Wenn ich über die nächtlichen Städte fahre,
Flatternder Mantel auf Nebel und Wind, der mich trägt . . .
Unter mir ist ein Abend der Tage und Jahre,
Stuben sind hell und Fenster von Schatten bewegt.
Und den Fluch im Genick muß ich all die Leidenden schauen.
Wie das lebt, wie das schlägt, und Worte bildet und glaubt.
Weinen und Sehnsucht zu all diesen Männern und Frauen
Faßt mich und beugt mein schwarzes, mein ewiges Haupt.
Und dem furchtbaren Blick erscheint in der alternden Kammer
Lehrerin, bitter und steif, die sich elend zu Ende führt.
Mutter, das Schwert im Herzen, die all ihren Jammer
Heilig ertragend im Hause die Hände rührt.
Jugend geht in den Krieg und schweiget. Geizige Knochen
Schrecklicher Greife klappern von Haß verzehrt.
Selbst die Unschuld, geboren aus blutigen Wochen
Hat den Leib einer lieblichen Frau verheert.
Und sie tragen sich selbst mit Worten. Elend ist Glaube!
Manche ahnen die Lüge, Gefährten von meinem Fluch.
Doch eine süße Schwester mit weißer, edelster Haube,
Hütet den Kranken, und ebnet das fiebrische Tuch.
Und sie nehmen es hin, daß sie sind, und zum Sterben geboren.
Manchmal lächeln sie gut, und tragen im Auge das Heil.
Und dann fühle ich weh: Ich bin verloren.
Stolz und geflügelt und hart, und unbeugsam und steil.
Ich bin der Geist ihrer Klage, der Gnadenlose und Klare,
Der sich gegen den Fluch despotischer Gnade bäumt!
Rein will ich sein und Geist, das ist Schmerz. Und heiße der Wahre,
Der umsonst an das Tor der Versöhnung und Liebe schäumt.
Aber seh ich am Abend die so geliebten Gestalten,
Reißt mich Schluchzen dahin, und es sinket und schwebt
Aller Tränen die reinste, und ruht als Stern in den Falten
Kalten Himmels, Stern, der meinen unseligen Namen lebt.
Held und Heiliger
Prophezeiung an Alexander