Das Restaurant war aufgeräumt, sauber und vollkommen leer. Nur in einem
der Säle saß irgendein riesengroßer Kerl, der dem Onkel schweigend
entgegenkam und ihm, ohne ein Wort zu sagen, sofort den Stock aus der
Hand nahm, den er gleich irgendwohin versteckte.
Der Onkel gab ihm den Stock ohne Widerspruch und reichte ihm zugleich
auch seine Brieftasche und sein Portemonnaie.
Dieser leicht ergraute, massive Riese war jener selbe Rjabyka, dessen
Name in dem mir unverständlichen Auftrag des Onkels erwähnt worden war.
Von Beruf war er eigentlich Schulmeister, hier versah er aber offenbar
irgendein anderes Amt. Er schien hier ebenso notwendig wie die Zigeuner,
wie das Orchester und wie das ganze Personal, das vollzählig erschienen
war. Ich verstand nur nicht, welche Rolle der Schulmeister spielen
sollte, aber das konnte ich bei meiner Unerfahrenheit auch noch gar
nicht wissen.
Das hell erleuchtete Restaurant war in vollem Betrieb: die Musik
dröhnte, die Zigeuner gingen auf und ab und blieben jeden Augenblick vor
den Büffets stehen, und der Onkel besichtigte die Säle, den
Wintergarten, die Grotten und die Galerien. Er wollte sich überzeugen,
ob tatsächlich keine Fremden da waren; der Schulmeister wich nicht von
seiner Seite. Als sie aber nach diesem Rundgang in den Hauptsaal, wo
schon die ganze Gesellschaft versammelt war, zurückkehrten, konnte man
zwischen ihnen einen großen Unterschied wahrnehmen: der Schulmeister war
ebenso nüchtern, wie vor dem Rundgang, der Onkel aber gänzlich
betrunken.
Ich weiß nicht, wieso das so schnell geschehen war; jedenfalls war er in
bester Laune. Er übernahm das Präsidium, und die Geschichte ging los.
Alle Türen waren abgesperrt, und das Restaurant war von der ganzen Welt
abgeschnitten. Zwischen uns und der übrigen Welt gähnte ein Abgrund: der
Abgrund des ganzen ausgetrunkenen Weines, der verzehrten Speisen und,
vor allen Dingen, der, ich will nicht sagen, häßlichen, aber wilden und
tollen Ausgelassenheit, die ich kaum zu schildern vermag. Das kann man
von mir auch garnicht verlangen: als ich mich hier festgeklemmt und von
der ganzen Welt abgeschnitten sah, verlor ich jeden Mut und hatte es
sehr eilig, mich zu betrinken. Darum werde ich auch gar nicht
beschreiben, wie diese Nacht verging. Meiner Feder ist es auch gar nicht
gegeben, _alles_ zu schildern; ich kann mich nur an zwei besonders
bemerkenswerte Episoden der Schlacht und an das Finale erinnern, doch
das _Unheimliche_ steckte eben in ihnen.