(Tafel 26).
Der Sansevierahanf, auch afrikanischer Hanf genannt, ist eine der
Sisalagave ähnliche Pflanze aus der Familie der Liliaceen; sie bildet
aber keinen so hohen Blütenschaft wie diese. Ihre Heimat ist das
tropische Afrika, wo sie bis heute wild wächst. In Deutsch-Ostafrika ist
sie in mehreren Arten vertreten, von denen aber nur zwei (S. cylindrica
und S. Ehrenbergii) auf ihr Produkt ausgebeutet werden. In Westafrika
dient dem gleichen Zweck die S. guineensis.
Die Sansevieren vermehren sich außer durch Samen durch Wurzelschößlinge,
die in großen Mengen um die Pflanze herum emporschießen. Sie gedeihen am
besten auf steinigen Steppen im Schatten des Gebüsches. Die Pflanze
erreicht ein hohes Alter, eine einmal gemachte Anlage braucht deshalb
erst nach vielen Jahren erneuert zu werden. Anpflanzungen werden in den
deutschen Kolonien versucht. Die bis jetzt in Ostafrika gewonnenen
Ernten stammen jedoch noch von wilden Beständen. Der Hanf wird wie bei
der Sisalagave aus den dickfleischigen Blättern gewonnen. Seine
Gewinnung ist schwierig, weil die Pflanze nur selten, z. B. in den
Bezirken Mpapua und Wilhelmstal, in großen, geschlossenen Beständen,
meist vielmehr zerstreut und einzelstehend vorkommt. Auch die
Aufbereitung der Faser macht viele Mühe, da sie bis jetzt mit der Hand
geschieht. Will man den Betrieb gewinnbringend gestalten, so müssen
Reinigungsmaschinen aufgestellt werden. Auch würde es sicher lohnend
sein, Pflanzungen in größerem Maßstabe anzulegen, da die Sanseviera
einen Hanf von hervorragender Güte liefert. Ausgeführt wurden von
Ostafrika 1906/7 154000 kg.
[Illustration: Tafel 26.
Sansevierahanf (_Sanseviera guineensis_).