Fischers Bibliothek zeitgenössischer Romane

Bisher erschienen unter anderen:

Gabriele d’Annunzio: Lust I/II

Hermann Bahr: Theater

Herman Bang: Am Wege

Björnstjerne Björnson: Mary

Laurids Bruun: Van Zantens glückliche Zeit

Theodor Fontane: L’Adultera

Gustaf af Geijerstam: Thora

Knut Hamsun: Redakteur Lynge

Hermann Hesse: Unterm Rad

Felix Holländer: Das letzte Glück

Bernhard Kellermann: Yester und Li

E. von Keyserling: Beate und Mareile

Jonas Lie: Eine Ehe

Peter Nansen: Julies Tagebuch

Thomas Mann: Der kleine Herr Friedemann

Gabriele Reuter: Liselotte von Reckling

Jakob Schaffner: Die Erlhöferin

Emil Strauß: Der Engelwirt

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Werke von Jakob Wassermann

bei S. Fischer, Verlag, Berlin

Die Juden von Zirndorf.

Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geheftet 4 Mark,

in Leinen 5 Mark, in Leder 6 Mark 50 Pfg.

Kaum je hat ein jüdischer Poet seinen Glaubensgenossen, und über das

Judentum der Gegenwart überhaupt schärfere, und zutreffendere Dinge

gesagt als Wassermann in diesem Buche. Die besten Eigenschaften des

jüdischen Volkes erscheinen in ihm selbst verkörpert, vor allem der

kritisch-skeptische Sinn, der auch sich selbst nicht schont. Mit diesem

verbindet sich auch bei Wassermann eine starke, jedoch mehr mystisch als

sinnlich glühende Phantasie, der namentlich in dem phantastischen

»Vorspiel« des Romans eine glänzende poetische Leistung gelungen ist.

Dieses Vorspiel bildet den Grundakkord zu der in unseren Tagen

spielenden Geschichte der »Juden von Zirndorf«, in denen ein begabter

Jüngling Agathon, der das edelste Judentum verkörpert, die von einem

brutalen Christen erduldete Schmach durch einen Mord an seinem Peiniger

rächt.

(Neue Zürcher Zeitung)

Die Geschichte der jungen Renate Fuchs.

Elfte Auflage. Geheftet 6 Mark, in Leinen 7 Mark 50 Pfg.

Jedes große, befreiende Buch muß ein Buch der Erlösung und der

Wiedergeburt sein. Dies ist ein Buch von der Erlösung der Frauen, »die

alten sinnlichen Vorurteilen zu mißtrauen beginnen, die ihr Schicksal,

ihr Frauenschicksal erleben und nicht länger leibeigen sein wollen«. –

Seit dem »Grünen Heinrich« Kellers ist in deutscher Sprache kein so

interessanter und tiefsinniger Roman erschienen.

(Die Zukunft)

Der Moloch.

Roman. Neubearbeitete Ausgabe. Vierte Auflage. Geheftet 4 Mark,

in Leinen 5 Mark, in Leder 6 Mark 50 Pfg.

Ein bedeutendes Werk! Bedeutend durch die ernste Idee, die ihm zugrunde

liegt, bedeutend durch die psychologische und gestaltende Kunst, mit der

Wassermann jene Idee zu einem groß und breit angelegten, lebensvollen

Gemälde gestaltet hat!... Der Verfasser hat dieses psychologische

Problem in der Tat auch vollständig, seinem Wesen entsprechend,

psychologisch behandelt, und zwar in geradezu bewundernswerter Weise.

Mag das Weltbild, das Wassermann hier entwirft, ein einseitiges sein,

mögen einzelne weniger interessierende Seiten seines Bildes gar zu breit

aufgeführt, mag selbst die ihm zugrunde liegende Idee nicht unbedingt

anzuerkennen sein und das Poetische etwas zu kurz kommen –, so viel

bleibt gewiß, daß das umfangreiche Werk von Anfang bis zum Ende eine

Stimmung ausströmt, die unwiderstehlich fesselt und mit der Macht fast

eines Erlebnisses wirkt.

(Berner Bund)

Der niegeküßte Mund – Hilperich.

Novellistische Studien. Geheftet 2 Mark, in Leinen 3 Mark.

In diesen Novellen hat die Wassermannsche Erzählungskunst eine mehr als

respektable Höhe erreicht. Es sind belletristische Kunstwerke von einer

so feinen und sicheren Arbeit, wie wir ihrer in der heutigen deutschen

Literatur nicht viele besitzen. Was sie vornehmlich auszeichnet, ist

ihre gute Haltung im Sinne der epischen Kleinkunst. Wie hier alles in

den Verhältnissen abgewogen ist, wie anmutig und doch streng die Linie

fließt, wie der Zierat sich verteilt, Licht und Schatten sich verhalten,

Ausführung und Andeutung zueinander stehen – alles das verrät einen in

Deutschland sehr seltenen Kunstverstand und ungemein viel Talent.

(Die Zeit, Wien)

Alexander in Babylon.

Roman. Dritte Auflage. Geheftet 3 Mark 50 Pfg., in Leinen 4 Mark 50 Pfg.,

in Leder 6 Mark.

Nichts als der reale Gang der geschichtlichen Ereignisse von Alexanders

Rückkehr aus Indien bis zu seinem vorzeitigen Tode wird uns erzählt,

dies freilich in farbigreicher kulturhistorischer Ausmalung und mit

ebenso kühner als intensiver Psychologie. So ist dieses Buch weit mehr

ein Prosaepos als ein Roman, und es bietet weit mehr eine faszinierende

Ausdeutung der Geschichte als etwa eine Spannungserzeugung durch

pragmatische Verwicklungen. Auf jeden Fall aber ist es ein Kunstwerk,

sowohl durch die Geschlossenheit seiner Komposition wie durch seine kaum

genug zu preisende sprachliche Behandlung. Es gehört zu unsern schönsten

deutschen Prosabüchern. Manche Kapitel verdienten in den Schulen gelesen

zu werden. Auf solche Weise wird Geschichte lebendig gemacht und

beseelt.

(Neue Freie Presse, Wien)

Die Schwestern.

Drei Novellen. Dritte Auflage. Geheftet 2 Mark, in Halbleder 3 Mark,

in Leder 4 Mark.

Der Vortrag dieser Geschichten ist stilistisch meisterhaft, in der

Schilderung des Tatsächlichen von der Einfachheit der altitalienischen

Novellen, dabei hin und wieder blitzend von seltsam geschliffenen

Wortprägungen spezifisch Wassermannscher Art. Nur einem kabbalistischen

Grübelsinn, einer so heißen Phantasie wie der dieses deutschen

Orientalen konnte es gelingen, die Verrücktheiten der kastilischen

Isabella so tief poetisch märchenhaft zu durchleuchten und aus den zwei

phantastisch konstruierten Kriminalfällen das Rauschen geheimnisvoller

seelischer Unterströmungen so hervortönen zu lassen.

(Literarisches Echo)

Die Masken Erwin Reiners.

Roman. Siebente Auflage. Geheftet 5 Mark, gebunden 6 Mark.

Dieser Roman wird einmal in der Entwicklungsgeschichte der modernen

Literatur eine wichtige Rolle spielen. Man wird ihn als einen alles

Wesentliche zusammenfassenden und reflektierenden Spiegel des zügellosen

Individualitätsstrebens betrachten, das doch das entscheidende Merkmal

unserer modernen Romanliteratur bleibt, von ihm zugleich aber eine

Wendung zum realen Leben datieren. Es sind einige Kapitel in dem Roman,

die wie das Morgenrot einer neuen Klassik anmuten.

(Westermanns Monatshefte)

Der niegeküßte Mund: Drei Erzählungen · 第 21 / 22 题