SAPHO

Die Überkönigliche . . . . . . . durch das dunkle Spülen

des Wassers glitt sie überbauscht von losem Haar.

Der Leib schien Nacht und Brandung klingend aufzuwühlen,

der eh von Hymnen hell und überflogen war.

Sie hielt die Lyra. Stumpf wand aus der Mondspirale

sich kalter Schein und hielt mit Riff und Wogen Tausch.

Manchmal erblitzten Wellen, wo den Arm die Fahle

flocht durch das Instrument aus Elfenbein und Rausch.

Die Vorgebirge ragten gleich von Schmetterlingen

besucht vom Mond. Seemöven, Flügel voll von Reif

brachen durch fernes Dunkel als gekreuzte Klingen

und schossen plötzlich spitzen Flugs nach jenem Streif,

da hingerissen trauernd stand mit Silberschwingen

lautlos und träumend über ihr ein großer Greif.

Stehe von Lichtern gestreichelt: Gedichte · 第 15 / 21 题