(spontan):
Flucht! begreiflicherweise Flucht! -- Dann ist das doch Hanna Elias
gewesen. Es schreit nämlich eine weibliche Stimme dort unten in der
Nähe, wo Fischer Kummer wohnt, fortwährend mit einigen Leuten herum.
Mäurer:
Schusterchen, geh und such sie auf. Gib mal acht: du hast die Aufgabe,
sie möglichst von Schilling fernzuhalten.
Der Tischler Kühn tritt aus der Dunkelheit heran.
Kühn:
Suchen Sie den Herrn Maler Schilling, meine Herrn?
Mäurer:
Jawohl, jawohl!
Kühn:
Herr Schilling ist eben, vor eene kleene Viertelstunde erst, hier
gewesen.
Mäurer:
Wo ist er gewesen?
Kühn:
Hier, meine Herren.
Mäurer:
Täuschen Sie sich da etwa nicht, Meister?
Kühn:
Ich hab sojar jesprochen mit ihm.
Mäurer:
Was haben Sie denn mit ihm gesprochen?
Kühn:
So allerhand! Und dann ooch was, was mir jetzt erst uf die Seele
gefallen ist. Ich sollte gehn und sollte Ihnen sagen, daß Herr Schilling
baden gegangen is!
Klas Olfers:
Nanu, Schuckert, nu woll wi den Schuppen ufmaken! Nu woll wi dat kleene
Boot flottmachen. Komm man fix. Hast du den Slissel mitbrockt, Tjung?
Schuckert:
Tja, Klas Olfers, ick hebb em all.
Schuckert verschwindet hinter dem Schuppen, man hört den großen
Schlüssel knarren und danach das große Tor aufgähnen.
Rasmussen:
Herr Olfers, ich werde mit ins Boot steigen. (Zu Mäurer): Es ist
tatsächlich nicht ausgeschlossen, daß Schilling in seiner Wassergier
noch mal hinausgeschwommen ist.
Er läuft mit Klas Olfers und den anderen Leuten hinter den
Schuppen, von wo man hört, wie alle zusammen das kleine
Rettungsboot herausschaffen. Zuweilen dringt das dumpfe Poltern der
Ruder durch den zunehmenden Wind. Das Meer beginnt stärker zu
rauschen.
Lucie:
Ich suche Hanna Elias auf.
Mäurer:
Wart mal! Wenn der arme Kerl wirklich mit Selbstmordgedanken etwa
hinausgeschwommen ist, und ihn draußen womöglich Reue anwandelt ...
Komm, wir machen ein Feuer an.
Lucie:
Die Pechpfanne brennt ja schon vor dem Schuppen.
Das rote Licht der Pechpfanne und beleuchteter Rauch dringen
hinterm Schuppen hervor. Mehr und mehr Fischerweiber und Kinder
kommen, in den Wind schwatzend und schreiend, aus der Dunkelheit.
Sie fragen einander, dringen auf die Männer ein, um zu erfahren,
was los ist; diese aber scheinen wortkarg nur damit beschäftigt,
das Boot klarzumachen. Die Jungen klettern auf das umgestülpte Boot
auf der Düne; einige die Strickleiter am Signalmast empor. Das Boot
ist inzwischen ins Wasser gebracht.