Tafel 1. Mais 14

„ 2. Reis 16

„ 3. Sorghum 18

„ 4. Jams 20

„ 5. Batate 22

„ 6. Banane 24

„ 7. Kakao 26

„ 8. Kaffee 28

„ 9. Tee 30

„ 10. Kolanuß 32

„ 11. Vanille 34

„ 12. Zimt 36

„ 13. Zuckerrohr 38

„ 14. Pfeffer 40

„ 15. Ingwer 42

„ 16. Tabak 44

„ 17. Ölpalme 46

„ 18. Kokospalme 48

„ 19. Schibutter 50

„ 20. Erdnuß 52

„ 21. Sesam 54

„ 22. Telfairia pedata 56

„ 23. Baumwolle 58

„ 24. Kapok 60

„ 25. Sisalagave 62

„ 26. Sansevierahanf 64

„ 27. Jute 66

„ 28. Ramie 68

„ 29. Kickxia 70

„ 30. Manihot Glaziovii 72

„ 31. Gummibaum 74

„ 32. Hevea 76

„ 33. Guttapercha 80

„ 34. Mangroven 82

„ 35. Cinchonarinde 84

„ 36. Strophanthus 86

Einleitung.

Die vorliegende Schrift verfolgt das Ziel, in weiteren Kreisen unseres

Volkes Verständnis und Interesse für den volkswirtschaftlichen Wert

unserer Kolonien zu wecken. Vor allem möchte sie auch der Jugend einen

Einblick geben in die weiten Gebiete neuer Arbeit und nationaler

Aufgaben, vor die wir durch den Erwerb überseeischer Besitzungen

gestellt werden. Zu dem Zweck ist das für unsere Kolonien wichtigste

Arbeitsgebiet, der Anbau und die Gewinnung pflanzlicher Erzeugnisse, in

den Vordergrund gestellt und ausführlicher behandelt worden. Es war

natürlich unmöglich und lag auch gar nicht im Rahmen dieses volkstümlich

gehaltenen Buches, alle in unseren Schutzgebieten vorkommenden

Nutzpflanzen zu besprechen. Es konnte sich nur darum handeln, die zur

Zeit wichtigsten Gewächse zu behandeln, und zwar in erster Linie die für

Ausfuhr in Betracht kommenden, dann aber auch solche, denen für die

Ernährung der Eingeborenen eine hervorragende Bedeutung zukommt. Da das

Buch vor allem die wirtschaftliche Bedeutung unserer Kolonialgewächse

darstellen soll, so sind diese nicht nur nach der botanischen Seite hin

kurz beschrieben, sondern es wird auch auf die Wachstumsbedingungen, den

Anbau, die Kultur und insbesondere auch auf die Verarbeitung und

Verwendung der pflanzlichen Erzeugnisse eingegangen. Soweit möglich sind

auch die jährliche Gesamterzeugung, die „Welternte” und der

Gesamtverbrauch sowie die Werte beider angegeben worden. Besondere

Rücksicht ist jedoch, der Absicht des Buches entsprechend, auf den

Verbrauch und die Erzeugung Deutschlands und seiner Kolonien genommen.

Im zweiten Teil werden die tierischen, mineralischen und gewerblichen

Erzeugnisse zusammenfassend dargestellt, so daß auf diese Weise eine

Gesamt-Übersicht über den derzeitigen wirtschaftlichen Wert unserer

überseeischen Besitzungen ermöglicht wird.

Als einen besonderen Vorzug wird man die ~Bilder~ ansehen dürfen, die

den Text erst lebendig machen und eine anschauliche Vorstellung der

Pflanze und ihres Wachstums vermitteln.

Die aus dem Buche sich ergebenden Tatsachen bieten dem Kolonialfreund

einige allgemeine, gewiß nicht bedeutungslose Lehren, von denen folgende

kurz genannt seien:

1. Der Wert unserer Kolonien beruht in erster Linie in ihren

Bodengewächsen. Der Anbau und die Pflege der nutzbaren Pflanzen wird

deshalb stets die vornehmste Beschäftigung ihrer Bewohner sein. Es gilt

in dieser Zeit des Anfanges vor allem, durch immer neue Versuche

diejenigen Nutzpflanzen herauszufinden, die dem Produzenten möglichst

stete und sichere Erträge versprechen.

2. Der weitaus größte Teil aller Ausfuhrgüter wird durch die Arbeit der

Eingeborenen geschafften. Dies ist um so bemerkenswerter, als die Länder

im Vergleich mit Europa nur sehr dünn bevölkert sind und die Eingebornen

eben erst heraustreten aus ihrer jahrtausendelangen finsteren

Abgeschlossenheit, die kein großer Gedanke je erleuchtete. Sie standen

bislang unter dem Willkürregiment kleinlich selbstsüchtiger Häuptlinge

und skrupelloser Zauberpriester, deren stets argwöhnische Eifersucht

jeden Fortschritt im Keime erstickte. Jahrhunderte hindurch waren

Sklavenfang und Sklavenausfuhr die einzige für das Ausland in Betracht

kommende wirtschaftliche Betätigung dieser Völker. Die deutsche

Herrschaft, deren Streben es ist, jedem Eingebornen Schutz und Recht zu

gewähren und sein allseitiges Wohl zu fördern, wird sich auch darin als

segensreich erweisen, daß sie die Kräfte der Bevölkerung, geistige

sowohl wie körperliche, frei macht und steigert für eine Arbeit, die der

Gesamtheit wie dem Einzelnen zugute kommt. Tatsächlich haben wir schon

jetzt in weiten Gebieten unserer Kolonien eine ackerbautreibende

Bevölkerung, die Verständnis und Willigkeit zeigt, ihren Ackerbaubetrieb

zu vergrößern und zu verbessern. Aus amtlichen Berichten geht hervor,

daß die Eingebornen vielerorts tatsächlich nur darauf warten, neue,

ihnen bisher unbekannte Nutzpflanzen anzubauen, und die bisherigen

Ergebnisse der Eingebornenkulturen ermutigen vollauf zum Weiterschreiten

auf diesem Wege. Unser eignes Interesse fordert, die Eingebornen in

ihrem Streben nach wirtschaftlichem Fortschritt zu unterstützen, und da

wo es noch nicht vorhanden ist, zu wecken, ihnen durch Anleitung und

Unterricht, durch Überlassung von geeignetem Saatgut sowie durch

Sicherung eines regelmäßigen und angemessen bezahlten Absatzes ihrer

Erzeugnisse zu helfen und Mut zu machen.

Dabei soll durchaus zugegeben werden, daß es stets auch solche Gewächse

geben wird, die wenigstens für absehbare Zeit durch den Anbau auf

europäisch geleiteten Pflanzungen bessere Erträge liefern.

3. Ein unbedingtes Erfordernis für den Aufschwung des wirtschaftlichen

Lebens ist der Bau von Eisenbahnen. Ohne sie ist es einfach unmöglich,

die Erzeugnisse der Arbeit an die Küste und damit in den Handel zu

bringen. Die Eingebornen haben bisher in den seltensten Fällen über

ihren eigenen Bedarf hinaus Anbau getrieben aus dem einfachen Grunde,

weil sie nichts absetzen konnten. Bei dem Transport aus dem Innern bis

an die Häfen übersteigen bei den meisten Erzeugnissen die

Verschickungskosten den ganzen Wert der Ware; das muß natürlich jeden

Arbeitseifer hindern. Hierin wird nur durch die Eisenbahn Wandel

geschafft. Was die Eisenbahn tatsächlich wirkt, das sehe man aus der

Steigerung der Togo-Ausfuhr 1907 in Mais, Erdnüssen und Elfenbein.

4. Unsere Kolonien werden in immer steigendem Maße Bedeutung für das

heimatliche Wirtschaftsleben erlangen. Wenn ihre Ausfuhr im Verhältnis

zum Bedarf Deutschlands jetzt noch gering ist, so hat das wenig zu

sagen. Man bedenke, daß wir in den Anfängen stehen und vielerorts über

die Zeit des mühsamen und kostspieligen Versuchens kaum hinaus sind. Die

wichtigsten Volkskulturen der Eingebornen: Baumwolle, Mais, Erdnüsse,

Reis fangen gerade jetzt erst an, einen früher nicht erhofften

Aufschwung zu nehmen. Ebenso sind die Pflanzungen der Europäer zum

großen Teil noch nicht alt genug, um ertragsfähig zu sein. Dieser

Zeitpunkt wird bei manchen erst in Jahren eintreten.

5. Besonders beachtenswert ist, daß schon jetzt über 63% der gesamten

Ausfuhr aus unsern Kolonien nach Deutschland gehen, also direkt dem

deutschen Wirtschaftsleben zugute kommen. Mit dem Ausbau des

Eisenbahnnetzes wird dieser Prozentsatz noch steigen; heute ist den

Produzenten oft keine Gelegenheit geboten, ihre Erzeugnisse an einen

deutschen Hafen zu bringen, so wird z. B. ein großer Teil der in

Deutsch-Ostafrika gewonnenen Güter, besonders die Eingebornenprodukte,

mittels der Ugandabahn befördert und gelangt in den englischen Verkehr.

Es kann natürlich nicht unser Ziel sein, die Erzeugnisse unserer

Kolonien ausschließlich nach Deutschland zu leiten, sondern sie müssen

sich ihr Absatzgebiet in freiem Wettbewerbe auf dem Weltmarkt suchen.

Aber die statistisch nachgewiesene Tatsache ist doch bedeutsam, daß alle

überseeischen Besitzungen europäischer Staaten den größten Teil ihrer

Erzeugnisse an ihr Mutterland absetzen, daß also auch in dieser

unmittelbaren Weise die Werte der Kolonien dem Mutterlande zu gute

kommen.

Deutschland führt jährlich für mehr als zwei Milliarden Mark

Tropenprodukte ein. Auf dieser Zufuhr auswärtiger Rohstoffe beruht zum

guten Teil das Blühen unseres Handels und unserer Industrie, sie geben

vielen Tausenden von Arbeitern, Kaufleuten und Industriellen

Beschäftigung und spielen überhaupt in unserm wirtschaftlichen Leben

eine so wichtige Rolle, daß wir ohne sie gar nicht weiter bestehen

könnten. Es kann uns deshalb nicht gleichgültig sein, ob wir für den

Bezug dieser Produkte auf andere Länder und deren Willigkeit angewiesen

sind, oder ob wir uns in den Stand setzen, wenn auch nicht alle, so doch

einen bedeutenden Teil dieses Bedarfes aus unsern eigenen Besitzungen zu

ziehen und so auch in diesem Stück unabhängig und selbstbestimmend

dazustehen. Dies ist kein unerreichbares Ziel, sondern es wird ein

natürliches Ergebnis der sich schon jetzt anbahnenden Entwicklung sein.

Wir brauchen an die Entwicklungsmöglichkeit unserer Kolonien nicht mehr

zu glauben, sondern wir sehen sie vor Augen.

Haben unsere kolonialen Besitzungen diese große nationale Bedeutung, so

dürfen sie auch das Interesse aller Volkskreise beanspruchen. Und die

Beschäftigung mit kolonialen Dingen ist auch für den nicht unmittelbar

Beteiligten in mancher Weise gewinnbringend. Sie lenkt den Blick aus der

eigenen Enge hinaus in einen weiten Kreis neuer Aufgaben, sie gibt

Verständnis für die Arbeit der ganzen Welt und zeigt, wie die Interessen

der Völker es verlangen, füreinander und miteinander zu arbeiten, weil

keines das andere entbehren kann, sie lehrt bisher Unverstandenes

verstehen und gewährt das beglückende Bewußtsein, daß auch das deutsche

Volk in allen seinen Teilen mithelfen soll, die Länder und Völker

jenseits der Meere zu entwickeln, sie einzuführen in den Weltverkehr und

so ihre Kräfte nutzbar zu machen zum Besten unseres Vaterlandes und der

Menschheit.

* * * * *

Herr Professor Dr. Volkens, Direktor der Botanischen Zentralstelle für

die Kolonien am Königlichen Botanischen Garten und Museum zu Dahlem bei

Berlin, hatte die Freundlichkeit, alle botanischen Angaben des Textes

durchzusehen, wodurch dieser manche wertvolle Berichtigung und

Ergänzung erhielt. Auch wurde für die Anfertigung der Illustrationen das

gesamte in Betracht kommende Material des Botanischen Gartens und

Museums bereitwillig zur Verfügung gestellt. Für diese Hilfe und das

freundliche Entgegenkommen sei Herrn Professor Volkens auch an dieser

Stelle aufrichtig gedankt.

Als Hilfsmittel haben mir folgende Veröffentlichungen gedient:

~Semler~, H. Die tropische Agrikultur. Zweite Auflage. Wismar 1900.

~Fesca~, M. Der Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen. Berlin

1904.

~Engler~, A. Die Pflanzenwelt Ostafrikas. Berlin 1895.

Der Tropenpflanzer. Jahrgang 1907 und 1908.

Jahresbericht über die Entwicklung der Schutzgebiete in Afrika und

der Südsee im Jahre 1906/7. Berlin 1908.

Statistisches Jahrbuch. Berlin 1908.

Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung für das Mutterland · 第 22 / 97 题