Roman. 45. Auflage. Geheftet 4 Mark, gebunden 5,50 Mark.
Ein großer Zauberer hat ein Buch geschrieben, so süß und schön, daß, wer es
liest, sterben muß. Alle lesen es, obgleich sie wissen, daß sie dann
sterben müssen. (Ingeborg, Kapitel 33)
Es ist noch nicht allzulange her, daß Bernhard Kellermann mit seinem
Erstlingswerk »Yester und Li« als eine neue Hoffnung des deutschen Romans
begrüßt wurde. Rascher als selbst die kühnsten seiner Propheten erwarteten,
hat er den Wechsel auf seine Zukunft eingelöst -- sein jüngster Roman
»Ingeborg« stellt ihn mit einem Schlage in die erste Reihe unserer großen
zeitgenössischen Erzähler. Man wird von diesem Buche sprechen, wie man
einst von Peter Nansens »Gottesfriede« sprach -- viele werden es als eine
Erlösung preisen, viele als eine Affektion verdammen, die meisten aber
werden es lieben müssen, dieses Buch der Liebe -- auch wenn sie nicht erst
über mancherlei Hemmungen hinweg zu seiner tiefen Schönheit bekehrt haben
sollten . . . Für die Gegenwart ist »Ingeborg« jedenfalls ein gefährliches
Buch. Es könnte in gewissem Sinne der »Werther« des 20. Jahrhunderts
werden. Denn es ist süß und schön wie das wirkliche Buch der Liebe und --
»ein großer Zauberer hat es geschrieben«.
(Bohemia, Prag.)
Frauen und Jünglinge, leset dies neue Buch. -- Ingeborg -- diesen zweiten
Roman von Bernhard Kellermann. Die Liebe lebt darin und die Romantik. Und
der Wald lebt darin und alle Jahreszeiten. Wahrhaftig ein närrisches Buch,
aber weise, und klug bei aller Narretei, denn die unerforschlichen,
unabänderlichen Lebensgesetze sprechen daraus. Jung ist es, ganz jung-jung,
und das Blut macht es unruhig, es fiebert vor Liebe. In einigen
Märznächten, als der Föhn vor den Fenstern stürmte, habe ich es gelesen,
mein Herz kam völlig aus dem Takt, und ich glaube nicht, daß der Föhn
allein schuld war . . . Ich will mich mit diesem Buche nicht allein freuen.
Jedem möchte ich es in die Hände drücken, der überhaupt noch einen Roman
lesen kann.
(Die Zeit, Wien.)