrecht. Von

J. Fr. Iken. -- Die Anfänge des Anschariikapitels und die Bremische

Kirchspieleintheilung. Von Dr. W. von Bippen. -- Zur Geschichte

der älteren Handelsbeziehungen Bremens mit den Ver. Staaten von

Nordamerika. Von Dr. M. Lindemann. -- Kleinere Mittheilungen. --

Literatur.

_Neu erschienene Werke._

6) /Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur

Neuzeit/ von /Georg Muck/, Pfarrer in Poppenreuth, vormals

in Heilsbronn. I. Band. Mit 3 Abbild. Nördlingen, C. H. Beck’sche

Buchhandlung. 8. XVI. u. 642 Stn.

Einen wichtigen Beitrag zur Geschichte Frankens bietet das Werk,

dessen erster Band uns bereits vorliegt, und von welchem noch zwei

weitere Bände erscheinen sollen. „Drei Bände über einen so kleinen

Marktflecken“? dürfte wol mancher Leser sich fragen. Sein Bedenken

wird sich aber bald heben, wenn er erfährt, daß es sich hier nicht

allein um die Geschichte des Cisterzienser Klosters Heilsbronn handelt,

welche bekanntlich für sich schon des Merkwürdigen außergewöhnlich

viel enthält, sondern auch um die von weit über hundert Ortschaften,

die ehemals dem Kloster unterthan waren und in ihrer Gesammtheit den

Umfang eines Fürstenthums erreichten. Gar viele der Bewohner dieser

Orte werden sich freuen, hier Nachrichten über ihre Urgeschichte zu

erhalten, von denen sie sonst nie ein Kenntniß hatten, auch nicht haben

konnten. Was aber die Geschichte des Klosters selbst betrifft, so darf

vor allem nur erwähnt werden, daß in der dortigen, nun prachtvoll

restaurierten, ehemaligen Klosterkirche die Gräber der Urahnen unseres

erhabenen, vielgeliebten Kaiserhauses, daß daselbst auch eine größere

Anzahl Kunstdenkmale bezüglich Architektur, Malerei und Skulptur

sich befinden, daß ferner in diesem Kloster von seiner Stiftung an

bis zur Reformationszeit sämmtliche deutsche Kaiser bis auf einen

sich einfanden, ebenso viele Burggrafen, Kurfürsten, Markgrafen und

sonstige vornehme Herren von geschichtlicher Bedeutung, endlich daß

die Kunstdenkmale Urkunden und Aufzeichnungen, Klosterbibliothek u.

s. w. ziemlich wohl sich erhalten haben, da sie von Brand und Krieg

verschont geblieben. Kurz, es ist dieses Werk eine wahre Fundgrube von

zum Theil noch nicht bekannten historischen Thatsachen und außerdem ein

inhaltsreicher Beitrag für die Kultur- und Kirchengeschichte.

Der gelehrte Verfasser, ein welterfahrener, vorurtheilsfreier Mann,

der bereits im Jahre 1859 die werthvollen Beiträge zur Geschichte von

Kloster Heilsbronn (Ansbach bei Seybold) veröffentlicht hat, steht

in seinem 85sten Jahre, ist noch vollkommen lebensfrisch, in seinem

geistlichen Amte aktiv und hat am Abend seines Lebens noch die freudige

Genugthuung, das umfangreiche Geschichtswerk, an welchem er über 30

Jahre thätig war, in seiner Vollendung vor sich zu sehen.

Vermischte Nachrichten.

28) Der Major von Humbert auf Hohen-Kränig, Kreis Königsberg in N./M.,

bei Schwedt a./O., hat auf seiner Gutsfeldmark auf der Höhe des steilen

linken Oderufers ein /Heidengrabfeld/ aufgedeckt. Etwa einen

halben Meter unter der Erde befanden sich in regelmäßigen Reihen von

etwa einem Meter Abstand, von Außenwand zu Außenwand gemessen, kleine,

etwa einen Meter hohe Packungen von unregelmäßigen Feldsteinen der

verschiedensten Form, jedoch nicht über einen Quadratfuß höchstens

groß. Etwa 12 derartige Stellen wurden aufgedeckt. Im Innern befanden

sich einzelne große Urnen mit Stülpen darüber und meheren kleineren

Gefäßen darin, meist noch umstellt mit leeren kleineren und größeren

Gefäßen, darunter solche von ca. 1-1/2 bis 2 Liter Inhalt. Nur in

den größten Centralurnen befanden sich die Reste des Leichenbrandes,

aber sehr vermorscht und auf besonders hohes Alter deutend. Neben

einem solchen großen Gefäße lag frei in der Erde ein unverbrannter

Menschenschädel, von dem jedoch nur ein Theil der Zähne gerettet

werden konnte. Beigaben aus Stein oder Metall sind weder bei früheren

Nachgrabungen noch jetzt gefunden worden. Man gewann diesmal ca. zwölf

große und kleine thönerne Gefäße, dunkelbraun, von primitiver Form.

Zweifellos handelt es sich um vorwendische Objekte. Herr von Humbert

hat die ihm gehörigen Fundstücke den städtischen Behörden von Berlin

für das /Märkische Provinzial-Museum/ zum Geschenk gemacht.

(D. Reichs-Anz., Nr. 79.)

29) /Cöln/, 4. April. Die /römischen Ausgrabungen/

bei der benachbarten /Marienburg/ haben zu dem Funde eines

oblongen, ungefähr 0,90 m hohen, 1,80 m langen und 0,90 m breiten

/Sarkophags/, in welchem sich mehrere Gegenstände befanden, sowie

eines 1,80 m hohen und 0,60 m breiten /Grabsteins/ von Jurakalk

geführt. Der erstere, dessen Deckel zertrümmert ist, trägt auf einer

Langseite die folgenden Endworte einer im Uebrigen verwitterten,

dreizeiligen Inschrift: /VCI -- VERINVS -- IVLLONIE/. Von den in

dem Sarkophage aufgefundenen Gegenständen sahen wir bei dem Direktor

der Aktiengesellschaft Marienburg, Herrn von Gellhausen, welcher

leider erst nach Eröffnung des Sarges bei der Fundstelle eintraf,

kleine Bruchstücke eines traubenförmig façonnierten Glasgefäßes, von

dem wir vermuthen, daß es in seinem Hauptbestande erhalten war, einige

Bronze-Appliken, anscheinend auf den Mithraskult bezüglich, eine

Glasperle, verschiedene Kupfermünzen -- Großerze und kleinere -- von

Hadrian, Antoninus Pius, Commodus, Tetricus, Postumus etc. und endlich

einige, ihrer früheren Bestimmung nach unbestimmbare Metallplättchen

und Ueberreste. Weitaus interessanter ist der vorgedachte Grabstein

von rechteckiger Form, welcher auf seiner obern Hälfte in zierlich

schlanken Buchstaben die nachfolgende, fast makellos erhaltene

achtzeilige Inschrift trägt: L. Octavius L. F. Elaites, gubernator

ann(orum) LVIII, stip(endiorum) XXXIIII h(ic) s(itus) e(st). Dionisius

Plestharchi F. Trallianus scriba pro merit(is). Diese Inschrift ist

von einigen gefurchten Linien umrahmt und überdacht von einem leicht

reliefierten Giebelfelde mit einer Lotosblume in der Mitte, von

der ausgehend verjüngende Akanthusblätter die Winkel des Dreiecks

ausfüllen. Die oberen Zwickel des Steines sind mit Palmetten belebt.

Die Fundstelle befindet sich nur 0,40 m unter der Oberfläche des die

Marienburg umgebenden Grundstückes, welches jetzt behufs Offenlegung

von Zugangswegen zu dem Gesellschaftshause eingeebnet wird. Eine von

dem Bonner Provinzial-Museum für den Grabstein angebotene Summe wurde

von dem Besitzer, der demselben in den Gartenanlagen der Marienburg

eine hübsche Aufstellung zu geben gedenkt, abgelehnt.

(D. Reichs-Anz., Nr. 85, nach der Kölnischen Ztg.)

30) /Bonn/, 18. März. In der Nähe von /Oberbreisig/ wurde

ein Gebäude von rechteckiger Form, ungefähr 70 Fuß lang und 30 Fuß

breit, aufgedeckt, welches zweifellos /römischen Ursprungs/ ist,

dessen Zweckbestimmung indeß erst die weitere Aufdeckung feststellen

kann. Die Aufgrabung steht in Zusammenhang mit derjenigen mehrfacher

anderer römischer Baureste des dortigen Distrikts, besonders einer

römischen Villa beim Orte Waldorf und einer römischen Straße, welche

von Sinzig herkommt. Die Ausgrabungen im Bereiche des /Bonner

Castrums/ haben augenblicklich wegen Bestellung der Felder bis zum

Herbst Unterbrechung finden müssen, nachdem der große Abflußkanal, der

von Westen nach Osten das ganze Castrum durchzieht, in einer Länge

von ungefähr 300 Fuß festgestellt worden ist. Dieser große Kanal von

theilweise 14 Fuß Tiefe der Sohle und einer Breite von 4 Fuß im Lichten

wird seine volle Bedeutung für die Erforschung der Baueinrichtung des

Castrums erst gewinnen, wenn es gelingt, seinen Anfang und Ausfluß in

den Rhein festzustellen. Von großem Interesse dürfte auch das Resultat

werden, welches die Ausgrabung auf der rechten Rheinseite, gegenüber

dem Castrum, bei /Schwarzrheindorf/ verspricht. Es ist bereits ein

großer Mauercomplex aufgedeckt, über dessen nähere Bestimmung indeß

die Aufklärung noch zu erwarten bleibt. Uebrigens sind diese Baureste

keineswegs zufällig, sondern wohlbewußt von Professor aus’m Weerth

gesucht worden.

(D. Reichs-Anz., Nr. 70, nach der Bonner Ztg.)

31) Der Bericht über die Versammlung des historischen Vereins zu

Oberpfalz und Regensburg am 2. April theilt mit, daß in den letzten

Tagen bei dem Graben des Fundaments des Liechtl’schen Neubaus vor den

Ostenthore eine größere Anzahl von römischen Grabstätten bloßgelegt

wurde. Herr Pfarrer /Dahlem/ hat dieselben einer eingehenden

Untersuchung unterzogen; bei dieser Gelegenheit fand derselbe mehrere

Thongeschirre u. s. w., welche der Bauherr bereitwilligst dem

historischen Vereine schenkte. Dieselben wurden in jener Versammlung

vorgezeigt und von dem Herrn Vortragenden eingehend besprochen. Von

besonderem Intresse ist der Töpfername /Reginus/ auf einer Schale

von terra sigillata, der bisher in Bayern nicht vorgekommen war.

Hieran reihte der Herr Pfarrer sehr interessante Erörterungen über

die römischen Straßenzüge und Begräbnißplätze rings um Regensburg.

Namentlich wurde der östliche Beerdigungsplatz besprochen, der sich

vom östlichen römischen Thore beim Carmeliten-Bräuhause bis Alt-St.

Niclas sporadisch hinzog und vorzugsweise für Arme und Sklaven bestimmt

gewesen zu sein scheint.

32) Bei Gelegenheit der Arbeiten zur Wiedergewinnung der Teplitzer

Quellen wurden im Quellenhause verschiedene Münzen und sonstige

Alterthümer gefunden; unter den ersteren auch eine römische, woraus man

schließen will, daß schon zu Zeiten des Kaisers Hadrian die Thermen

bekannt und benützt waren.

33) Dem Berichte über die Thätigkeit der k. k. Central-Commission

für Kunst- und historische Denkmale im Jahre 1878 entnehmen wir die

Nachricht, daß bei Schluß von Ausgrabungen in D. Altenburg im Jahre

1878 eine kleine Badeanlage mit 3 Absiden, das Fundament eines größeren

Gebäudes, vielleicht des Prätoriums, ein ausgedehntes Leichenfeld,

die Anlage der Porta decumana mit den Grundmauern eines quadratischen

Thorthurmes bloßgelegt waren. Professor Hauser legte eine Fundkarte an,

in welche auch künftig alle zu Tage tretenden Funde eingetragen werden

sollen.

34) Zur Restauration der sehr schadhaften gothischen Kirche

zu Maria-Neustift in Steiermark sind je 1500 fl. ö. W. im

Staatsvoranschlag für 1880-81 eingestellt worden.

35) Aus dem in den Mittheilungen etc. enthaltenen vierten Berichte

über die Thätigkeit der Central-Commission für Erforschung und

Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale im Jahre 1878 erhalten

wir nachträglich Kunde über einen am 30. Oct. v. J. in Verbindung mit

mehreren Skeletten erhaltenen Fund von 30 Goldmünzen aus der Zeit vom

Schlusse des 13. bis Schluß des 14. Jhdts., der in Krems an einer

Stelle gemacht wurde, die als vormaliger israeliitscher Friedhof gilt,

und Münzen der Städte Florenz und Lübeck, ferner Albrechts I. v.

Oesterreich, Johanns von Luxemburg, des ungarischen Königs Karl Robert

(1308-42) und 12 Stück von dessen Sohn, Ludwig d. G. (1342-82) enthält.

36) /Görlitz./ Am 28. März wurden in der ehemaligen Küsterwohnung,

die vor einiger Zeit käuflich an Herrn Kaufmann /Burghardt/

übergegangen ist, beim Aufreißen des Fußbodens gegen 200 alte

Goldmünzen, wahrscheinlich aus der Zeit des Kaisers Sigismund,

aufgefunden. Dieselben sind noch ganz gut erhalten, haben zum Theil die

Größe eines jetzigen 5-Markstückes und sollen nach ungefährer Schätzung

einen Werth von einigen Tausend Thalern repräsentieren.

(Saxonia.)

37) /Cottbus./ Mitte März a. c. wurde in Lindau bei Neustädtel in

dem Garten des Herrn Gutsbesitzers Bürger ein /interessanter Fund

gemacht/. Zwei Dienstjungen fanden nämlich etwa 1-1/2 Fuß tief

in der Erde einen Topf, welcher beim Anfassen zerbarst und 18 alte

Silbermünzen, je von der Größe eines Fünf-Mark-Stückes, und 10 alte

Goldmünzen, wovon neun die Größe eines 1 Mark-Stückes und eine die

Größe eines 50-Pfennig-Stückes hatte, enthielt. Die Münzen sind in

den Jahren von 1618 bis 1649 geprägt worden und tragen auf dem Avers

verschiedene Namen, als: „Ferdinand II. König von Oesterreich, Philipp

I. König von Spanien und Indien, Valenzia“ und Andere.

(Saxonia, Nr. 7).

38) Die „/Historische Kommission der Provinz Sachsen/“ trat

in den herrlichen Räumen des neu erbauten Rathhauses zu Erfurt zu

ihrer 5. Sitzung zusammen. Die Verhandlungen gaben im Ganzen wie

im Einzelnen ein höchst erfreuliches Bild über die Thätigkeit und

die Erfolge der immerhin noch sehr jungen Institution. Während

des letzten Geschäftsjahres war nicht nur das Erscheinen zweier

neuer Bände der „Geschichtsquellen“: des von Direktor Holstein in

Geestemünde bearbeiteten Urkundenbuches des Klosters Berge und des

von Dr. Hertel übernommenen Urkundenbuches des Klosters U. L. Fr. in

Magdeburg, sowie die Ausgabe eines neuen in 500 Exemplaren namentlich

an die Schulen der Provinz vertheilten Neujahrsblattes, die von Dr.

Jacobs verfaßte Darstellung des Brockens in Sage und Geschichte

enthaltend, sondern auch die Eröffnung der weiter aussehenden, für

größere Kreise bestimmten und durch seine Ausstattung mit Abbildungen

sich empfehlenden Publikation der „Beschreibenden Darstellung der

älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz“ durch die Versendung

des ersten, die kunstgeschichtlichen Alterthümer des Kreises Zeitz

zur Darstellung bringenden Heftes zu verzeichnen. Nicht minder

günstige Aussichten konnten auch für das nunmehr beginnende Etatsjahr

eröffnet werden; denn schon befindet sich ein neues Heft des letzteren

Werkes, die Beschreibung der Denkmäler des Kreises Langensalza und

zwei Bände der Geschichtsquellen, der 2. Theil des Halberstädter

Stadt-Urkundenbuches von Direktor Schmidt und die Denkwürdigkeiten des

Halleschen Rathsmeisters M. Spittendorf, von Professor Opel bearbeitet,

unter der Presse, und sind ferner die Denkmälerbeschreibungen der

Kreise Weißenfels, Weißensee, Schleusingen, Mühlhausen und Worbis,

die Herausgabe der Erfurter Studenten- und Baccalaureenmatrikel

von 1392 bis 1500 durch Prof. Weißenborn und der Halberstädter

Kirchenvisitations-Protokolle von 1564 und 1589 nebst einer kurzen

Geschichte der Reformation in Halberstadt durch Superintendent Nebe

daselbst so weit gefördert, daß die Drucklegung derselben unmittelbar

nach Abschluß der obenbezeichneten Stücke in Angriff genommen wird.

Zur Wiedergabe einiger der hervorragendsten Miniaturen, mit denen die

Originale der Matrikeln Seite für Seite ausgeschmückt sind, wurde zudem

eine höchst ansehnliche Summe im Etat der Kommission ausgeworfen.

Daneben wird an der Herstellung des Manuskriptes zum Pfortaischen

Urkundenbuche und dem des Stiftes Naumburg rüstig weiter gearbeitet

und wurde nunmehr beschlossen, Verhandlungen über die Herausgabe

der Chronik des Erfurter Rathsmeisters Hartung Kammermeister mit

Dr. Reiche in Königsberg in der Neumark, über Bearbeitung eines

Eichsfeldischen Urkundenbuches mit Dr. Jäger in Duderstadt und

betreffs einer Veröffentlichung der Halleschen Schöppenbücher mit Dr.

Hertel in Magdeburg einzuleiten; vor allem aber gelang es, durch das

bereitwillige Eintreten der Hendelschen Buchhandlung eine geeignete

Grundlage zu gewinnen, durch die das Erscheinen von zwei Heften der

„vorgeschichtlichen Alterthümer“ bis zum 1. Oktober dieses Jahres

gesichert ist. Letzteres Werk ist dazu bestimmt, durch Wort und Bild

die vorzüglichen Resultate der bisher vorgenommenen Ausgrabungen

prähistorischer Grabstätten zur Anschauung zu bringen und verspricht

eine Reihe wichtiger Aufschlüsse über die ältesten ethnographischen

und Kulturverhältnisse unserer Heimat. Professor Klopfleisch wird

neben diesen Bearbeitungen auch die praktischen Ausgrabungen

weiter fortführen und für dieselben namentlich mehere durch die

landwirthschaftlichen und Kulturarbeiten bedrohte Punkte in Aussicht

nehmen. Selbstverständlich setzt Bauinspektor Sommer seine Vorarbeiten

für die Denkmälerbeschreibungen fort, während von nun an Pfarrer Otte

die endgültige Redaktion handhabt. Für den schnelleren Fortgang des

ganzen Unternehmens wird es von besonderer Wichtigkeit sein, daß sich

außerdem in höchst dankenswerther Weise Professor Müller in Magdeburg,

Superintendent Nebe in Halberstadt, Pfarrer Warnecke in Loburg, sowie

die Geschichtsvereine in Erfurt und Nordhausen zur Vornahme der

Vorarbeiten in den ihnen am nächsten liegenden Gebieten bereit erklärt

haben. Als Neujahrsblatt für 1880 wird Direktor Schmidt eine Abhandlung

über die „Halberstädter Schicht des Jahres 1423“ veröffentlichen,

auch traf die Kommission schon jetzt geeignete Maßnahmen, das in

den Juni 1880 fallende 200 jährige Jubiläum der Vereinigung des

Erzstiftes Magdeburg mit dem brandenburgischen Churstaate durch die

Veröffentlichung einer entsprechenden Festschrift zu begehen. Mit dem

Beschluß, mehrere kleinere Alterthümersammlungen anzukaufen, sowie mit

Besprechung einer Reihe innerer Angelegenheiten endete die reichhaltige

Sitzung unter lebhaftem Danke für die von Seiten der städtischen

Behörden gewordene freundliche Aufnahme, und es verband sich damit die

Hoffnung, daß die Kommission, wenn sie im Mai k. J. zu Merseburg zu

ihrer 6. Sitzung zusammentritt, auf eine gleich erfolgreiche Thätigkeit

zurückblicken werde, wie dieses Mal.

(D. Reichs-Anz., Nr. 85.)

Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.

Frommann/.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in

Nürnberg.

Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.

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Neue Folge. Sechsundzwanzigster Jahrgang.

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=Nürnberg.= Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate

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Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist.

Anstalt des Museums, /F. A. Brockhaus/ in Leipzig, befördert.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 61 / 177 题