Heute bin ich das erstemal aus dem Bette. Im Nebenzimmer schläft es.
Ludwig war über die Frühgeburt nicht besonders überrascht. Es ist auch
gar zu klein.
Wenn er vom Kollegium nach Hause kommt, setzt er sich an's Bettlein und
schaut es an. Ich habe immer gehört, es spreche das Blut, das muß doch
nicht so sein. Er liebt es.
Wenn ich jetzt denke an meine Gedanken! Solches nur denken zu können!
Das Kind ist so arm, daß ich weinen muß, sooft ich es anblicke. Ich
soll ruhen und schlafen, ich kann nicht, ich denke an das Kind immer
und immer. Liebe ich es? Das wäre Untreue gegen den, der mir in meinen
schweren Stunden wieder bewiesen hat, daß er mir alles ist, daß ich ihm
alles bin. Er weinte und lachte, als es geboren war.
-- -- Sieben Monate! Wäre das nicht möglich? Wenn der Junimond nicht
ausgeblieben wäre!
Er kommt.