Imma (auf dem Boden mit Steinen zeichnend):
Muß ich Gräber taufen:
Hier -- Hier -- Hier!
Vier --
Sieben --
in Zahlen zerrieben --
im Sand zerlaufen --!
Mutter Königin tot
Vater König -- Ratibor
Brinhild!
Ach -- das gleiche Schild
vor
Alle:
Not!
Zeichne, wo der Boden sie bezirkt
mondgewirkt,
wo die Gruft sie engt,
gramversengt,
wo der Stein sie ehrt,
blutverzehrt!
Linde -- Gersa -- Buh:
Du --! Du --!
Und der Kiesel Zahl
dazu:
Ruht in Qual!
Ich allein
pflanze euch in Erde ein!
(Der Geist):
Geist: Warum lügst du?
Imma: Ich?
Geist: Weißt du nicht?
Imma: Still!
Geist: Willst nicht wissen!
Imma (verzweifelt -- Schrei): Nein!
(wirft sich auf die Erde)
Geist: Sah dich fremd am Abhang stehn,
ferne Sehnsucht blutend untergehn,
Brunnen, die in Gärten sprangen,
Goldne Fische zwischen Schicht und Schein,
Blätter breit,
darauf die Regen klangen,
aber arm dein Herz im Stein:
Einsam, Mensch, du Bett der Irdischkeit!
Finger rings, die Tod in Netze spannen,
Münder, die im Laut zerrannen,
Lust, die schrie, und Wände durch das Rund,
feucht von Giften, und die List im Grund!
Falsch dies Bild der Not! Verfälschte Sucht!
In dir selbst taucht Gift aus irrer Schlucht,
unergründlich lächelnd, mondenfahl
das zum Sturz dich treibt: Die List der Qual!
Keine Rast, wo Saat in Strömen gährt,
keine Hast, wo sich Kristall verklärt,
keine Lager, wo der Quell entspringt,
Kreise Staub bis Meer im Sand verklingt!
Haltlos, untief, wunschverzerrt, sei blind!
Schöpfung stirbt, wo Gitter sind!
Liebe, brich entzwei, die mich besaß!
Lüge rächt sich, wo sie fraß!
Schrei im Windflug auf! Zerfalle Gruft!
Menschenleib braucht Menschenluft!
(taucht im Dunkel)