(Tafel 7).
Der Kakaobaum, zur Gattung Theobroma gehörig, ist eine im tropischen
Amerika heimische Pflanze. Er wird 6-10, selten bis 15 m hoch. Der Baum
treibt das ganze Jahr hindurch Blüten und Früchte, die aus dem Stamm und
den älteren Zweigen unmittelbar hervorsprießen. Die Früchte haben die
Form einer Gurke, sind aber nicht ganz so groß; jede Frucht enthält etwa
30-60 Samen, die Kakaobohnen.
Der Kakaobaum ist in seinem Gedeihen auf den engeren Tropengürtel
beschränkt. Er verlangt starke, gleichmäßige Wärme, fruchtbaren,
tiefgründigen Boden und reichliche Feuchtigkeit. Seine Kultur erfordert
sorgfältige Pflege: Beschattung des jungen Baumes, Reinhaltung des
Bodens, Abschneiden des überflüssigen Holzes, Düngung etc. Etwa vom 3.
Jahr an treibt der Baum Blüten, doch soll man diese ausbrechen, weil
durch ein zu frühes Fruchttragen der Baum geschwächt würde. Erst vom
6.-8. Jahr an kann man ernten, im 10.-12. Jahr treten die vollen Erträge
ein, die bis zum 30.-40. Jahr andauern. -- Für die Erzeugung von Kakao
kommen hauptsächlich Amerika und Asien mit den Inseln, neuerdings auch
Afrika in immer steigendem Maße in Betracht.
Die reifen Früchte werden gepflückt, die Bohnen herausgenommen und in
Schuppen oder Gruben zum Gären ausgeschüttet. Die Gärung hat den Zweck,
das anhaftende Fruchtfleisch zu zerstören und die in den Bohnen
enthaltenen Bitterstoffe zu entfernen. Darauf werden die Bohnen
gewaschen und zum Dörren ausgebreitet. Sind sie gehörig getrocknet, so
gelangen sie zur Verschiffung. In großen Mühlen werden schließlich die
Kakaobohnen gemahlen und dienen dann zur Herstellung des allbekannten
Getränkes. Ein Teil wird zur Schokoladenbereitung verwendet. Die Bohnen
liefern ferner ein Fett, die Kakaobutter, die in der Medizin vielfache
Anwendung findet.
Von unsern Kolonien kommen hauptsächlich Kamerun, die Südseeinseln und
Togo für die Kakaokultur in Betracht. Der Anbau geschieht meistens durch
europäisch geleitete Pflanzungsbetriebe, doch bauen z. B. in Togo auch
die Eingebornen selbständig Kakao an, noch bedeutender ist die
Kakaokultur der Neger auf der Goldküste, von wo sie nach Togo gekommen
ist; dort erzeugte sie 1906 einen Wert von 6000000 Mk., und nach einer
mäßigen Berechnung glaubt man in den nächsten Jahren das 3-5 fache
dieser Summe zu erreichen.
Deutschland verbrauchte im Jahre 1906 an Kakaobohnen für 41000000 Mk.