Tempel-Traum

Wenn die Stunde saust,

Und die Frühe säumt,

Wacht der Schläfer schwer

Wie Ertrunkner auf.

Schlamm weilt auf der Stirn,

Und ins Haargewirr

Flechten Tang und Gras

Braunen Bettelkranz.

Und es ist ein Haus

Voll von Sang und Hall.

Lampe lebt in Rauch

Über Treppen hin.

Eine Mutter geht. . .

Und er weiß nicht wo,

Duft und Stimme wird

In der Höhe süß.

Doch ein Priester ernst

Schreitet in die Fern'

Seinem Stabe nach,

Goldnem Vogelknauf.

Und Vestalin sitzt

Bei dem Flammentier,

Springt ein Wind herein,

Hütet sie den Schoß.

Wo der Tempelbau

Oben offen ist,

Schwebt ein Adler groß

Unterm Morgenmeer.

Und die Schläferstirn

Löset ein Gesang,

Und das Herze wächst

Mit der Flut des Nils.

Gesänge aus den drei Reichen: Ausgewählte Gedichte · 第 36 / 80 题