Ich wüßte keine andere Pein, die so höllisch sein könnte, als die
meinige ist. Den Menschen, den man über alles liebt, dem man alles
verdankt, ohne den man nicht mehr leben könnte, mit jedem Tage
neuerdings täuschen und betrügen zu müssen.
Ihm gestehen? Nein, nein, eher soll er mich im Sarge sehen.
O unseliges Kind! Wie ich dich hasse, jetzt schon. Das einzige, was die
Mutterliebe für dich tun kann, daß sie betet, du mögest das Tageslicht
nimmer erblicken. Erscheinst du mir tot, ach, wie werde ich dich lieben
und dankbar küssen und jubelnd begraben! O, Mutter Maria, ich rufe dich
an! Mein Herz ist zum Zerspringen so schwer. Wenn ich dieses Büchlein
nicht hätte! Alles in mich könnte ich nicht verschließen.