Die Akazien, deren es etwa 450 Arten gibt, gehören zur Familie der
Mimosen. Viele von ihnen sind den Menschen nützlich durch ihren
Gummisaft oder den in ihren Rinden, Früchten etc. enthaltenen Gerbstoff.
Es sind baum- oder strauchartige Pflanzen mit gefiederten Blättern,
kleinen kugligen oder ährenförmigen Blütenständen und Hülsenfrüchten.
Man findet Akazien hauptsächlich in Australien, Südasien und Afrika; sie
kommen im tropischen und subtropischen, selbst noch im gemäßigten Klima
fort und nehmen mit magerem Boden vorlieb.
Die in Afrika zwischen dem 10. und 20.° n. B. heimische Gummiakazie
(Acacia senegalensis) liefert das bekannte arabische Gummi (gummi
arabicum). Ein gutes Gummi gewinnt man außerdem aus der dreidornigen
Akazie (Acacia glaucophylla) in Abessinien, Nubien, dem Somalilande und
Arabien, und der abessinischen Akazie. Der Gummisaft der Akazien wird
nicht gezapft, sondern er fließt von selber aus und erstarrt sogleich.
Bei der Senegal-Akazie wird das Ausfließen bewirkt durch heftige Winde,
die die Baumrinde austrocknen und rissig machen; durch diese Risse
dringt der Saft an die freie Luft und gerinnt hier alsbald. -- Der Gummi
wird von den Eingebornen nicht nur an die Europäer verkauft, sondern ist
für sie auch ein wichtiges Nahrungsmittel. Die Verwendung des
Senegalgummi in der heimischen Industrie ist eine mannigfaltige. Man
gebraucht es z. B. in Zeugdruckereien zum Verdicken der Farben, in
Kattun- und Seidenfabriken zum Appretieren, als Zusatz zu Tinten und
Farben, beim Steindruck, als Kleb- und Bindemittel etc. Deutschlands
Bedarf an Gummi und Gummilack stellt jährlich einen Wert von etwa 16
Millionen Mark dar.
In Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika kommen Gummiakazien teilweise
wildwachsend vor. Man hat aber außerdem auch nicht-einheimische Arten in
Kultur genommen.