Brinhildis (müde): Liebst du?
Ratibor: Die ich muß!
Brinhildis: Von Kummer schwer
lieg ich brach im Turm der Reue! Weile!
Augen dunkel auferstehn und klagen!
Bist du treu? O Worte! Dürre Rast!
Ratibor: Wenn du wert bist
und du wahr bist,
dann du treu bist!
Brinhildis: Imma!
Ratibor: Rufe nicht!
Ist kein böses Spiel
gedankenlos:
Alltag-Liebe,
das uns schafft und bindet!
Brinhildis: Ich ertrag' es nicht!
Ratibor: Wie ferner Mond
treibt ein Abglanz durch die Brust und zündet
Hauch und Blässe -- -- rundet sich und schwillt.
Wellen über Wipfel rauschen,
Strom der Unsichtbaren --!
Knarrt die Rinde,
Gräser schweben auf, die ich zertrat.
Kreuzen sich die Wege!
Willst du gehn?
Sieh -- es färben sich die Himmel wieder
und im Wind saust unsre Nacht dahin!
Morgendämmerung --; kalt -- kalt wir beide,
Du und ich -- geteiltes Wesen! Gib --
Gib Genesung deiner Sehnsucht hin!
Brich die Träume auf -- dann reifen Lieder!
Brinhildis: Wunderbar -- du bist, seit es geschah!
Ratibor: Treu ist frei sein!
Brinhildis: Starb mein Leib an dir?
Küsse mich!
Ratibor: Was willst du?
Brinhildis: Auf die Berge!
Ratibor: Lüge nicht! Sei wahr!
Was willst du?