Gersa: Sie sank!
Buh: Im Bad!
Linde: Die Fluten!
König: Ach -- ertrank!
Brinhildis: Nein!
Schwand in Schönheit!
Stengelschlank hinab,
die Winde um die nackte Brust gebogen!
Und ohne Schrei im Schauer stumm verzückt!
So uferlos durch Tiefe -- --
Die Mägde am Boden: Uferlos --!
König: Führt mich.
Königin: Mich führt!
König: Bleib! Warte!
(Der König folgt den drei Mägden)
Königin: Brinhildis, du!
Brinhildis: Es war wie Sturm:
Im Spalt der Felsen: Dampf, dicht, kraftgeballt --
Die Elemente wach
Trieb ohne Halt
Aufwärts und abwärts
Strom und Fall und Dunst!
Das Moos von Schaum bespritzt.
Die Blumen schwimmend
und tosend in der Gicht gereckter Leib!
Hochwirbelndes Gesicht,
das Nebel hüllte
in Schalen blau gestumpft!
O nein -- kein Tod!
Raub war es,
Raub der Erde!
Dann wieder glatt
und Ruhebild -- wie Hohn!
Der Fließ gespreizt,
Der Fluß so klar
und jede Spur
versäumt -- gespült -- verloren -- -- ach!
-- -- -- --
Königin: Ihr saht sie nicht?
Brinhildis: Wir sahen sie nicht mehr!
Königin: O Hoffnung, zwiefach Antlitz!
Brinhildis: Hoffnung nicht! O Ohnmacht!
Königin: Mädchen!
Ruf' mir Ratibor!
Ihr Freund! Mein Sohn!
Brinhildis: Was soll er?
Königin: Frage nicht!
Brinhildis: Ihr lacht?
Königin: In Schmerzen!
Stärker er, als du!
Als ich auch,
Als die andern alle!
Rufen
Geh!
Brinhildis: Herrin!