EHRWÜRDIGE VERSAMMLUNG, ANDÄCHTIGE ZUHÖRER!

Die Apostel, besonders der heilige Paulus, als er zu Rom predigte,

verschmäheten es nicht, auch häusliche, bürgerliche Angelegenheiten der

Gemeinde zu Gegenständen ihrer Betrachtungen zu machen. Es läßt sich zwar

mit vieler Wahrscheinlichkeit annehmen, daß sie belletristische Gegenstände

nicht berührt haben, daß sie literarische Streitigkeiten nicht, wie man zu

sagen pflegt, auf die Kanzel brachten; denn sie hatten Wichtigeres zu tun;

nichtsdestoweniger aber geschah dies einige Jahrhunderte später, und man

trifft in den Kirchenvätern nicht undeutliche Spuren, daß sie über

allerhand literarische Subtilitäten, sogar über die Tendenz und den Stil

ihrer Gegner auf dem kirchlichen Rednerstuhl gesprochen haben.

Berühmte Kanzelredner neuerer Zeit haben oft und viel zum Beispiel über das

Theater gepredigt oder über das Tanzen am Sonntag oder über das Singen

unzüchtiger Lieder, andere wieder über das Spielen, namentlich das

Kartenspielen, und einen habe ich gehört, der in einer Vesperpredigt das

Schachspiel in Schutz nahm und nur bedauerte, daß es ein Heide erfunden.

Und wenn es die Pflicht des Redners ist, meine Freunde, der Gemeinde

darzutun, welchen Irrtümern sie sich hingebe, welche bösen Gewohnheiten

unter ihr herrschen, wenn es die Natur der Sache erfordert, bei einer

solchen Aufdeckung von Irrtümern und böslichen Gewohnheiten bis ins

einzelne und kleinste zu gehen, weil oft gerade dort, recht ins Auge

fallend, der Teufel nachgewiesen werden kann, der darin sein Spiel treibt,

so kann es niemand befremden, wenn wir nach Anleitung der Textesworte mit

einander eine Betrachtung anstellen über:

Der Mann im Mond Oder der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme, nebst der Kontrovers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond · 第 73 / 76 题