Durch den Nebel

Die See ist es. Die See mit ihrem grauen Nebel und ihrem starken Wind.

Der Wind langt herüber und knickt alles, was klein und schwach ist, und

wirft es fort, daß die Wälder dastehn in großen, geschlossenen Massen,

unbeugsam, feierlich. Und die schlichten, ruhevollen Formen der Koppeln

umschließen die wogenden Weiten. Dazwischen singt die See ihr Lied,

die alte, graue Mutter; und selbst wenn es in kleinen sonnigen Wellen

auflacht, es hat immer etwas Geheimnisvolles, daß der Mensch vor ihr

steht, ehrfürchtig, fast feierlich.

So bildet die See auch ihn. Sie läßt ihm nichts Kleinliches, und die

bewegliche Lustigkeit gewöhnt sie ihm ab. Die große Ruhe um ihn her

macht ihn still, und er lernt bald, schweigend hineinsehen in das große

Nebelwogen und warten auf ein Kommendes, auf das große Geheimnisvolle.

Und über dem Stillesitzen und Warten wird er oft grau und alt und hat

darüber die Zeit der Tat verpaßt.

Dann lachen seiner die klirrenden Stürme; denn die See ist unbarmherzig

und liebt nur das Große, -- auch die große Tat.

Durch den Nebel: Roman · 第 48 / 90 题