Ratibor: Meine Schuld!
Imma (in Bangigkeit): Du --? Deine -- -- --?
Ratibor: Weil ich treulos war --!
Imma (in gesteigerter Hast):
Ich -- -- war -- treu!
Züchtete dein Bild im Griff der Hand!
Tanzte wie ein Kreisel um dich, Wand!
Wob dich fest ins Netz verblichner Klänge!
Goß dich reißend aus in Brunnenenge!
Schwang dich, meine Flügel, blau im Rund!
Turm der Sehnsucht schuf ich dich zum Zeichen,
und so weit Gedanken reichen,
knüpfte Liebe ich zum Bund!
Ratibor (heiß): Imma!
Imma (entsetzt): Nein!
Zerbrochen Wunsch im Traum!
Ferner Wind am Mantelsaum!
Ach -- Gefühle sind wie Raum,
unerfaßlich -- unbegriffen,
Luft -- gespalten zwischen Riffen,
Flug der Möwe ohne Grund!
Wasche Wunden erst gesund,
eh' du dich an Rätsel kettest!
Weißt du, ob du rettest --?
Hör' der Füße Schritt am Boden schlürfen!
Weißt du -- weiß ich, was wir dürfen?
Bilder -- Menschen -- Wahrheit -- Lüge -- Spiel?
Überall Gefühl --
Wo ist das Ziel?
(Brinhildis kommt zurück. Ihr behutsam folgend: König, Königin
-- die Mägde Gersa -- Buh -- Linde)
Imma (sie erkennend): Sie leben! Atmen! Lachen! Schweigen!
(schreiend) Menschen!!
Hilf mir -- Geist! (bricht zusammen)
Alle in einem Schrei: Imma!
-- -- -- --
Brinhildis: Tot! -- Schwester --!
(Ende)