III

Das Restaurant war aufgeräumt, sauber und vollkommen leer. Nur in einem

der Säle saß irgendein riesengroßer Kerl, der dem Onkel schweigend

entgegenkam und ihm, ohne ein Wort zu sagen, sofort den Stock aus der

Hand nahm, den er gleich irgendwohin versteckte.

Der Onkel gab ihm den Stock ohne Widerspruch und reichte ihm zugleich

auch seine Brieftasche und sein Portemonnaie.

Dieser leicht ergraute, massive Riese war jener selbe Rjabyka, dessen

Name in dem mir unverständlichen Auftrag des Onkels erwähnt worden war.

Von Beruf war er eigentlich Schulmeister, hier versah er aber offenbar

irgendein anderes Amt. Er schien hier ebenso notwendig wie die Zigeuner,

wie das Orchester und wie das ganze Personal, das vollzählig erschienen

war. Ich verstand nur nicht, welche Rolle der Schulmeister spielen

sollte, aber das konnte ich bei meiner Unerfahrenheit auch noch gar

nicht wissen.

Das hell erleuchtete Restaurant war in vollem Betrieb: die Musik

dröhnte, die Zigeuner gingen auf und ab und blieben jeden Augenblick vor

den Büffets stehen, und der Onkel besichtigte die Säle, den

Wintergarten, die Grotten und die Galerien. Er wollte sich überzeugen,

ob tatsächlich keine Fremden da waren; der Schulmeister wich nicht von

seiner Seite. Als sie aber nach diesem Rundgang in den Hauptsaal, wo

schon die ganze Gesellschaft versammelt war, zurückkehrten, konnte man

zwischen ihnen einen großen Unterschied wahrnehmen: der Schulmeister war

ebenso nüchtern, wie vor dem Rundgang, der Onkel aber gänzlich

betrunken.

Ich weiß nicht, wieso das so schnell geschehen war; jedenfalls war er in

bester Laune. Er übernahm das Präsidium, und die Geschichte ging los.

Alle Türen waren abgesperrt, und das Restaurant war von der ganzen Welt

abgeschnitten. Zwischen uns und der übrigen Welt gähnte ein Abgrund: der

Abgrund des ganzen ausgetrunkenen Weines, der verzehrten Speisen und,

vor allen Dingen, der, ich will nicht sagen, häßlichen, aber wilden und

tollen Ausgelassenheit, die ich kaum zu schildern vermag. Das kann man

von mir auch garnicht verlangen: als ich mich hier festgeklemmt und von

der ganzen Welt abgeschnitten sah, verlor ich jeden Mut und hatte es

sehr eilig, mich zu betrinken. Darum werde ich auch gar nicht

beschreiben, wie diese Nacht verging. Meiner Feder ist es auch gar nicht

gegeben, _alles_ zu schildern; ich kann mich nur an zwei besonders

bemerkenswerte Episoden der Schlacht und an das Finale erinnern, doch

das _Unheimliche_ steckte eben in ihnen.

Eine Teufelsaustreibung, und andere Geschichten · 第 5 / 74 题