5. Dämmerung auf Bergen

Brinhildis (müde): Liebst du?

Ratibor: Die ich muß!

Brinhildis: Von Kummer schwer

lieg ich brach im Turm der Reue! Weile!

Augen dunkel auferstehn und klagen!

Bist du treu? O Worte! Dürre Rast!

Ratibor: Wenn du wert bist

und du wahr bist,

dann du treu bist!

Brinhildis: Imma!

Ratibor: Rufe nicht!

Ist kein böses Spiel

gedankenlos:

Alltag-Liebe,

das uns schafft und bindet!

Brinhildis: Ich ertrag' es nicht!

Ratibor: Wie ferner Mond

treibt ein Abglanz durch die Brust und zündet

Hauch und Blässe -- -- rundet sich und schwillt.

Wellen über Wipfel rauschen,

Strom der Unsichtbaren --!

Knarrt die Rinde,

Gräser schweben auf, die ich zertrat.

Kreuzen sich die Wege!

Willst du gehn?

Sieh -- es färben sich die Himmel wieder

und im Wind saust unsre Nacht dahin!

Morgendämmerung --; kalt -- kalt wir beide,

Du und ich -- geteiltes Wesen! Gib --

Gib Genesung deiner Sehnsucht hin!

Brich die Träume auf -- dann reifen Lieder!

Brinhildis: Wunderbar -- du bist, seit es geschah!

Ratibor: Treu ist frei sein!

Brinhildis: Starb mein Leib an dir?

Küsse mich!

Ratibor: Was willst du?

Brinhildis: Auf die Berge!

Ratibor: Lüge nicht! Sei wahr!

Was willst du?

Spielgeist: Eine Phantasie · 第 17 / 32 题