Mäurer

(schneidend):

Ich stehe bei meiner Arbeit meistens. -- Wir kommen gleich wieder; ich

zeige der Dame nur mal einige der eigentümlichen Inschriften, die auf

dem Kirchhof sind.

Schilling:

Ein toter Heuschreck hopst nicht mehr.

Mäurer:

Wie meinst du?

Schilling:

Das wäre auch so 'ne nette Inschrift. Dort oben liegen nämlich Leute,

die ohne zu wissen wie auf diese Insel gekommen sind.

Mäurer:

Jawohl, es sind gestrandete Seeleute.

Schilling:

Sie sind sonst ziemlich mit heiler Haut, die Füße voran, hier angelangt.

Nur mit etwas durchnäßten Unterhosen. Aber die trocknen schon wieder mit

der Zeit. Manche ohne Hut, einige sogar ohne Strümpfe. Einem wackren

Seemanne macht das nichts! Man kann ja pumpen, pumpen, pumpen sein Leben

lang.

Mäurer:

Wenn das deine neuerworbene gute Laune sein soll, lieber Schilling, dann

wünsch ich mir wirklich deine sogenannte schlechte Stimmung von heute

morgen zurück! -- Entschuldige uns einen Augenblick.

Mäurer entfernt sich mit Fräulein Majakin, und man sieht ihn durch

eine kleine Gitterpforte den Kirchhof betreten. Schilling blickt

ihnen nach, zuckt die Achseln, lacht kurz in sich hinein, nimmt auf

der Bank Platz und zieht Hanna neben sich, mit dem Blick immer noch

das Paar auf dem Kirchhof verfolgend. Alsdann fährt er schnell

herum und sieht mit einem verlorenen Lächeln Lucie an, die noch

ruhig im Sande liegt.

Schilling:

Ja ja, so geht's in der Welt, Fräulein Lucie.

Gabriel Schillings Flucht: Drama · 第 122 / 202 题