Meinen Jugendfreunden

Rudolf Ballheimer

in Hamburg

Ludwig Martens

in Berlin

Richard Gaede

in Danzig

die im Leben nun bald fünfzig Jahre

mit mir Schritt gehalten,

in treuer Gesinnung

zugeeignet.

Vorwort.

Antikes Leben! ein unerschöpflicher Gegenstand! Bisher habe

ich ihm drei größere literarische Versuche erzählenden und

kulturgeschichtlichen Inhaltes gewidmet, Bücher, die wie langgezogene

Bilderfriese in sich Einheiten bilden und darum vielleicht

wie Bilderfriese ermüden. Daneben tritt dies vierte Buch, das

zusammenhangslos und in Auswahl sein Schlaglicht nur auf dies und

jenes, auf antikes Reiseleben, Frauenleben, Kinderliebe, Verkehr

auf dem Büchermarkt u. a. wirft: Einzelbilder in engem Rahmen, von

denen ich hoffe, daß sie das Nähegefühl steigern und das Leben der

Vergangenheit mit noch größerer Deutlichkeit vor das Auge stellen.

Zum Teil sind diese Aufsätze schon vor dem gegenwärtigen Weltkrieg,

zum Teil aber erst während des Krieges entstanden, und man wird

sich also nicht wundern, daß den letzteren der Einfluß der großen

Zeitereignisse, in denen wir heute stehen, deutlich anzumerken ist.

Denn kein Schriftsteller kann sich diesem Einfluß entziehen, und die

Antike mit dem Leben der gegenwärtigsten Gegenwart zu vergleichen, war

mein ständiges Augenmerk. Daher habe ich auch von der „Laus“ gehandelt;

denn auch sie ward für uns Ereignis.

Eben darum könnte man mir vielleicht verargen, daß ich in dieser Zeit

des Entbehrens und der Ernährungsnöte, wo fast nur noch der Gauner

einen vollbesetzten Tisch hat, auch über „antike Gastmähler“ rede. Ich

hab’s gewagt. Die Erinnerung an frühere gesegnetere Stunden darf uns

nicht kränken; denn auch der Erblindete zehrt gern von der Erinnerung

an das, was er einstmals mit gesunden Augen gesehen und genossen hat.

Als Leser dieser Blätter denke ich mir gern jeden Gebildeten, der sich

darüber klar ist, daß es nicht nur unterhaltsam, sondern daß es auch

immer noch heilsam ist, die Kulturhöhe des sogenannten klassischen

Altertums zu kennen und in das eigenartig bunte Treiben im alten Rom

der Cäsaren sich zu vertiefen, um daran, was wir heute sind und haben,

zu messen. Um diesem Leser zu dienen, ist jeder gelehrte Apparat

vermieden und von mir streng in den Anhang verbannt worden, wo die

„Anmerkungen“ Nachweise, aber auch allerlei Zusätze und Exkurse im

Verborgenen bringen. Vielleicht findet der Anhang gleichwohl das Auge

des Fachmanns, des Schulmanns und Gelehrten: dann hat auch er seinen

Zweck erreicht.

+Marburg a. L.+, 24. Januar 1918.

Der Verfasser.

Vorwort zur zweiten Auflage.

Das Buch, das freundliche Aufnahme gefunden hat, lege ich jetzt

durchgebessert, doch im Wesentlichen unverändert nochmals dem Publikum

vor. Einige Zusätze haben die „Anmerkungen“ erfahren. Zu Dank bin ich

Herrn O. Roßbach verpflichtet, der mir durch seine Besprechung in der

Berliner philologischen Wochenschrift 1918 Sp. 1206 ff. zu mehreren

Berichtigungen den Anlaß gab. Anderes habe ich ändern müssen, da es der

politischen Lage des Vaterlandes nicht mehr entsprach. Denn all unsere

stolzen patriotischen Hoffnungen, denen ich Worte verlieh, sind nun

zerschlagen. Nicht der Feind, unser unselig verhetztes Volk selbst und

der törichte Wilsonglaube unserer Pseudopolitiker hat sie zerstört.

+Marburg a. L.+, 20. Mai 1919.

Der Verfasser.

Inhaltsübersicht.

Aus dem Leben der Antike · 第 7 / 59 题